WÜRZBURG

Sieg für die kleine Hexe

Konzentriert bei der Sache: Die neunjährige Joséphine Berger kocht ihre preisgekrönte „Luftschlangensuppe“. Foto: Franz Nickel

Zwar hat die neunjährige Joséphine Berger kurz vor ihrer Fernsehpremiere ein Burgfräuleinkostüm angezogen, wer sie aber vor sich hinmurmelnd und mit dem Kochlöffel umrührend am Kochtopf stehen sieht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier eine kleine Hexe am Werk ist.

Gerade bereitet sie ihre „Luftschlangensuppe“ zu, für die sie bei einem Wettbewerb des Fastnacht-Verbands Franken den ersten Preis gewonnen hat. An diesem Samstag um 18.30 Uhr tritt das aufgeweckte Mädchen in einer Sendung von TV touring auf und zeigt, wie sie ihr Geheimrezept in die Tat umsetzt.

Ihre Karriere als Köchin fing vor wenigen Monaten an, als Joséphine einen Sandkuchen backte: „Es war zu viel Zucker drin und er war zu trocken, aber mir hat er sehr gut geschmeckt.“ Kurze Zeit später flatterte der Aufruf zum Wettbewerb „Wir suchen Eure Rezepte zur 5. Jahreszeit“ des Fastnacht-Verbands ins Haus. Da wurden Rezepte für ein närrisches Kochbuch gesucht, das möglichst bald in den Handel kommen soll.

Mutter Steffi hatte spontan die Idee für eine „Luftschlangensuppe“, die Neunjährige stöberte in ihrem eigenen Kochbuch und eins, zwei, drei wurde aus der dort aufgeführten Gemüsesuppe mit Würstchen die Weltneuheit.

Erst nach einigem Zögern gibt sie die Zutaten preis: „Man nehme einen Liter Wasser, zwei Brühwürfel, schneidet Lauch, Karotten und am liebsten Bockwürstchen in Scheiben, gebe Tagliatelle (Bandnudeln) hinzu und lasse das Ganze zehn Minuten kochen.“ Inzwischen kennt die insgesamt fünfköpfige Familie die Stärken der Nachwuchsköchin und freut sich demnächst auf die erstmalige Präsentation von knusprigen Hähnchenschenkeln a la Joséphine.

Mit drei Kameras im Studio

Vor einigen Tagen bekam das Mitglied der Wichtelgarde der Fasenachtsgilde Giemaul Heidingsfeld den Hauptpreis des Wettbewerbs. Sie durfte im Fernsehstudio die Suppe kochen. Alle tanzten nach ihrer Pfeife und drei Kameras rückten ihr zu Leibe.

„Vorher war ich in der Maske und wurde im Gesicht gepudert, damit ich nicht glänze“, erzählt Joséphine schmunzelnd. Außerdem gab es eine ordentliche Portion Haarspray, damit sich niemand über ein güldenes Haar im Suppenteller beschweren konnte.

Ein bisschen hat sie inzwischen ihren Klassenkameraden von diesem spannenden Erlebnis ausgeplaudert. Besonders interessiert „waren der Nico und meine Religionslehrerin“, die schauen sich die Fernsehsendung bestimmt an.

Ihr Talent hat sich mittlerweile im Städtle herumgesprochen. Am Faschingssamstag, 9. Februar, ab 17 Uhr kocht sie in der „Giemaulschänke“ nochmals die „Luftschlangensuppe“.

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