Würzburg

Stadtrat sorgt für günstiges Familien-Ticket

In Würzburg können Familien bald günstiger mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Warum das Ticket vielen Stadträte erst nicht günstig genug war.
Strabafahren wird für Familien im kommenden Jahr günstiger. Foto: Patty Varasano

Die Ticketpreise für die öffentlichen Verkehrsmittel in und um Würzburg sorgen immer wieder für Diskussionen. Wie Bus- und Bahnfahren attraktiver werden kann, haben Stadträte und Vertreter von Fahrgastverbänden Ende April in einem Tarifworkshop besprochen.  Das Ziel ist laut Stadtkämmerer Robert Scheller gewesen, Maßnahmen zu finden, die effizient und schnell umsetzbar seien.

Konkret geht es um 18 Vorschläge. Unter anderem ist geplant, die Einzelfahrkarte als eine Art zeitbegrenzte Flatrate anzubieten. Anstelle der Einzel- und Kurzstreckenkarten tritt dann eine 90 Minuten-Karte in Kraft. Diese sei laut Stadt einfacher in der Anwendung, da sie nicht richtungsgebunden sei und bei kurzen Besorgungen auch für Hin- und Rückfahrt verwendet werden könne. Auch eine vergünstigte Familientageskarte war im Gespräch. Im Sommer war jedoch noch nicht klar, wie günstig genau sie werden soll. Jetzt wurde das beschlossen.

Kritik an geringer Vergünstigung

In der jüngsten Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses hat Robert Scheller dazu "den Fahrplan" vorgestellt. Laut Vorlage der Stadt will man mit einem günstigeren Preis für die Familienkarte ein Signal setzten. Richtig überzeugt hat den Vorschlag der Verwaltung aber keinen der Stadträte. Denn momentan kosten Familientageskarten 10,90 Euro. Mit dem ursprünglich angekündigten "Signalpreis" sollten diese Karten dann für 9,90 Euro angeboten werden. Was Scheller für einen "sehr guten Preis" hielt, sorgte bei Stadträten für Kritik. "Ein Euro Vergünstigung ist für mich kein Signal", so Judith Jörg (CSU). Auch Parteikollege Wolfgang Roth zeigte sich enttäuscht davon: "Mir geht das nicht weit genug." 

"Wenn ich einen Signalpreis setzen möchte, ist das keiner."
Wolfgang Baumann (ZfW), zum ursprünglichen Ticket-Preis

Kritik gab es auch aus den Reihen der SPD. "Für fast zehn Euro kann ich mit meinem Pkw in der Marktgarage lange parken", so Lore Koerber-Becker. Sie habe sich von der Vergünstigung mehr erhofft. Wolfgang Baumann (ZfW) pflichtete bei: "Wenn ich einen Signalpreis setzen möchte, ist das keiner", meinte er. Er prognostizierte, dass diese Vergünstigung keine Wirkung habe. Im Gremium sprach er sich dafür aus, eine Vergünstigung von 8,50 Euro zu beantragen. 

Die CSU-Stadtratsfraktion wollte mit dem Preis noch weiter runter gehen und beantragte 7,90 Euro für die vergünstigte Familientageskarte. Im Ausschuss stimmte die Mehrheit zu. Das damit um drei Euro günstigere Familienticket wird es zum 1. Februar geben.

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