WÜRZBURG

Stadtring: Lkws sollen bald draußen bleiben

Die Umweltmessstation am Mittleren Ring.MÜLLER Foto: Foto:

Es kommt nicht oft vor, aber es kommt vor: der gesamte Würzburger Stadtrat ist einer Meinung. So geschehen am Donnerstagabend, kurz nach 22 Uhr. Tagesordnungspunkt 19.7 einer langen Sitzung wird aufgerufen. Ein Antrag, der von allen Fraktionen und Gruppierungen des Stadtrates unterstützt wird und eine lang gehegten Wunsch verwirklichen soll. Er sieht die Sperrung des Mittleren Rings für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht vor, nur der Lieferverkehr soll weiter freie Fahrt haben.

Feinstaub, Lärm und der Verkehr auf dem Stadtring sind Themen, die sehr vielen Würzburgern am Herzen liegen. Als ein Hauptgrund für die wiederholte Überschreitung der Werte an der Messstation am Mittleren Ring wird der Lkw-Durchgangsverkehr angesehen.

Auf Antrag der CSU-Fraktion war im vergangen Jahr deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, in dem unter anderem Durchfahrtsverbote für Lastwagen unter zwölf Tonnen straßenverkehrsrechtlich geprüft und deren Auswirkungen hinsichtlich einer Verminderung von Schadstoffen untersucht werden sollte.

Im Juli 2014 wurden dann die Feinstaubuntersuchung Würzburg und der Abschlussbericht der „WVI Prof. Dr. Wermuth Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH“ dazu im Stadtrat vorgestellt. Darin bestätigten die Gutachter die grundsätzliche Wirksamkeit eines Durchfahrtsverbots für Lkw über 3,5 Tonnen – insbesondere hinsichtlich der Grenzwertüberschreitungen an der Messstelle am Mittleren Ring.

„Wir können und wollen nicht länger warten, bis auch die Regierung von Unterfranken dies erkennt“, heißt es in der Antragsbegründung. Die beantragte Sperrung der Durchfahrt auf dem Mittleren Ring für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen könne auch durch die Stadt Würzburg als Straßenverkehrsbehörde selbst erlassen werden.

Nachdem die schweren Laster über zwölf Tonnen zulässiges Gesamtgewicht den Mittleren Ring schon seit längerem nicht mehr als Abkürzung und Mautumgehung zwischen den Autobahnanschlussstellen Heidingsfeld und Estenfeld nutzen dürfen, soll diese Einschränkung deshalb nun auch auf die leichten Lkw ab 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht ausgeweitet werden.

Laut dem interfraktionellen Antrag würde diese Ausweitung des LKW-Durchfahrtsverbots als kurzfristig zu realisierende Maßnahme zudem den langfristigen Zielen des Luftreinhalteplans der Stadt Würzburg und seiner ersten Fortschreibung dienen.

Grünen-Stadtrat Patrick Friedl dankte in der Sitzung allen Unterstützern des Antrages und wünschte sich von der Verwaltung nicht nur ein Konzept, sondern auch einen konkreten Zeitpunkt, wie dieses so früh wie möglich umgesetzt werden könne. Auch Vorschläge, wie so ein Verbot kontrolliert werden könne, seien gefragt, so Friedl weiter. Raimund Binder (ÖDP) nannte sogar exakte Zeitpunkte: So solle bis Juni das Konzept vorliegen, das dann bereits im Juli reif zu Umsetzung sein soll.

Nachdem die Regierung von Unterfranken einem solchen Durchfahrtsverbot bislang kritisch gegenüber gestanden war, „schickte“ CSU-Fraktionschefin Christine Bötsch den Antrag „mit besten Grüßen an die Regierung“. Denn: „Die sind in dieser Sache der Sand im Getriebe gewesen und sollen sich einmal entsanden“, so Bötsch und erntete damit Zustimmung im Gremium.

Wie erwartet gab es bei der anschließenden Abstimmung keine Gegenstimme.

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