WÜRZBURG

Siligmüllerbrücke vor Comeback?

Rückkehr an dieser Stelle? Einst verband die Siligmüllerbrücke hier die Siligmüller- mit der Salvator- und der Waltherstraße (Stadtring). Möglicherweise erlebt sie ihre seit Jahren immer wieder geforderte Wiederauferstehung. Foto: Thomas Obermeier

Fast 14 Jahre war sie wegen Baufälligkeit gesperrt, vor sechs Jahren wurde sie abgerissen, ihr Wiederaufbau wurde immer wieder gefordert und 2007 auch grundsätzlich beschlossen. Jetzt stehen die Chancen tatsächlich gut für ein Comeback der Siligmüllerbrücke. Mit der Verbindung zwischen Innenstadt und Frauenland über den Bahngleisen beschäftigen sich an diesem Dienstag die Stadträte im Umwelt- und Planungsausschuss.

Dass der Wiederaufbau der Siligmüllerbrücke, der im Stadtrat immer wieder mal diskutiert, aber nie stärker forciert wurde, nun offenbar konkretere Formen annimmt, ist einer anderen Brückenbaustelle zu verdanken. Die Brücke Rottendorfer Straße, südliche Nachbarverbindung über die Bahn, muss wegen zahlreicher Mängel und Schäden erneuert werden. Das ist allein wegen der darunterliegenden Bahnstrecke und der beengten Platzverhältnisse eine „extrem aufwändige Baudurchführung“, wie die Fachabteilung Tiefbau im städtischen Baureferat feststellt.

Drei Varianten hat man für die Bauzeit in der Rottendorfer Straße schon durchgespielt: unter anderem die Vollsperrung für die Autos, die Beibehaltung eines oder zweier Fahrstreifen. Und am Ende der Untersuchung kam man zu dem Ergebnis, dass der Neubau der Siligmüllerbrücke als „Ersatzbauwerk“ vor der Erneuerung der Brücke Rottendorfer Straße die beste Alternative sei: Während deren Abriss und Neubau kann der Umleitungsverkehr über die dann neue Siligmüllerbrücke fließen.

Diese Lösung hat – laut Sitzungsvorlage für die Stadträte – mehrere Vorteile: Es würden zahlreiche Behinderungen bei der Brücke Rottendorfer Straße vermieden, die ansonsten Zeit und Geld kosten. Hier könne man mit der Alternative Siligmüllerbrücke bis zu einer halben Million Euro einsparen. Zudem würden die Verkehrsverhältnisse in diesem Bereich verbessert, so dass auch mit Fördergeldern für die Wiederauferstehung der Siligmüllerbrücke zu rechnen sei. Und letztlich entstehe eine dauerhafte Anbindung des oberen Frauenlands zur Innenstadt.

Die Baukosten für die Siligmüllerbrücke schätzt das Baureferat auf etwa 2,3 Millionen Euro, die Gesamtkosten einschließlich Bodenentsorgung, Straßenbau, Bahn-Leistungen und Baunebenkosten auf rund 3,2 Millionen Euro. Entsprechende Zuschüsse vorausgesetzt, müsste die Stadt aus eigener Tasche voraussichtlich etwa 1,5 Millionen Euro beisteuern.

Einen Zeitplan gibt es in der Vorlage der Ausschusssitzung noch nicht. Doch Anfang des Jahres hat Tiefbauamtschef Jörg Roth gegenüber der Main-Post geäußert, dass die Brücke Rottendorfer Straße, noch bis 2018 halten müsse: Für den Verkehr zur Landesgartenschau am Hubland werde sie dringend gebraucht. Ein Abriss und Neubau der Brücke, der mit sechs Fahrspuren auch größer ausfallen soll, sei in dieser Zeit nicht mehr zu schaffen.

Und als „Zukunft für Würzburg“-Stadtrat Wolfgang Baumann bei den letztjährigen Haushaltsberatungen eine neue Siligmüllerbrücke als weitere Verbindung zur Landesgartenschau forderte, hieß es seitens der Verwaltung, dass dies auf keinen Fall mehr zu schaffen sei.

Total neu ist die Lösung eine Siligmüllerbrücke als Ersatz während der Bauzeit der Brücke Rottendorfer Straße indes nicht. Dieses Szenario wurde bei der Stadt schon vor fünf Jahren durchgespielt. Damals hieß es allerdings, der Neubau habe wenig Chancen auf eine staatliche Förderung.

Siligmüllerbrücke
So sah sie aus: die alte Siligmüllerbrücke. Vor sechs Jahren wurde sie wegen Baufälligkeit abgerissen. Foto: Norbert Schwarzott

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