WÜRZBURG

Stadtrat: noch kein Votum über Rennweg-Sperrung

Auch nach Vorliegen des mit Spannung erwarteten Verkehrsmodells hat der Stadtrat am Donnerstagabend keine Entscheidung über eine Schließung des Rennweges an der Residenz getroffen.

Die Erkenntnisse aus dem Gutachten des Büros WVI sollen von den Fraktionen erst noch geprüft und dann im Stadtrat vertieft werden. Wie berichtet, erwartet die Unesco im Zuge der Straßenbahnplanungen rund um das Weltkulturerbe eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs.

Zentral in dem Verkehrsmodell ist die Erschließung des Mozartareals, wo der Stadtrat weiter eine Bebauung mit einem Einkaufszentrum bzw. einer „Residenzgalerie“ plant. Entscheidender Befund des Gutachtens: Das Gelände bleibt in allen durchgespielten Varianten gut erreichbar – mit oder ohne Rennweg-Schließung, mit oder ohne Siligmüllerbrücke.

Dabei geht das Verkehrsforschungsbüro von zwei Tiefgaragen unter dem Mozartareal (450 Stellplätze) und unter dem Kardinal-Faulhaber-Platz (500 Stellplätze) aus. Letztere soll die Parkplätze auf dem Residenzplatz ersetzen. Beide Tiefgaragen würden über Spiegel- und Maxstraße angefahren.

Sollte der Rennweg dicht gemacht werden, braucht ein Autofahrer laut Modell vom Frauenland in die Innenstadt bis zu 40 Sekunden länger

Zu erwarten wären Verkehrsverlagerungen besonders auf die Schweinfurter Straße (bis fünf Prozent mehr) und den Berliner Ring (bis zwölf Prozent mehr). Auch auf der Ludwigstraße würde es voller. „Die Verlagerungen sind zu bewältigen“, so die Bewertung von WVI-Mann Manfred Michael.

Fragezeichen tauchten nach dessen Vortrag zum Wiederaufbau der Siligmüllerbrücke auf: Denn dann müsste – laut Prognose des Verkehrsaufkommens – die Annastraße (mit Kindergarten und Schule) zur Hauptverkehrsachse ausgebaut werden, was einige im Stadtrat sichtlich am eigenen Beschluss zweifeln ließ.

Nicht so die CSU: Sie stellte sich demonstrativ hinter den Brücken-Neubau.

Dafür zerlegte CSU-Fraktionschef Thomas Schmitt das auf Simulation beruhende Verkehrsmodell. Er warf dem Fachbüro vor, nur die von der Verwaltung erwünschten Zahlen herauszubringen, um den Rennweg sperren zu können: „Sie stellen Behauptungen auf, für die Sie den Beweis schuldig bleiben.“

Eine Schelte, die Oberbürgermeister Georg Rosenthal als „unfair“ und „unredlich“ bezeichnete.

(Weiterer Bericht dazu folgt) 

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