Sitzungspräsident Wagenthaler hört bei "Fastnacht in Franken" auf

Veitshöchheim (dpa/lby) - Schluss mit lustig: Der umstrittene Moderator und Sitzungspräsident der Kultsendung "Fastnacht in Franken", Detlef Wagenthaler, hört auf. Der Druck sei zu groß geworden, sagte er am Montag. "Es war psychisch alles zu viel." Wagenthaler war nach deftigen "gnadenlosen Witzen" im vergangenen Jahr in die Kritik geraten.

Detlef Wagenthaler, Sitzungspräsident von "Fastnacht
Detlef Wagenthaler, Sitzungspräsident von "Fastnacht in Franken", will sich seine Frechheiten nicht verbieten lassen. Foto: FOTO SILKE RUMMEL
Am Freitagabend hatte der von Beginn an schwunglos wirkende 56- Jährige die Moderation der Live-Sendung des Bayerischen Fernsehens aus Veitshöchheim mittendrin abbrechen müssen. Den Part übernahm der Präsident des Fastnachtsverbandes Franken, Bernhard Schlereth. Hinter der Bühne wurde Wagenthaler vom Notarzt wegen starken Bluthochdrucks behandelt.

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Fasching in VHH 28.01.2005

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Der Bayerische Rundfunk (BR) bedauerte den Rücktritt Wagenthalers. "Er hat 14 exzellente Sendungen gemacht", sagte Redaktionsleiter Thomas Rex. Für Spekulationen um einen Nachfolger sei es zu früh. An Bewerbern für die Moderation der quotenstärksten Produktion des BR werde es aber nicht mangeln, meinte Rex. Rund 3,48 Millionen Zuschauer bundesweit hatten das närrische Treiben mit Gardetänzen und Kabarett vor dem Bildschirm verfolgt.

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"Es ist in den letzten Tagen so viel auf mich eingebrochen", sagte Wagenthaler der dpa. Nachdem er im vergangenen Jahr Bayerns Landtagsvizepräsidentin Barbara Stamm (CSU) als "Fass" bezeichnet und auch für den gastgebenden Bürgermeister Rainer Kinzkofer einen derben Vergleich parat hatte, geriet er in die Schusslinie und erntete Buh- Rufe.

Auch zahlreiche "unfreundliche" anonyme Briefe habe er bekommen, sagte Wagenthaler, der als Kulturreferent in Karlstadt am Main arbeitet. "Dazu kam der Druck, den man sich selber macht, die Aufregung und der Stress bei den Proben und die Belastung durch Auftritte für andere Sendungen wie die Närrische Weinprobe." Eine Grippe mit Erkältung habe ihn zusätzlich geschwächt. Er habe nach dieser Ausgabe des Veitshöchheimer Faschings ohnehin aufhören wollen, erklärte Wagenthaler. "Ich werde nicht jünger, und zuletzt war es mehr eine Verpflichtung als eine Freude", sagte er.

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