Sommerhausen

Sommerhausen: Volksfeststimmung am neuen Kreisverkehr

Viele wollten dabei sein, als nach sieben Monaten Bauzeit der neue Kreisverkehr in Sommerhausen feierlich eingeweiht wurde. Foto: Catharina Hettiger

Am Wochenende hatte Sommerhausens Bürgermeister Fritz Steinmann seinen 70. Geburtstag gefeiert, am Montag ging es mit den Feierlichkeiten direkt weiter: Zusammen mit mehreren hundert Bürgern und zahlreichen Ehrengästen eröffnete er vor den Toren Sommerhausens den neuen Kreisverkehr am Ortseingang Richtung Würzburg. Nach sieben Monaten Bauzeit wurde der Kreisel, der die Kreisstraße WÜ 16 mit der Jahnstraße in der Nähe der B 13 verbindet, am Montag symbolisch, am Dienstag offiziell für den Verkehr freigegeben.

Bei blauem Himmel und Sonnenschein strömten am frühen Nachmittag Menschenmengen Richtung Kreisel, um die neue Verkehrssituation zu begutachten – und um sich vor Ort eins der 300 Gratis-Würstchen zu sichern, wie einige der Anwesenden lachend zugaben.

Bürgermeister Steinmann freute sich sichtlich über die unerwartet vielen Gäste – und darüber, das Kapitel Kreisel sowie die damit verbundenen Umleitungen schließen zu können. Dementsprechend launig fiel seine Begrüßung aus. Bei der Aufzählung der Ehrengäste nannte Steinmann auch die Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Würzburg: „Ich weiß nicht, ob sie schon angekommen sind, oder ob sie noch die Umleitung fahren“, scherzte der Bürgermeister gut gelaunt.

Von den Bewohnern der umliegenden Ortschaften eingiebig begutachtet: der neue Kreisverkehr am Ortseingang von Sommerhausen. Foto: Catharina Hettiger

Er freue sich, dass der Zeitplan eingehalten wurde, so Steinmann, der die gute Zusammenarbeit mit dem Haßfurter Planungsbüro BaurConsult und dem Straßenbauunternehmen Konrad Bau aus Lauda lobte. Schließlich gehe es beim neuen Kreisel um Verkehrssicherheit. Die Kreuzung zwischen Erlacher Steige, Mainbrücke und Sommerhäuser Ortszufahrt galt als Unfallschwerpunkt, da sie so großzügig und übersichtlich ausgebaut war, dass sie gerade ortsfremde Fahrer zur Verletzung der Vorfahrt verleitete.

Als Gesamtkosten für den neuen Kreisverkehr nannte Steinmann 1,1 Millionen Euro – wovon 18 Prozent auf den Bund entfallen, 51 Prozent auf den Landkreis und 31 Prozent auf die Gemeinde Sommerhausen. Ursprünglich war mit lediglich 770 000 Euro Gesamtkosten geplant worden; da die Maßnahme aber als unaufschiebbar galt, und die gestiegenen Preise auf die hohe Auslastung in der Baubranche zurückzuführen waren, hatte der Kreisausschuss im vergangenen Herbst die überplanmäßigen Ausgaben gebilligt. Nebeneffekt: Mit dem Preis sind auch die Zuschüsse für das Projekt gestiegen.

„Nehmt Rücksicht aufeinander und denkt daran, wie kostbar und verletzlich ein Menschenleben ist."
Jochen Maier, evangelischer Pfarrer, Sommerhausen

Steinmann dankte den Anliegern und den Menschen aus den von den Umleitungen betroffenen Ortschaften für ihre Geduld. Diesen Punkt griff auch Jochen Maier, evangelischer Pfarrer in Sommerhausen,  auf, der zusammen mit seinem katholischen Kollegen Tobias Fuchs, Leiter der Pfarreigemeinschaft Randersacker-Theilheim-Eibelstadt, den Kreisel einweihte. „Für viele ist durch die Umleitungen ganz schön was an Mehrkilometern zusammengekommen“, sagte Maier, was von vielen der Festgäste mit heftigem Kopfnicken bestätigt wurde. „Unsere Gesellschaft wird immer mobiler – doch das Wichtigste ist die Sicherheit“, so Maier. Gleichzeitig mahnte er, dass der neue Kreisverkehr nicht die Verantwortung des Einzelnen ersetzen könne. „Nehmt Rücksicht aufeinander und denkt daran, wie kostbar und verletzlich ein Menschenleben ist“, so sein Appell.

Weihwasser und Kinderlieder

Pfarrer Tobias Fuchs betonte, dass der Kreisel „in ökumenischer Verbundenheit“ eingeweiht würde. Nachdem er den Kreisel mit Weihwasser besprengt und für die Opfer des Straßenverkehrs und ihre Familien gebetet hatte, sprach er zusammen mit den Festgästen das Vaterunser.

Auf Nachdenkliches folgte Unterhaltung: Die Kinder des Sommerhäuser Kindergartens „Sonnenschein“ gaben, von Bürgermeister Steinmann mit dem Mikrofon unterstützt, textsicher die Lieder „Wir feiern heut‘ ein Fest“ und „Mein Platz im Auto ist hinten“ zum Besten.

