Würzburg

So fasten Mönche und Nonnen heute

Fastenzeit in Würzburgs Klöstern: Brüder und Schwestern erzählen, wie sie bis Ostern fasten. Zurückhaltung beim Essen ist dabei nicht das wichtigste.
Bruder Konrad aus dem Franziskanerkloster in der Innenstadt verzichtet in der Fastenzeit auf Süßigkeiten.  Foto: Thomas Obermeier

Wenn man ans Fasten denkt, denkt man oft an Verzicht. In Würzburgs Klöstern dagegen geht es mehr um die Besinnung auf das Wesentliche. Auf Wasser und Brot muss sich keiner mehr beschränken. Statt Vorschriften aufzustellen, lassen Klöster heute Mönche und Nonnen selbst entscheiden, wie sie fasten möchten.

"Zeit, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren", nennt Bruder Konrad vom Franziskaner-Minoriten-Orden die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. In seinem Fall bedeutet das, mehr zu beten, Almosen zu geben und bewusster zu leben. Der Verzicht steht hierbei für ihn nicht im Mittelpunkt. "Ich verzichte zwar auf Süßigkeiten, doch darauf kommt es nicht an." Besinnung, nicht Einschränkung, steht für den 33-Jährigen im Vordergrund.

Feste Regeln gibt es nicht

Deshalb betet er mit seinen Brüdern jeden Freitag um 18 Uhr den Kreuzweg Jesu Christi. Diese Reflexion des Leidenswegs bereitet die Glaubensgemeinschaft auf Ostern vor. Auch einige Gläubige aus der Gemeinde kommen hier dazu. Im Würzburger Franziskanerkloster, dass es seit 1221 gibt, leben aktuell 15 Brüder des Heiligen Franz. 

Es gibt keine festen Regeln fürs Fasten im Kloster. "Wie gefastet wird, ist frei. Wir verzichten zum Beispiel jeden Mittwoch und Freitag auf Fleisch, nicht nur während der Fastenzeit", erklärt Konrad Schlattmann - so heißt der Bruder mit bürgerlichem Namen.

"Wie gefastet wird, ist frei."
Franziskaner-Minoriten-Mönch Konrad Schlattmann

Die drei Schwestern im Kloster der Franziskanerinnen wollen vor allem zu sich kommen und Dinge, die sie nicht brauchen, loslassen. Schwester Maria aus dem Kloster in der Rüdigerstraße, versucht auf übermäßigen Konsum zu verzichten. "Es geht weniger ums Nein- und mehr ums Ja-Sagen", betont sie. Dadurch möchte sie zu sich selbst finden. 

Für Konrad Schlattmann sind die Besinnung auf das Wesentliche und das Gebet in der Fastenzeit das Wichtigste. Foto: Thomas Obermeier

Ganz ähnlich sehen das auch die Brüder aus dem Karmelitenkloster in der Sanderstraße. Pater Elias nennt die Zeit vor allem eine Bußzeit, die zum Einüben des österlichen Lebens genutzt wird. "Jeder muss selbst sehen, wo er sich unfrei fühlt", so der Geistliche. Die acht Mönche beginnen die Fastenzeit mit einem stillen Samstag, an dem nach dem morgendlichen Gottesdienst nicht mehr gesprochen wird. Verzichtet wird montags, mittwochs und freitags auf Fleisch. Statt Süßigkeiten, Nachtisch und Alkohol gibt es eine Spende an die Missionen. Für den Pater ist es außerdem sinnvoll zu verzichten, um zu verstehen, wo eine Abhängigkeit besteht. 

Augustiner veranstalten Fastenwoche

Das Augustinerkloster startete zur Fastenwoche eine Veranstaltungsreihe. Beginnend mit einem Bußgottesdienst am Aschermittwoch bis zum Schlussgottesdienst am darauffolgenden Sonntag, feierten die Augustiner den Start in die Fastenzeit mit verschiedensten Veranstaltungen. Unter dem Motto "Schöpferische Berührung" wollten sie alle Sinne ansprechen und schärfen. Für Pater Peter Reinl war die mittlerweile 18. Fastenwoche in der Augustinerkirche ein voller Erfolg: "Alle Veranstaltungen waren gut besucht. Außerdem haben wir sehr gute Rückmeldungen von den Besuchern bekommen."

Auch im Augustinerkloster geht es in der Fastenzeit nicht so sehr um den Verzicht. Stattdessen wollen die insgesamt 35 Mönche sich auf sich selbst besinnen und können dabei fasten wie es jeder für richtig hält. 

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