Würzburg

So stehen die Chancen für eine Dirk-Nowitzki-Straße in Würzburg

Ein Archivfoto des Würzburger Basketballstars Dirk Nowitzki. Ob eine Straße, ein Weg oder ein Platz in seiner Heimatstadt seinen Namen tragen soll, entscheiden nun die Stadträte. Foto: Fabian Frühwirth

Knapp einen Monat ist es nun her, dass Würzburgs - im wahrsten Sinne des Wortes - größter Star das Ende seiner Basketballkarriere verkündet hat. Und nun soll Dirk Nowitzki auch im Straßenbild der Stadt in ewiger Erinnerung bleiben - zumindest nach dem Willen der Stadtratsfraktion von FDP und Bürgerforum. Sie möchte, um den Basketballer zu würdigen, eine Straße nach ihm benennen. Ein entsprechender Antrag ist bereits auf den Weg gebracht worden. Doch wie sieht das Rathaus die Chancen? Schließlich werden sonst nur bereits verstorbene Persönlichkeiten auf diese Weise geehrt.

Dass eine Straße in Würzburg nach einer lebenden Person benannt wurde, gab es in Würzburg tatsächlich noch nie, wie Stadtsprecher Christian Weiß auf Anfrage berichtet. Es sei ein "Würzburger Grundsatz", Straßen erst "nach dem Ableben einer Person" nach dieser zu benennen. "Man kann jedoch vom Grundsatz abweichen", sagt er und möchte sich somit nicht festlegen.

In anderen Städten wurden bereits Straßen nach lebenden Legenden benannt

"Es ist in diesem Fall nicht angezeigt das Ableben der zu ehrenden Person abzuwarten, es gibt Beispiele in demokratischen Staaten wo diese Ehre lebenden Personen erwiesen wird“, schreibt FDP-Stadtrat Karl Graf unter anderem in seinem Antrag an Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Und tatsächlich ist es in anderen deutschen Städten nicht unüblich Straßen nach noch lebenden Persönlichkeiten zu benennen. So gibt es beispielsweise in Baden Baden einen Tony-Marshall-Weg, benannt nach dem berühmten Schlagersänger („Schöne Maid“) oder eine Dietmar-Hopp-Straße im Baden-Württembergischen St. Leon-Rot und Sinsheim - eine Hommage an Mitbegründer des Software-Entwicklers SAP und Mäzen des Profifußballvereins TSG 1899 Hoffenheim.

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Soll es in Würzburg eine Dirk-Nowitzki-Straße geben?

Doch welche Straße, welcher Weg, oder welcher Platz soll in Würzburg nach dem "German Wunderkind" benannt werden? Von einigen Würzburgern gibt es da bereits Vorschläge. So schlagen Kurt Brunner und Jutta Tague beispielsweise vor, den Platz mit dem großen QR-Code in der Innenstadt den Namen "Dirk-Nowitzki-Platz" zu geben. Der Platz gehört zur Eichhornstraße und hat somit (noch) keinen eigenen Namen. Als Argumente nennen sie, dass "keine Straße oder ein Platz umbenannt werden muss", dass es besser sei als "irgendein unbedeutender Weg, den keiner kennt", und dass sich der Sitz seiner Dirk-Nowitzki-Stiftung unweit des Platzes befindet. "Alle Würzburger würden in kürzester Zeit diesen Platz kennen", schreiben sie in einer E-Mail an diese Redaktion.

Wird der Platz mit dem QR-Code in der Eichhornstraße in Würzburg künftig "Dirk-Nowitzki-Platz" heißen? Foto: Daniel Peter

Dabei ist die Idee keine neue, wie Christian Weiß erzählt. Seines Wissens war eine Dirk-Nowitzki-Straße bereits 2011 im Gespräch. "Dass 'Dirkules' darüber hinaus das Ehrenbürgerrecht verliehen, dass eine Würzburger Straße nach ihm benannt oder ihm ein Denkmal gesetzt wird, ist aktuell hingegen eher noch Spinnerei", liest man jedoch in einem Main-Post-Artikel aus dem Jahr 2011. Einen Antrag dazu gab es wohl bislang nicht.

Auch viele Leser wünschen sich eine Dirk-Nowitzki-Straße

Als Spinnerei sieht das Stadtrat Graf nicht. "Die Stadt ist stolz auf ihn und sollte das nach außen dokumentieren", begründet er in seinem Antrag an den OB. Und: „Wir zeigen hiermit, dass wir eine junge und Basketball affine Stadt sind.“ 

Auch unsere Leser sind sich zum größten Teil einig: Bei einer Umfrage, ob in Würzburg eine Straße nach dem 2,13-Meter großen Basketballstar benannt werden soll, antworteten von insgesamt 436 Teilnehmern, 330, und somit knapp 76 Prozent, mit "Ja"; 57 Stimmen (13 Prozent) mit "Nein" und 49 Stimmen (11 Prozent) mit "Ja, aber nicht zu Lebzeiten".

Der Würzburger Stadtheimatpfleger Hans Steidle hingegen ist gegen eine Benennung nach noch lebenden Personen. "Wir haben seinerzeit auch weder Konrad Adenauer noch Theodor Heuss damit bedacht, dann sollte das auch bei Dirk Nowitzki so sein." Bei Straßenbenennungen sollte seiner Meinung nach immer die gesamte Lebensleistung berücksichtigt werden können. "Für mich gehört der Vorschlag in dieselbe Kategorie wie seinerzeit der Vorschlag, den Main auf einem Teilstück in Würz-Main umzubenennen." Damit meint er einen nicht ganz ernst gemeinten Antrag aus dem letzten Jahr, einem Teilstück des Mains temporär den zusätzlichen Beinamen "Würz-Main" zu geben.

Fotoserie

Dirk Nowitzki - 20 Jahre NBA

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Wird es wieder einen Empfang für Nowitzki geben?

Dass Würzburg "seinen" Basketballstar wertschätzt, das bewies die Stadt bereits 2011 mit einem großen Empfang auf dem Residenzplatz, als "Dirkules" den Meistertitel der nordamerikanischen Profiliga NBA gewann. Und auch für dieses Jahr haben sich viele Würzburger wieder einen solchen Empfang gewünscht. Über 6000 Fans haben sich in kurzer Zeit einer Veranstaltungsseite im Sozialen Netzwerk Facebook angeschlossen. "Da sind wir momentan noch offen", sagt Stadtsprecher Weiß dazu. Es werde zwar schwierig, ein Event in der Größe von 2011 zu organisieren, da damals einige Sponsoren involviert waren, aber das Rathaus schließe generell einen Empfang für Würzburgs "Großen" nicht aus.

Dirk Nowitzki 2011 auf einem Balkon der Residenz in Würzburg. Rund zwei Wochen nach dem Gewinn des Meister-Titels in der... Foto: Frank Rumpenhorst

Und auch was "Dirkules" überhaupt zu dem ganzen Rummel sagt, ist bislang noch unklar. Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnte diese Redaktion den ehemaligen Würzburger leider noch nicht erreichen.

Ob es tatsächlich eine Nowitzi-Straße, -Brücke oder einen Nowitzki-Platz in Würzburg geben wird, das entscheiden die Würzburger Stadträte am kommenden Donnerstag, wenn sie im Hauptausschuss über den Antrag beraten.

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