WÜRZBURG

Skandal-Turm soll nun doch ein Hotel als Gast kriegen

Die Geschichte vom ewig unfertigen Rohbau des Hotelturms, der fast fünf Jahre leer stand, könnte ein Happy-End bekommen. Eine deutsche Kette ist bereit, in der Schweinfurter Straße ein Vier-Sterne-Hotel zu betreiben.
 
Skandal-Turm soll nun doch ein Hotel als Gast kriegen

Neun Monate lang hatte man das Baby zusammen gehätschelt – nur bei der Geburt gab es eine kleine Panne: Statt den Erfolg mit einer gemeinsamen Pressekonferenz zu feiern, preschte am Donnerstagabend die Ghotel-Gruppe per Presseerklärung vor: Sie wolle ab 2011 in den Turm einziehen dort ein Tagungshotel mit 200 Zimmern betreiben.

Am Freitag bestätigte Oberbürgermeister Georg Rosenthal, was bisher per Gerücht durch die Stadt geschwebt war: Seit einem dreiviertel Jahr hatte es Gespräche mit dem indischen Besitzer des Rohbaus gegeben. Den Pächter habe dieser selbst besorgt, „die Stadt kann da nur Türen öffnen“, beschrieb Rosenthal seinen Part bei den Verhandlungen.

Über die Bausubstanz habe man gesprochen, den Zustand des Gebäudes geprüft und sich von der Zuverlässigkeit des neuen Investors beeindrucken lassen. Die Gespräche seien „von großem Vertrauen geprägt“ gewesen, sagt der OB. „Er hat alle Zusagen minutiös eingehalten“, betonte Stadtbaurat Christian Baumgart, der zur geplanten Eröffnung im Frühjahr 2011 sagt: „Der Zeitplan lässt sich aus meiner Sicht realisieren.“

Im Unterschied zu den ursprünglichen Plänen der ArabellaSheraton Gruppe soll das Hotel nun eine kleinere Konferenzfläche und Gastronomie, aber mehr Zimmer erhalten – und einen Sonderbereich für Langzeitgäste, die während der Woche in Würzburg arbeiten und am Wochenende nach Hause fahren.

Seine Genugtuung darüber, gegen so manchen ungläubigen Thomas in den eigenen Reihen Recht behalten zu haben, konnte der OB nicht ganz verhehlen. Er bestätigte erstmals, bei einer Wette auf den Erfolg der Gespräche eine beträchtliche Menge Flüssiges gesetzt zu haben, das man nun gemeinsam genießen könne.

„Wir legen Wert drauf, dass unser Brandschutz-Konzept eingehalten wird, ebenso die Vorgaben zur Verkehrsführung und den Parkplätzen“, sagte Baumgart. Vielleicht müsse am Hotelturm hier und da eine Dichtung ausgewechselt werden, die unter der Witterung gelitten habe. Doch grundsätzliche Vorbehalte gebe es nicht: „Der Eigentümer kann morgen weiterbauen, wenn er das möchte.“

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