Würzburg

Stadtrat beschleunigt die Realisierung des Würzburger Faulhaber-Platzes

Noch ist der Kardinal-Faulhaber-Platz ein Provisorium. Hier ein Blick vom künftigen Stadtbalkon des benachbarten Mainfranken Theaters. Foto: Thomas Obermeier

Die Umgestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes in eine kleine Innenstadt-Parkanlage mit großen Bäumen soll im Laufe des Jahres 2022 abgeschlossen sein – damit dieser Wunsch Wirklichkeit wird, hat der Stadtrat bei den Haushaltsberatungen Nägel mit Köpfen gemacht: Für die Detailplanung wurden im kommenden Jahr 200 000 Euro in den Haushalt 2020 eingestellt. In den drei Folgejahren muss Kämmerer Robert Scheller für die Umsetzung jeweils 1,5 Millionen Euro einplanen.

Der Stadtrat hat damit von seinem Budgetrecht Gebrauch gemacht und die Pläne der Verwaltung über den Haufen geworfen. Im Haushaltsplan 2020 war nämlich ursprünglich – mehr als zwei Jahre nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid vom 2. Juli 2017 – kein einziger Cent für die Umgestaltung des Faulhaber-Platzes vorgesehen.

Umweltreferent Kleiner wollte noch abwarten

Dass sich das im Verlauf der Haushaltberatungen ändern würde, war bereits nach der Stadtratssitzung eine Woche vorher klar: Alle Fraktionen hatten die Verzögerung scharf kritisiert und Oberbürgermeister Christian Schuchardt aufgefordert, das Projekt wieder zur Chefsache zu machen.

Gegenüber der künftigen Parkanlage entsteht derzeit der neue Kopfbau des Mainfranken Theaters, die Sanierung des Areals der ehemaligen Mozartschule und neue Fernwärmeleitungen im Umfeld kommen demnächst dazu. Mit der Umsetzung der Platzneugestaltung wollte Umweltreferent Wolfgang Kleiner deshalb warten, bis diese Großbaustellen abgewickelt sind und frühestens ab 2023 mit der Ausführungsplanung beginnen.

Stadtrat: Jetzt planen und 2021 umsetzen

Daraus wird nichts: Der Stadtrat hat beschlossen, dass das Projekt Faulhaber-Platz im Detail geplant und im Verlauf des kommenden Jahres umsetzungsreif gemacht wird. Irgendwann vor Ende des Jahres 2022 und damit fünf Jahre nach dem Bürgerentscheid soll die neue Parkanlage fertig sein und ihrer Bestimmung übergeben werden.

Grüne, FWG, ödp und die Linke hatten Planungsmittel zwischen 175 000 Euro und 500 000 Euro für die Ausführungsplanung beantragt, um das Projekt voranzutreiben. "Es muss deutlich losgehen, das wollen wir mit unserem Antrag unterstreichen", erläuterte Raimund Binder (ÖDP). Josef Hofmann von der FWG betonte, dass es dabei "auch ein Stück weit um unsere Glaubwürdigkeit gegenüber den Bürgern" geht und forderte, die Würzburger auch an der Detailplanung zu beteiligen. "Wir wollen 2021 eine Realisierung des Platzes erleben", fügte Patrick Friedl von den Grünen hinzu.

Kleiner: Planung kostet 200 000 Euro

"Wenn das der politische Wille ist, muss man das als Referent akzeptieren. Für die Planung sind aber 200 000 Euro erforderlich", antwortete Kleiner. Diesen Betrag könne er aus Haushaltsresten dieses Jahres zur Verfügung stellen, ergänzte Kämmerer Robert Scheller.

Der Vorschlag, zur Umsetzung der Planungen – entsprechend der aktuellen Kostenschätzung – insgesamt 4,5 Millionen Euro in die mittelfristige Finanzplanung bis 2023 aufzunehmen, kam vom Oberbürgermeister: "Die Intention aller Anträge ist es, dass es schneller gehen soll. Dann müssen wir aber auch in den Folgejahren etwas ansetzen." Der Stadtrat stimmte Schuchardts Vorschlag mit großer Mehrheit zu.

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