Würzburg

Sinn & Religion: Alles könnte anders sein

„Alles könnte anders sein“-  in diesem Buch schildert der Soziologe Harald Welser Entwürfe für die Zukunft von Gesellschaft und Welt. Er will damit einerseits Resignation und andererseits einer „Weiter-so-Haltung“ entgegen wirken. Welser plädiert für die Kraft der Phantasie anstelle eines Sich-Ergeben in „Alternativlosigkeit“.

„Alles könnte anders sein“, da kenne ich einen, der das in seiner Zeit nicht nur gepredigt hat, sondern gelebt und so andere, bessere Zustände in seinem Wirken vorweggenommen hat: Jesus von Nazareth! Er hat das Evangelium Gottes verkündet: „… die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe!“  Und er forderte seine Umgebung auf: „Glaubt an das Evangelium!“

Rainer Zöller ist Pastoralreferent in der Pfarreiengemeinschaft Hl. Benedikt zwischen Tauber und Main, Helmstadt. Foto: Rainer Zöller

„Alles könnte anders sein“: Ich sehe in diesem Titel eine Kurzformel für die Rede Jesu vom Reich Gottes und die Art, wie er die umsetzte. In unserem Handeln können wir Mitwirkende an Gottes Reich sein, ein Reich, in dem Heilung geschieht; in dem Zuwendung statt Aus- und Abgrenzung zählt; in dem auch schwierige Personen, Außenseiter einen Platz haben; in dem Armut und nicht die Armen bekämpft werden; in dem Gerechtigkeit einen Spitzenplatz auf der Werteskala hat; in dem Besitzgier als Götzendienst entlarvt wird; in dem die Kleinen, die Einfachen und die Kinder wahre Größe genießen; in dem Herrschen als Dienst am anderen und an allen definiert wird; in dem es Konflikte gewaltfrei zu lösen gilt; in dem wir Menschen uns von Gott angenommen wissen dürfen; in dem Gott mit seiner Menschenliebe gleichsam in „Vorleistung“ geht; in dem Gott uns gewinnen will, sein Werk der Liebe weiter zu verwirklichen …

Es war zur Zeit Jesu wie heute eine Entscheidung, sich dieser Hoffnung, dieser Wirklichkeit, dieser „konkreten Utopie“ anzuschließen oder sich für andere Heilversprechungen zu entscheiden. In jedem Fall geht es um Entscheidungen, letztlich um die Entscheidung „alles so weiter laufen zu lassen wie bisher“ oder für ein „Alles könnte anders sein“ im Sinne des Heilswillen Gottes. Wer sich nicht entscheidet, hat sich für das Erstere bereits entschieden. Darin besteht der Ruf Jesu in seine Nachfolge, die uns immer neu vor diese Entscheidung stellt. Und er verspricht auch den Geist, die Kraft dazu. An Pfingsten hat Gott dieses Versprechen eingelöst. Seither heißt Christsein auch, diesem schöpferischen Geist zu vertrauen!

Autor: Rainer Zöller, Pastoralreferent in der Pfarreiengemeinschaft Hl. Benedikt zwischen Tauber und Main, Helmstadt.

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