Würzburg

Sinn und Religion: Für ein friedliches Miteinander

Diakon Andreas Fritze Foto: Andreas Fritze

In dieser Zeitung und weiteren Nachrichten erfahren wir immer wieder, wie schwierig ein friedliches Zusammenleben ist. Hasskommentare in Internetforen nehmen zu. Mitbürger/innen, die sich fürs Gemeinwohl einsetzen und aus ihrem Verständnis als Christen Nächstenliebe praktizieren, werden von manchen angefeindet.

Wie kann ein friedliches Zusammenleben gelingen?

Auf diese Frage gehen die Gottesdiensttexte des Sonntags ein. In den Briefen der Bibel werden Ratschläge gegeben, die auch heute aktuell sind. So schrieb der Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom: „Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (12. Kapitel)

Viele meinen zu wissen, was gut und was böse ist, und äußern lautstark oder subtil ihre Meinung. Es gibt wohl niemanden, der ohne Fehler ist. Kritik ist erlaubt, sie sollte aber niemand persönlich verletzen.

Ein weiterer Tipp steht im Psalm 34: „Wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.“

Ich denke da nicht nur an die Äußerungen mancher Politiker und an falsche Nachrichten. Es braucht Wissen und Geduld, etwas dagegen zu tun – das Böse mit Gutem zu überwinden. Dazu kann aber jeder von uns beitragen.

"Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." (Galaterbrief 6)

Das ist der dritte Rat, auf den ich hinweisen möchte. Diese Ratschläge richten sich an Christen. Ich meine aber, dass sie von der Auswirkung hilfreich für alle Menschen sind, um ein besseres Zusammenleben zu erreichen. Für Junge und Alte, für Männer und Frauen.

Lasten teilen, das erleichtert und hilft sehr beim Zusammenleben. Ich denke da auch an die Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen. Sie haben verantwortungsvolle Aufgaben und entlasten Familien. Das erlebe ich seit vielen Jahren als Seelsorger in verschiedenen Einrichtungen und jetzt auch als Angehöriger. Bewohner, Ehepartner oder Kinder erleben hier Entlastung in der Sorge um die richtige Pflege. Hier wird fachkundig gearbeitet und Gutes getan - oft unter schwierigen Bedingungen. Ich bin den Menschen sehr dankbar, die sich hier einsetzen.

Und wenn Sie Entlastung erfahren oder Versöhnung und Gutes erleben – dann sagen Sie es auch einmal. Dank erfreut Menschen und trägt auch zu einem guten Umgang miteinander bei.

Diakon Andreas Fritze ist Gemeindediakon in der Kirchengemeinde St. Stephan und für die Altenheimseelsorge zuständig. Außerdem ist er evangelischer Seelsorger im Wohnstift St. Paul und leite die Seniorenbegegnungsstätte des Evangelischen Bildungszentrums.

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