Würzburg

Smartphone-App weist sehbehinderten Kunden den Weg

Moderne Technologie sorgt jetzt für mehr Barrierefreiheit im neuen Kundencenter der Sparkasse Mainfranken in der Hofstraße. Was die App kann und wie sie funktioniert.
Mobilitätsberater Hellmuth Platz (links) erläutert Tilmann Rainer die Einsatzmöglichkeiten der Smartinfo-App im neuen Kundencenter der Sparkasse Mainfranken in der Hofstraße.
Mobilitätsberater Hellmuth Platz (links) erläutert Tilmann Rainer die Einsatzmöglichkeiten der Smartinfo-App im neuen Kundencenter der Sparkasse Mainfranken in der Hofstraße. Foto: Patrick Wötzel

Das neue Beratungscenter der Sparkasse Mainfranken in der Hofstraße ist nicht nur moderner, heller und freundlicher geworden. Auch in Sachen Barrierefreiheit geht die Sparkasse neue Wege, speziell für blinde und sehbehinderte Menschen: Die Smartphone-App "BFW Smartinfo" des Berufsförderungswerks Würzburg (BFW) weist ihnen den Weg.

"Hier beginnt ein heller Steinboden mit einem eingefrästen tastbaren Blindenleitsystem. Es leitet sie zu den Geldautomaten gegenüber in etwa 14 Metern Entfernung." Diese Informationen bekommen die Nutzer der App über die Sprachausgabe unter anderem zu hören, wenn sie den Eingangsbereich des Kundencenters an der Ecke Hofstraße / Domerpfarrgasse betreten.

Automatisch Informationen an alle Smartphones

Dort wurde einer von insgesamt fünf Info-Punkten installiert, die über Bluetooth mit so genannter Beacon-Technologie funktionieren. Die winzigen Funksender stecken in Steckdosen unter der Deckenverkleidung des Kundencenters und liefern automatisch Informationen an alle Smartphones mit der BFW-App in ihrem Bereich.

Die Smartinfo-App führt sehbehinderte Menschen als Erweiterung des taktilen Leitsystems im Boden zu den Geldautomaten, zu den Mitarbeitern im Beratungscenter, zum Empfangsschalter und zur Kasse. An jedem Infopunkt gibt es zusätzliche Informationen – zum Beispiel werden die Funktionen der einzelnen Tasten der Geldautomaten genau beschrieben. Die App kümmert sich aber nicht nur um die Belange von Blinden und Sehbehinderten. Rollstuhlfahrer erhalten beispielsweise eine genaue Wegbeschreibung zur Behinderten-Toilette.

"Es ist noch nicht alles perfekt, aber es ist ein sehr guter Ansatz, was hier gemacht wurde."
Mobilitätstrainer Hellmuth Platz

Entstanden ist die Smartinfo-App, die im vergangenen Jahr bereits bei der Landesgartenschau (LGS) und der Ausstellung "Shot in the Dark" im Kulturspeicher erfolgreich im Einsatz war, "aus unserer täglichen Arbeit in der beruflichen Rehabilitation für blinde und sehbehinderte Menschen. Gerade in diesem Bereich ist mit Smartphones und Apps sehr viel möglich", erläutert Irene Girschner, die beim BFW die Stabsstelle Marketing leitet.

App hat sich bewährt

Gestartet ist die App als ausgeklügeltes Leitsystem für das BFW-Gelände in Veitshöchheim: "Im BFW sind sehr viele Beacons angebracht. Man weiß in den Häusern immer ganz genau, wo man sich gerade befindet", berichtet Tilmann Sailer, der die Informationen der App für das BFW schon bei der LGS getestet hat.

Und auch für Menschen ohne Handicap "ist das ein guter Audio-Guide", betont Tilmann Sailer. Die App nutzt außerhalb von Gebäuden die GPS-Technologie. Zu den aktuellen Info-Punkten in der Stadt gehören die einzelnen Bahnsteige am Hauptbahnhof, die historischen LGS-Stelen am Hubland und die Info-Stele auf der Alten Mainbrücke. "Es ist eine richtig inklusive App für alle Menschen", betont Irene Girschner. Zusammen mit den Nutzern soll die Datenbank kontinuierlich ausgebaut und durch immer neue Infopunkte im Stadtgebiet ergänzt werden.

Digitales Beratungszimmer

Maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war BFW-Mobilitätstrainer Hellmuth Platz, der auch die Sparkasse in Sachen Barrierefreiheit beraten hat. "Es ist noch nicht alles perfekt, aber es ist ein sehr guter Ansatz, was hier gemacht wurde", sagt Platz über das neue Kundencenter.

Das Sparkassen-Kundencenter ist übrigens nicht nur in Sachen Barrierefreiheit auf dem neuesten Stand: In einem digitalen Beratungszimmer können die Berater ihre Kunden mit einem großen Touchscreen-Monitor, iPads und sogar Virtual-Reality-Brillen über ihre Angebote informieren und komplexe Sachverhalte anschaulich darstellen.

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