WÜRZBURG

St. Adalbero feiert Grundsteinlegung

Baustellentermin am Haus der Kirche: Hinter der Adalberokirche haben sich Pfarrer Gerhard Reitz, Kirchenpflegerin Britta Pracher und Architekt Matthias Schulz eingefunden. FOTO Th. Müller

Es gibt nicht viele Gebäude in  Würzburg, die die  Adalberokirche überragen – und es dürfte innerhalb des Stadtgebietes kaum Untergründe geben, die so sandig wie die Böden in der Sanderau sind. Während des bisherigen Baus des neuen Pfarrzentrums St. Adalbero war beides ein Thema – mit jeweils erfreulichem Ausgang. Die Höhe der Adalberokirche bleibt weiter unangetastet, auch wenn der Baukran nach wie vor hoch hinausragt. Und auch das Fundament, auf dem das Haus der Kirche steht, ist ein stabiles. Mit einem Rüttelstoffverfahren ist der Boden im Frühjahr standfest gemacht worden. Dabei hat eine Spezialfirma ein über sieben Meter tiefes Loch gebohrt und den Hohlraum mit Steinschotter verfüllt. „Das war zum Leidwesen der Nachbarn ganz schön laut“, erinnert sich Pfarrer Gerhard Reitz. An diesem Sonntag feiert die Pfarrei Grundsteinlegung und Pfarrfest.



Diözese übernimmt ein Drittel der Baukosten

Während der Baulärm vorübergeht, bleiben der Pfarrei die zusätzlichen Kosten erhalten. Auch die Überprüfung auf Sprengsätze aus dem Zweiten Weltkrieg und spezielle Schweißnähte für die Fernwärmeleitung haben zu Buche geschlagen. Alles in allem wird der Bau an die 3,5 Millionen Euro kosten. Die bischöfliche Finanzkammer steuert ein Drittel bei, der große Rest der Summe muss über viele Jahre abgetragen werden.

„Eine große Herausforderung ist die Finanzierung während der Bauphase. Die ersten hohen Rechnungen werden bereits fällig“, erklärt Katharina Löwenberg, Mitglied im Bauausschuss. Die Kirchenverwaltung hat zum Glück einen finanziellen Spielraum eingeplant; darüber hinaus hofft man auf Spenden, die vor allem für die Inneneinrichtung verwendet werden sollen.

Neubau geht zügig voran

Bislang geht der Bau zügig voran. Der Abriss des fast 45 Jahre alten Pfarrhauses begann erst nach dem Dreikönigstag 2015, mittlerweile ragen Mauern und Säulen des Rohbaus schon viele Meter empor. „Wenn es weiter so gut läuft, dann können wir das Haus der Kirche schon im Sommer 2016 einweihen“, hofft Pfarrer Reitz. Gemeinsam mit Kirchenpflegerin Britta Pracher und dem Architekten Matthias Schulz vom Architekturbüro Hentzschel begleitet der Geistliche die Entstehung des Hauses der Kirche akribisch.

In den Pfarrbüros von St. Adalbero in der Traubengasse 27 hat man eigens ein kleines Baubüro eingerichtet; die Pläne an den Wänden lassen die Vorfreude bei allen Beteiligten steigen. „Wir hatten die Vision eines neuen Pfarrzentrums, das für alle Gruppierungen der Gemeinde offen ist und ein Zuhause für heutige wie künftige Generationen wird“, sagt Pracher.

Das war vor einigen Jahren, als sich die Pfarrei zwischen Renovierung und Neubau entscheiden musste. Der Entschluss für letzteres war schnell gefallen, die Pläne sind jedoch im ersten Anlauf von der Stadtbildkommission abgelehnt worden.

Endlich wieder alle Pfarreigruppen unter einem Dach

Das Haus der Kirche wird zehn Mietwohnungen beinhalten, vom Ein-Zimmer-Apartment bis hin zu geräumigen Wohnungen, die für Familien geeignet sind. Daneben sollen die Pfarrbüros darin Platz finden – und viele Angebote der Pfarreiengemeinschaft Sanderau: Angefangen bei der Bläsergruppe, über die Bücherei und dem Frauenkreis bis hin zum Kirchenchor. „Auch für unsere Familienarbeit eröffnen sich neue Möglichkeiten“, sagt Nathalie Bauer, die die Adalbero-Bläsergruppe leitet und schon viele Jahre Mitglied des Pfarrgemeinderates ist. „Im Haus der Kirche werden nach Jahren des Improvisierens ohne richtiges Pfarrzentrum wieder alle Gruppen unter einem Dach zusammen kommen“, erklärt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Simon Klingenmaier.

Die Pfarreiengemeinschaft Sanderau besteht seit Ende 2009 und umfasst rund 6600 Gläubige. Das sind etwa zehn Prozent der Katholiken in Würzburg. Neben den Pfarreien St. Adalbero (4100) und St. Andreas (2500) gehören auch die Ordensgemeinschaften der Clarentiner und Ritaschwestern dazu.

Und so dürfte an diesem Sonntag die Adalberokirche wohl bis auf den letzten Platz gefüllt sein, wenn Pfarrer Reitz um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst den Tag der Grundsteinlegung des Hauses der Kirche einläutet.

Am Sonntag Grundsteinlegung und Pfarrfest

Das St. Adalbero-Pfarrfest im Stadtteil Sanderau hat sich nicht zuletzt dank namhafter Musikgruppen im Schatten der schönen Kirche über die Stadtteil-Grenzen hinaus einen Namen gemacht. In diesem Jahr kann es am Sonntag, 5. Juli, aufgrund des Baus nur in abgespeckter Variante auf dem Grundstück des wenige hundert Meter entfernten Marienheims stattfinden.

Nach dem Festgottesdienst findet zunächst gegen 11.30 Uhr die offizielle Grundsteinlegung statt, zu der sich auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt angekündigt hat. Dabei wird im späteren Eingangsbereich des neuen Pfarrzentrums eine Sandsteintafel eingelassen. Die Urkunde mit dem Segensspruch hat der Sanderauer Schriftenkünstler Erich Ritzel angefertigt.

Nach der Grundsteinlegung startet das Pfarrfest mit einem Sektempfang im Garten des Marienheims in der Franz-Ludwig-Straße. Neben Führungen durch die diversen Einrichtungen wird es auch ein kurzweiliges Kinderprogramm geben.

Die Pfarreiengemeinschaft hat unter www.pg-sanderau.de/haus-der-kirche/ ein Bautagebuch eingerichtet, wo man sich über das entstehende Haus der Kirche umfassend informieren kann.

So soll das neue „Haus der Kirche“ aussehen: Markant sind die Säulen und der Knick im Untergeschoss. Foto: Architekturbüro Hentzschel

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