Würzburg

Sicherheitskräfte auf Kiliani: Bisher friedliches Volksfest

Trotz einiger Vorkommnisse, wie ein Achterbahn-Unfall und gleich am ersten Wochenende Schlägereien mit Jugendlichen, sind die Kiliani-Organisatoren sehr zufrieden.
Das Kilianifest 2018 neigt sich dem Ende zu. Die Veranstalter hoffen auf ein starkes letztes Wochenende. Foto: Thomas Obermeier
Das Kilianifest 2018 neigt sich dem Ende zu. Die Veranstalter hoffen auf ein starkes letztes Wochenende. Foto: Thomas Obermeier

Das große Volksfest auf der Talavera geht in die letzte Runde. Es endet am Sonntag, 22. Juli, mit dem Abschlussfeuerwerk der Schausteller als Dank an die vielen Besucher. Apropos Besucher. Kann das aktuelle Fest die Rekordzahl von 800 000 aus dem Jahr 2017schlagen? "Wir zählten zum Stand Donnerstag 610 000 Rummelfans", erläutert Uwe Zimmermann, der Kiliani für die Stadt mitorganisiert. "Wir hoffen auf ein starkes Wochenende."

Ministerpräsident lässt 40 Tische reservieren

Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake war selbst an einigen Tagen auf dem Kiliani-Fest und sie war angetan von der tollen Atmosphäre auf dem Platz mit den vielen Karussells und von der Stimmung im Festzelt. Den Ball nahm der städtische Kommunalreferent Wolfgang Kleiner gerne auf. "Wir haben auf der Talavera ein einzigartiges Fest für die ganze Region. Viele Besucher aus Unterfranken waren hier zu Gast und suchten einen Ausgleich zum Alltag." Ob das auch für Ministerpräsident Markus Söder gilt? Er hat jedenfalls seinen Besuch beim Frühschoppen am Sonntag ab 10 Uhr im Zelt zugesagt und gleich mal schlappe 40 Tische vor der Bühne reservieren lassen.

Seit der Zwischenbilanzmit den Sicherheitskräften ist nicht viel passiert. Neben den bis dato sechs Straftaten, darunter eine Schlägerei mit Jugendlichen und fünf verletzten Beamten, war es laut Oliver Staudt von der Würzburger Polizei, die eine eigene Wache auf dem Volksfest hat, sehr ruhig. "Es gab eine Rangelei im Festzelt". Eine Sache erwähnte Staudt noch, die er nicht dem Volksfest zuordnet, da sich der Vorfall am ganz frühen Morgen ereignete: "Da wollten zwei stark alkoholisierte Männer ins Festzelt einbrechen, um ihren Alkohol-Pegel aufzufüllen. Die Polizei war noch vor Ort und bei einem gab es drei verletzte Beamte". Im Einsatz war die Würzburger Polizei auch bei dem Achterbahnunfall, bei dem fünf Leute leicht verletzt wurden.

BRK versorgte 140 Besucher

Eine erfreuliche Bilanz zog auch Stefan Krüger, BRK-Einsatzleiter auf Kiliani. Die medizinischen Rettungskräfte haben dort einen eigenen Behandlungscontainer. "Wir versorgten 140 Besucher. Die Schwerpunkte waren Prellungen, Schnitt- und Platzwunden, Kreislaufprobleme und Wespenstiche." Erfreulich für die Sanis: Sie mussten zu keiner Schlägerei ausrücken. Und auch die Zahl der Alkoholvergiftungen sei mit drei Fällen überschaubar. Allerdings seien darunter zwei 14-Jährige. Die ehrenamtlichen Helfer leisteten 1200 Stunden mit ihrem Dienst am Nächsten. Und auch die Freiwillige Feuerwehr Würzburg war mit sechs Leuten auf Kiliani präsent, mit Fahrzeug und Feuerwache.

Das Zusammenspiel zwischen den staatlichen, städtischen und privaten Sicherheitskräften funktioniert, bestätigte dann auch Zimmermann. Und es gab in der zweiten Volksfestwoche nur eine Lärmbeschwerde. Ihm ist aufgefallen, dass sehr viele junge Menschen das Fest besuchten, darunter viele Männer in Tracht. 

Beschwerden kamen indes von Anwohnern rund um die Talavera: Während des Kiliani-Volksfestes finden viele keinen Parkplatz unmittelbar vor ihrem Haus. Um falsches Parken in ausgewiesenen Parkzonen während des Volksfestes in den Griff zu bekommen, hat die Verkehrsüberwachung dort seit Kiliani-Beginn über 646 Verwarnungen ausgesprochen (Stand: 19. Juli).

Die Tracht ist schon lange im Festzelt angekommen. Foto: Ulises Ruiz
Die Tracht ist schon lange im Festzelt angekommen. Foto: Ulises Ruiz

Genügend Festbier im Festzelt

Bei so viel Lob stimmte auch alles beim Absatz des Festbieres, für das die Würzburger Hofbräu zuständig ist. "Wir sind nicht auf der Jagd nach neuen Rekorden", betonte deren Geschäftsführer Norbert Lange. "Wir haben auf Kiliani schon ein sehr hohes Niveau erreicht." Die Hofbräu ist auch für das Musikprogramm zuständig. "Viele Menschen, die friedlich feiern, was wollen wir mehr", bilanziert Festwirt Michael Hahn, der zum zehnten Mal Würzburg betreut. 

Und was sagen die Schausteller zu den Unterfranken und ihrem Besuch? "Kiliani hat in der zweiten Woche Fahrt aufgenommen, und wir sind mit dem Verlauf und den Umsätzen auf dem Platz zufrieden", so der Sprecher der Schausteller, Heiner Distel junior. Und am Montag beginnen die Planungen für das Würzburger Volksfest 2019.

Rückblick

  1. Kiliani-Ausfall: Was verlieren Wirte, Stadt und Schausteller?
  2. Corona: Beschluss über Würzburger Kiliani-Volksfest ist gefallen
  3. Würzburg: Warum die Stadt mit Kiliani-Absage zögert
  4. Coronavirus: Steht das Frühjahrs-Volksfest auf der Kippe?
  5. Kiliani: Es wurde geschubst, gegrabscht und gepinkelt
  6. Kiliani-Endspurt in Würzburg: Mehr Arbeit für die Sanitäter
  7. Kiliani-Zwischenfall: Besucher saßen im Fahrgeschäft fest
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  9. Kiliani Würzburg: Nachtschicht mit den Sanitätern
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  19. Sicherheitskräfte auf Kiliani: Bisher friedliches Volksfest
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  29. Kiliani-Besucher: Bisher 590.000 Volksfest-Fans
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  36. Im Kiliani-Zelt fliegen die Fäuste
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  38. Kiliani-Wallfahrtswoche mit Reliquienprozession eröffnet
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  47. Kiliani: Wallfahrtswoche und Volksfest
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