Speer und mehr: Jury bestimmt

Würzburg - Heute wird es spannend: Hinter verschlossenen Türen tagt im Kulturspeicher das Preisgericht und entscheidet, nach welchen Plänen Arcaden, Bahnhof und neuer Busbahnhof gebaut werden sollen.

Ungeachtet des anstehenden Bürgerentscheids schreitet die Verwirklichung von Arcaden und Bahnhofssanierung voran _ am heutigen Mittwoch einen entscheidenden Schritt: Der Architektenwettbewerb wird abgeschlossen. Ab 9 Uhr versammelt sich die rund 30-köpfige Jury aus Architekten, Politikern und Managern im Kulturspeicher um die ausgestellten Modelle und Pläne. Nach ausführlicher Diskussion wird vermutlich im Laufe des Nachmittags abgestimmt, vielleicht aber auch erst am Abend: Welches der sieben Teams (Architekt und Landschaftsplaner) hat die zehn Hektar große Fläche zwischen Bismarkstraße und Hauger Ring am besten beplant und Arcaden und Bahnhof am interessantesten gestaltet? Die Kriterien für die Entscheidung sind verschieden. Für die mfi-Managern Roger Weis und Dr. Herbert Appelt ist es wichtig, dass die Arcaden funktionieren.

Sind die Rolltreppen breit genug? Der Eingang? Sind diese gut erreichbar? Außerdem wird mfi, wie jeder Bauherr, ein Auge auf die Baukosten haben. Die Bahn-Manager Wolf-Dieter Siebert und Günther Pichler richten ihr Augenmerk auf den Bahnhof und die Gleise. Und die Stadt? "Wir müssen auf alles achten", sagt Projektleiter Peter Wiegand. Sowohl auf die Gestaltung _ unter anderem auch von Ringpark und Bahnhofsvorplatz _ als auch auf die großen und kleinen Details: Kurzpark-, Taxi- und Fahrradstellplätze müssen stimmen, die Bahnhofsquellen geschützt werden und der Verkehr auf dem Berliner Ring fließen. Als städtische Vertreter im Preisgericht werden neben Oberbürgermeisterin Dr. Pia Beckmann und Stadtbaurat Christian Baumgart die Stadträte Thomas Schmitt (CSU), Hans-Werner Loew (SPD), Jürgen Weber (WL) und Karin Miethaner-Vent (Grüne) für die Vorteile der Stadt kämpfen. Weil das Ringen um die jeweiligen Interessen manchmal recht hitzig wird, muss der Vorsitzende der Jury mit seiner Autorität die Emotionen bremsen. Im Würzburger Wettbewerb steckt besonderes viel Zündstoff, da mit den Stadträten Weber und Miethaner-Vent ausgesprochene Arcaden-Gegner mit vielen kritischen Nachfragen im Preisgericht sitzen.

Diese Moderatoren-Aufgabe übernimmt vermutlich Professor Albert Speer. "Wir haben ihn als sehr beeindruckenden Redner kennengelernt und schätzen seine moderativen Eigenschaften", begründet Wiegand, warum die Stadt den renommierten Städteplaner und Architekten in die Jury geholt hat. Speer sei eine weltweit sowohl in seinem Fach als auch im Bereich Wettbewerb anerkannt. In der vergangenen Woche wurden die Entwürfe darauf hin abgeklopft, inwieweit die im Stadtrat beschlossenen Planungsvorgaben erfüllt sind. Ob dabei Probleme aufgetreten sind, darf die Öffentlichkeit nicht wissen. Wiegand spricht dennoch von einer "transparenten Planung". Schließlich habe sich jeder über die Vorgaben des Wettbewerbs informieren können _ was durchaus nicht üblich sei. Nach der Entscheidung des Preisgerichts werde die Öffentlichkeit sofort informiert und sämtliche Modelle im Rathaus präsentiert werden. Also: Es wird spannend.

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