Würzburg/Schweinfurt

So reagieren die Betreiber der Cannabis-Läden auf die Razzia

Am Dienstag hat die Polizei drei sogenannte CBD-Shops in Würzburg und Schweinfurt durchsucht. Foto: Daniel Peter

Der Zettel an der Tür eines "Cannameleon"-Ladens in Würzburg ist eindeutig: "Wegen Repressalien vorübergehend geschlossen", steht darauf. Ansonsten weist am Mittwoch nichts auf die Polizeiaktion vom Vortag hin. Am Dienstag hatten Einsatzkräfte der Polizei drei sogenannte CBD-Shops in Würzburg und Schweinfurt durchsucht. Anlass waren "Ermittlungserkenntnisse, wonach den Ladenbetreibern strafbarer Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen wird", hieß es in einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Hauptsitz der Firma durchsucht

Auch die Schweinfurter Filiale bleibt am Mittwoch geschlossen. In der Nähe erzählt eine Frau, die den Einsatz am Dienstagmorgen mitbekam, zwischen acht und zehn Polizisten hätten die Räumlichkeiten des Cannabis-Shops durchsucht. Bei der rund zweistündigen Aktion hätten die Beamten "jede Menge Waren" aus dem Gebäude getragen. Wie die Polizei am Mittwoch gegenüber dieser Redaktion bestätigt, wurde neben den Läden und den Wohnungen der fünf Beschuldigten im Alter zwischen 23 und 35 Jahren auch der Hauptsitz der Firma im Landkreis Würzburg durchsucht.

Unterdessen kritisieren die Betreiber der Läden via Facebook und Instagram die Razzia. Man sei "erschüttert" über die "Vorkommnisse", lassen sie über die sozialen Netzwerke wissen. Bis zum Mittwochnachmittag waren sie für ein Statement gegenüber dieser Redaktion nicht zu erreichen. In einem Gespräch vor wenigen Wochen hatte Geschäftsführer Lukas Schwarz allerdings noch die Legalität seiner Geschäfte betont: "Die rechtliche Lage befindet sich keineswegs in einer Grauzone, sondern ist klar geregelt." Zudem halte man sich streng an gesetzliche Vorgaben. Deutschland hinke in Sachen Cannabis der internationalen Konkurrenz hinterher, so Schwarz damals weiter. Man laufe Gefahr, "Steuereinnahmen in Milliardenhöhe" zu verspielen.

Grüne Jugend solidarisiert sich mit Betreibern

Ähnlich sieht es die Grüne Jugend Würzburg, die sich noch am Dienstagabend in einer Pressemitteilung mit den Betreibern "solidarisch" erklärt hat. "Wenn man bedenkt, wie viel die Verfolgung der Delikte kostet und wie dadurch die ohnehin schon überlastete Justiz beschäftigt wird, ist es absurd, dass Cannabis nicht schon längst legalisiert ist", schreibt Vorstandsmitglied Samuel Kuhn. Ein kontrollierter Verkauf garantiere Jugendschutz und trockne den Schwarzmarkt aus.

Magdalena Laier, die für die Grünen für den Würzburger Stadtrat kandidiert, kritisiert in der Mitteilung die Polizei. Schon bei früheren Durchsuchungen in Bayern hätte sich herausgestellt, "dass die legalen Grenzen meist nicht überschritten wurden", schreibt sie.

Polizei: "Nicht schwerer bewaffnet als sonst"

Weiterhin bezeichnet die Grüne Jugend den Polizeieinsatz als "absolut unverhältnismäßig" und sprach von "schwer bewaffneten" Beamten. Dem widerspricht das Polizeipräsidium Unterfranken. "Da Unterstützungskräfte der Bereitschaftspolizei beteiligt gewesen waren", habe der Einsatz vielleicht "anders" als alltägliche Aktionen gewirkt, so ein Sprecher. Die Polizisten "waren aber nicht schwerer bewaffnet als sonst".

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