WÜRZBURG

Stadtring Nord: Stopp für Brummis

Lastkraftwagen auf der Nordtangente
Dichter Verkehr und hohe Umweltbelastung auf der Nordtangente: Das soll sich mit einem Brummi-Verbot jetzt ändern. Foto: Daniel Peter

Nun steht es also fest: Der Stadtring Nord wird zwischen Veitshöchheimer Straße und Europastern für den Schwerlastverkehr gesperrt. Die einzige Ausnahme ist der Lieferverkehr für Stadt und Landkreis.

Ohne große Debatte und einstimmig hat der Stadtrat diese Entscheidung zugunsten der Gesundheit der Grombühler Bewohner getroffen.

Es ist die logische Weiterentwicklung der Sperrung des Stadtringes Süd für Laster über 3,5 Tonnen, die am 3. Mai 2016 umgesetzt wurde.

Schon am 2. Februar diesen Jahres hatte die Stadtratsfraktion der SPD den Antrag gestellt, eine solche Maßnahme auch für die Nordtangente, die durch den dicht besiedelten Stadtteil Grombühl führt, zu prüfen.

Anwohner leiden

Kein Wunder, dass die Anwohner unter der Last des Verkehrs leiden: Die vierspurige Grombühlstraße ist mit 41 600 Autos in 24 Stunden eine der höchstbelasteten Straßenzüge im Stadtgebiet. Dazu kommen noch 2800 Schwerlaster und 80 Busse im gleichen Zeitraum dazu. Diese Zahlen hat die Stadtverwaltung ermittelt.

Kritische Belastung

Natürlich bleiben solche Verkehrszahlen nicht ohne Auswirkungen. Durch die enge Bebauung in dem Bereich ist die Durchlüftungssituation schlecht und das führt dann zu einer äußerst kritischen Stickstoffdioxid-Belastung, so die Vorlage der Verwaltung für die Stadträte.

Und so hat das Bayerische Landesamt für Umwelt ermittelt, dass auf einer Strecke von 120 Metern der Stickstoffdioxid-Jahresgrenzwert nicht eingehalten wird.

375 Menschen betroffen

Betroffen sind in dem Streckenabschnitt 375 Menschen, die in den angrenzenden Häusern wohnen. Die Immissionssituation im übrigen Bereich der Grombühlstraße ist nach der Feinstaubuntersuchung unkritisch.

Laut Stadtbaurat Christian Baumgart ist der Straßenverkehr zu 80 Prozent Hauptverursacher der Belastung.

Ein Büro hat für die Stadt Würzburg verschiedene Sperrvarianten durchgespielt. Übrig geblieben ist diese, weil sie von der Stadt auch mit allen Fachbehörden abgestimmt werden konnte.

Lieferverkehr darf fahren

Und es gab von dort grünes Licht: Es wird die gleiche Sperrung geben wie für den Stadtring Süd, nämlich eben das Verbot für Laster über 3,5 Tonnen mit Ausnahme des Lieferverkehrs für Stadt und Landkreis. Der bleibt davon unberührt.

Damit vermeide man auch Unsicherheiten unter den Lasterfahrern, so Baumgart. Eine andere Beschilderung für die Sperrung auf der Nordtangente als auf dem Stadtring Süd würde sonst für Verwirrung sorgen.

Einzig rechtmäßige Variante

Diese Variante, so Baumgart, erfülle alle Voraussetzungen, die von den Fachbehörden gefordert werden: Die Gebote der Erforderlichkeit, Geeignetheit und Verhältnismäßigkeit.

Ein genauer Zeitpunkt für die Sperrung des Stadtrings Nord für den Brummi-Verkehr steht noch nicht fest. Nur soviel ist im Stadtrat bekannt: Sobald mit der Würzburger Polizei ein Sperrkonzept besprochen ist, sollen die Schilder aufgestellt werden.

Probleme für Kitzingen und Main-Spessart

Das könnte nun ein Problem für die Speditionen aus dem Landkreis Main-Spessart und aus Kitzingen werden. Laut Planungsbüro fallen da etwa 70 Fahrten mit Schwerlastern täglich an, die nicht Lieferverkehr sind.

Je nach Abfahrtsort und Zielort müssten sich diese Brummi-Fahrer außerhalb von Würzburg und innerhalb der Stadtgrenze Umfahrungsstrecken suchen. Und so könnte es laut Expertise natürlich auch zu Verkehrsverlagerungen innerhalb Würzburgs kommen.

Prognosen für weitere Straßen

In der Vorlage der Verwaltung gab es auch noch Prognosen für die Stadträte über stark belastete Straßen in Würzburg. So bestehe noch aktueller Handlungsbedarf für weitere Straßenzüge: Theaterstraße, Schweinfurter Straße, Zeller Straße, Bahnhofstraße, Textorstraße, Röntgenring. Allerding, und das macht die Vorlage deutlich, hängen solche Immissionsprognosen von einer Reihe unsicherer Faktoren ab wie meteorologische Bedingungen.

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