MARGETSHÖCHHEIM

Sicherung zumindest eines Anbieters für Lebensmittel im Blick

Wird in Sachen Verbrauchermarkt auf dem ehemaligen Gelände der Großbäckerei Götz ein neues Kapitel aufgeschlagen? Muss man bei der Gemeinderatssitzung an diesem Dienstag (12. Mai) mit Überraschungen rechnen? Spannend sind vor allem die Fragen, ob für das Gewerbegebiet einen Bebauungsplan beschlossen wird und ob die Verkaufsfläche über 800 Quadratmeter hinausgeht.

Offenkundig hat es der Projektentwickler auch versäumt, der Verwaltung den Name des Bewerbers für den Discounter und die nötige Angabe der Verkaufsfläche mitzuteilen. Das sei trotz mehrfacher Aufforderung bisher nicht geschehen, heißt es. In den Planungsunterlagen wird lediglich die Bezeichnung „Discounter, ca. 1200 qm VK“ verwendet.

Jedenfalls spaltet die geplante Ansiedlung eines Verbrauchermarkts auf dem Areal nicht nur den Gemeinderat in Befürworter und Gegner. Mittlerweile hat sich auch der örtliche Arbeitskreis der Agenda 21 in die Diskussion eingeschaltet.

Befürworter und Gegner

Wenn es nach dem Willen der Befürworter ginge, dann sollte jeder Margetshöchheimer Bürger bald nach seiner Fasson einkaufen können. Sie argumentieren mit dem Wunsch vieler Einwohner nach einer besseren Nahversorgung in Margetshöchheim-Süd. Die Gegner befürchten, dass die Gemeinde auf Dauer keine zwei Supermärkte verkraften kann. Ohnehin sei eine zusätzliche Konkurrenz für den hier ansässigen Tegut-Markt durch den großen Umbau des Edeka-Markts in Zell entstanden. Ähnliche Argumente hatte man auch bei der Erstellung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) gehört. Der dazu geholte Wirtschaftsfachmann sprach sich dagegen aus, einen Lebensmittelmarkt auf dem Götz-Gelände anzusiedeln.

Eine Einzelhandelsentwicklung an der Schnittstelle zwischen den beiden Gemeinden Margetshöchheim und Zell könnte die „zentralen Versorgungseinrichtungen in den jeweiligen Ortskernen in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigen beziehungsweise zu ausbleibenden Investitionen“ der dortigen Betreiber führen, warnten die Planer. Der Umbau und die Modernisierung des Edeka-Markts in Zell erhöhe „zusätzlich den Handlungsdruck zur Sicherung des Standortes“ in Margetshöchheim.

Der Agenda 21-Arbeitskreis der Gemeinde, der unter anderem für den Bereich Wirtschaft zuständig ist, bewertet die neue Entwicklung auf dem Areal in der Zeller Straße positiv. Das sei ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des Ortes. Ausdrücklich begrüßt der Arbeitskreis die geplanten Ärztehäuser. Zwar habe man auch Verständnis dafür, dass Bürger in Margetshöchheim-Süd eine Einkaufsmöglichkeit im Nahbereich wünschen, teilt Vorsitzender Michael Donath in einer Stellungnahme mit. Allerdings erwarte der Arbeitskreis vom Gemeinderat, dass dieser dafür sorge, dass sich die Ansiedlung eines Discounters etwa nicht negativ auf die bestehenden innerörtlichen Einzelhandelsstrukturen auswirke.

Verkaufsfläche beschränken

Dies scheine am einfachsten durch die Beibehaltung des bestehenden Gewerbegebiets gewährleistet, da dann die Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter beschränkt ist. In jedem Fall solle hier der Gemeinderat einem Investor beziehungsweise Projektentwickler „verbindliche und gerichtsfeste Vorgaben“ machen, die im Sinne der gemeindlichen Entwicklung notwendig seien.

Gerade in einer Zeit interkommunaler Zusammenarbeit in der integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) sei das umfangreiche Angebot an Märkten und Discountern im näheren und weiteren Umkreis bei der Entscheidung zu berücksichtigen. Entsprechend fordert der Agenda 21 Arbeitskreis den Gemeinderat auf, mit Beschlüssen dafür zu sorgen, dass in Margetshöchheim dauerhaft mindestens ein leistungsfähiger Anbieter für Lebensmittel und die Dinge des täglichen Bedarfs erhalten bleibe.

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