Lockerten mit Liedern die Reden auf: die Kinder des Sommerhäuser Kindergartens "Sonnenschein". Bürgermeister Steinmann unterstützt den Gesang mit dem Mikrofon.  Foto: Catharina Hettiger

Anschließend übernahm die stellvertretende Landrätin Christine Haupt-Kreutzer das Mikrofon. Auch sie betonte den Sicherheitsaspekt des Kreisverkehrs und freute sich, dass durch den befestigten Wirtschaftsweg zwischen Sommerhausen und Eibelstadt auch die letzte Lücke in der Radverbindung zwischen den beiden Ortschaften geschlossen worden sei. Haupt-Kreutzer betonte, dass sich Sommerhausen zu einer modernen und attraktiven Wohnortgemeinde entwickelt habe. „Entgegen dem demografischen Wandel haben im Landkreis Würzburg stadtnahe Gemeinden stabile Bevölkerungszahlen aufzuweisen“, so Haupt-Kreutzer.

Ihr abschließender Dank galt der Polizei, die durch den Einsatz von Leitschwellen im Umleitungsbereich dazu beigetragen habe, dass es zu keinen größeren Unfällen gekommen sei. Zuvor war es dort immer wieder zum verbotswidrigen Queren und Linksabbiegen an der B13 gekommen – selbst zu Hauptverkehrszeiten. „Man gefährdet durch solch ein Verhalten nicht nur sich, sondern immer auch andere“, erinnerte die stellvertretende Landrätin.

„Bei jeder Vollsperrung gibt es Probleme, weil viele Leute aus Gewohnheit so weiterfahren wie bisher.“
Polizeihauptkommissar Norbert Meyer, Polizeiinspektion Ochsenfurt

„Wahnsinnig viel Verkehr“ sei, von Winterhausen kommend, widerrechtlich links Richtung Würzburg abgebogen, bestätigte Polizeihauptkommissar Norbert Meyer von der Polizeiinspektion Ochsenfurt im Gespräch nach dem Festakt. Zahlreiche „Beinahe-Unfälle“ seien gemeldet worden, weshalb man sich zum Einsatz der Leitschwellen, samt nachträglicher Verlängerung nach beiden Seiten, entschieden habe. Denn: „Bei jeder Vollsperrung gibt es Probleme, weil viele Leute aus Gewohnheit so weiterfahren wie bisher.“

Das Interesse der Bevölkerung am neuen Kreisverkehr in Sommerhausen war groß. Foto: Catharina Hettiger

Das letzte Wort in der Reihe der Festredner hatte Eibelstadts Bürgermeister Markus Schenk, der sich wie seine Vorrednerin über den „schönen Verbindungsweg“ für Fußgänger und Radfahrer zwischen Sommerhausen und seiner Gemeinde freute. „So muss man sich nach dem Besuch des Sommerhäuser Weihnachtsmarkts nicht an der Leitplanke nach Hause hangeln.“

Positives Fazit mit Gratis-Würstchen

Stehend oder mit Weingläsern an Bänken am neuen Kreisverkehr sitzend, hatten die Anwesenden den Reden gelauscht – jetzt ging es darum, sich eines der Gratis-Würstchen zu sichern. „Ich bin froh, dass der Kreisel endlich fertig ist“, so eine Sommerhäuserin mit Wurstsemmel in der Hand. Anfangs sei die neue Verkehrsführung eine Umstellung gewesen, „ich bin ein paar Mal falsch abgebogen.“ Eine Winterhäuserin zeigte sich glücklich darüber, dass die Brücke in den Nachbarort wieder frei ist. „Ich muss meinen Enkel jeden Tag nach Eibelstadt fahren“ – dies kann sie nun wieder auf direktem Weg tun.

Der Kreisverkehr Sommerhausen an der Kreuzung Wü 16 mit der B13 und der Jahnstraße ist seit Dienstag, 29. Oktober, für den Verkehr geöffnet. Die Zufahrt zur Jahnstraße bleibt wegen Erneuerungsarbeiten an den Wasserleitungen noch bis Ende November gesperrt. Bis zu diesem Zeitpunkt folgen auch die Busse in diesem Bereich noch der bisherigen Umleitung.

Ehrengäste bei der Einweihung des Kreisverkehrs (v.l.): Winterhausens Bürgermeister Christian Luksch, Pfarrer Tobias Fuchs, Pfarrer Jochen Maier, Sommerhausens Bürgermeister Fritz Steinmann, Eibelstadts Bürgermeister Markus Schenk, stellvertretende Landrätin Christine Haupt-Kreutzer, Andreas Baur (Planungsbüro Baurconsult), Ochsenfurts stellvertretende Bürgermeisterin Rosa Behon, Walter Hauner (Baurconsult), Markus Henneberger (Baurconsult), Matthias Kummer (Konrad Bau), Anke Reiner und Norbert Meyer (Polizeiinspektion Ochsenfurt). Nicht im Bild: Polier Ralph Schenk. Foto: Catharina Hettiger

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