WÜRZBURG

Stadtbau-Werbung begeistert Design-Profis

Die Stadtbau Würzburg und die Werbeagentur Fischer & Friends wurden mit dem hochkarätigen German Design Award ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung (von links) Michael Fischer, geschäftsführender Gesellschafter der Werbeagentur, Stadtbau-Chef Hans Sartoris und Anette Freund; Bereichsleiterin des Stadtbau-Geschäftsbereichs Wohnen. Foto: Angie Wolf

Als die Stadtbau GmbH 2016 mit großflächigen Plakaten für ihr erstes Wohnungsbauprojekt im neuen Stadtteil Hubland warb, rümpften manche Betrachter die Nase. Der darauf zu lesende Spruch „Wohnen in Hubland“ erschien ihnen schlichtweg falsch. „Wohnen im Hubland“ oder „am Hubland“, vielleicht auch „auf dem Hubland“ müsste es doch richtigerweise heißen. Auch diese Zeitung berichtete damals über diese viel Aufmerksamkeit erregende Werbekampagne. Jetzt hat der „Rat für Formgebung“ diese Werbung mit dem German Design Award 2018 ausgezeichnet, wie die Stadtbau in einer Presseerklärung mitteilt.

Mit Absicht „falsch“

Dass hinter dem Spruch durchaus Absicht stand erklärt Stadtbau-Geschäftsführer Hans Sartoris aus heutiger Sicht so: „Hinter der Formulierung, die wir gemeinsam mit der von uns beauftragten Agentur tatsächlich absichtlich so ausgewählt haben, steckt der Gedanke, dass dort oben viel mehr als ein paar neue Häuser entstehen. Nämlich ein ganz neuer Stadtteil, abgegrenzt durch einen großen Park, mit ganz vielen unterschiedlichen Bewohnern. Wir fanden, das ist sogar noch mehr, als 'nur' ein neuer Stadtteil. Deshalb bewarben wir es – zugegebenermaßen augenzwinkernd – als ein ganz neues Land ... willkommen in Hubland!“

Ein neues Wohngefühl

Anette Freund, Bereichsleiterin Geschäftsbereich Wohnen bei der Stadtbau Würzburg, erzählt von den ersten Überlegungen Ende 2015: „Das Hubland-Projekt steht für ein neues, frisches Wohn- und Lebensgefühl. Stadtnah und doch mitten im Grünen. Es steht für Vielfalt und Lebendigkeit statt exklusiver Monotonie und Investorenarchitektur. Und es steht für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Milieus – mit ebenso unterschiedlichen Budgets. Ein Projekt, das sich von seiner Konzeption so deutlich von vielen anderen abhebt – genau deshalb sollte es das auch in der Art der Bewerbung tun.“

Eine Idee in Bilder übersetzt

In einem Auswahlprozess mit mehreren Agenturen setzten sich damals die Kommunikationsspezialisten von Fischer & Friends aus Bad Mergentheim durch. Das 20-köpfige Team arbeitet seit 1995 für renommierte Marken, Markt- und Weltmarktführer in Deutschland. Gründer und Geschäftsführer Michael Fischer erklärt die Grundidee in der Pressemitteilung der Hubland-Kampagne so: „Eine liebevoll handgestrickte Collagetechnik dient als frischer, bunter Blickfang und sichert der Kampagne Aufmerksamkeit. Der Look unterscheidet sich deutlich von der klassischen Kommunikation für Immobilienprojekte. Genau darin liegt die Stärke der Kampagne. Sie übersetzt die Idee hinter dem Hublandprojekt – nämlich Vielfalt und bunt gemischtes Zusammenleben – direkt in Bilder.“

Lebensbejahende Kampagne

Jetzt dürfen sich die Stadtbau und die Mergentheimer Agentur über eine der wichtigsten deutschen Design-Auszeichnungen freuen. Ihre Kampagne ist also nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch bei Design-Experten angekommen. Ihre Entscheidung begründete die hochkarätig besetzte Jury so: „Eine ebenso bunte wie lebensbejahende Kampagne, die dem neuen Stadtteil ein junges, lebendiges, kreatives, offenes und in jeder Hinsicht vielfältiges Image voraussagt.“

Im Sommer dieses Jahres gab es bereits eine erste Auszeichnung für die Kommunikationsmaßnahmen der Stadtbau Würzburg. Im 54. Band des Buchs „Das Jahr der Werbung“ wurde „Wohnen in Hubland“ als einzige integrierte Kampagne in der Branche Bauen und Wohnen ausgezeichnet. „Der German Design Award setzt dem ganzen Projekt aber die Krone auf“, so Hans Sartoris abschließend.

German Design Award

Der German Design Award wird vom Rat für Formgebung verliehen, der 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestags als Stiftung gegründet wurde. Sein Auftrag ist es, das deutsche Designgeschehen zu repräsentieren. Er unterstützt die Wirtschaft dabei, konsequent Markenmehrwert durch Design zu erzielen. Zum exklusiven Netzwerk der Stiftungsmitglieder gehören neben Wirtschaftsverbänden und Institutionen insbesondere die Inhaber und Markenlenker vieler Unternehmen. Insgesamt gehören der Stiftung über 280 Unternehmen an.

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