WÜRZBURG

Solistin macht sich ein Geschenk

Dass die Pianistin Samira Spiegel ausgerechnet am Tag ihres Auftritts als Solistin beim Konzert des Akademischen Orchesters der Universität ihren 20. Geburtstag hatte, war natürlich Zufall. Aber so konnte sie sich selbst und dem Publikum ein schönes Geschenk machen. Denn die aus Sulzthal (Lkr. Bad Kissingen) gebürtige Spiegel, die derzeit an der Musikhochschule im Doppelstudium Klavier und Geige studiert, überzeugte voll und ganz.

Die hochgewachsene, bis auf ein Paar recht kräftiger Arme zerbrechlich wirkende junge Frau spielte das zweite Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns. Technisch sicher, zeigte die Pianistin ein hohes Maß an musikalischem Einfühlungsvermögen. Die Läufe kamen elegant und unangestrengt. Den Sechsachteltakt des Mittelsatzes spielte sie federnd und mit einem guten Gespür für übergeordnete Spannungsbögen. Als Zugabe gab sie duftig und plastisch Général Lavine aus dem zweiten Band der Préludes von Claude Debussy.

Stimmiges Zusammenspiel

Erfreulich stimmig war im übrigen Samira Spiegels Zusammenspiel mit dem Akademischen Orchester. Das 1978 von Rudolf Dangel gegründete Laien-Orchester, in dem Studenten aus allen Fakultäten mitspielen und das derzeit von Markus Popp geleitet wird, ist gleichsam das schwungvolle sinfonische Aushängeschild der Universität. Das Orchester erfreut sich seit Jahrzehnten bei Studenten und Professoren großer Beliebtheit. Kein Wunder, dass der Große Saal der Musikhochschule beim traditionellen Konzert zum Semesterabschluss proppenvoll war. Unter der Leitung von Markus Popp gab’s neben dem Klavierkonzert mit Samira Spiegel ein paar rein sinfonische Stücke.

Highlight war hier Tschaikowskys fünfte Sinfonie. Die jungen Leute spielten den musikalischen Schmachtfetzen mit Hingabe. Energisch und präzise führte Popp das Orchester durch diese romantischen Klänge. Außerdem interpretierte das Orchester Bachs packende c-Moll-Passacaglia in einer recht interessanten Orchesterbearbeitung des Nachimpressionisten Ottorino Respighi und die Samori-Ouvertüre aus der Feder des in Würzburg geborenen kompositorischen Kleinmeisters Georg Joseph Vogler, dessen Todestag sich heuer zum 200. Mal jährt.

Dass es im Orchester mal einen kleinen Kiekser im Horn oder mal ein paar Intonationsprobleme in den Flöten gab, war nicht so schlimm. Viel wichtiger war die Begeisterung fürs niveauvolle gemeinsame Musikmachen. Und natürlich sprang der Funke zum Publikum über.

Als knackige Zugabe spielte das Orchester die Polonaise aus Eugen Onegin von Tschaikowsky.

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