Versbach

Stadtteilentwicklung: Wohin geht die Reise in Versbach?

Eine Straßenbahn nach Versbach - nach wie vor ein Wunsch vieler Bürger im Stadtteil. Foto: Patrick Wötzel

Am Anfang war die Bürgerinitiative (BI) nur gegen ein Neubaugebiet am Vierwindenweg, inzwischen hat "Pro Versbach" die Entwicklung des gesamten Stadtteils im Blick: Bei einem gemeinsam mit der Agenda 21 und anderen Organisationen veranstalteten "Zukunftsmarkt" mit gut 150 Besuchern ging es am Mittwoch in der Pleichachtalhalle um Themen wie Verkehrswende und ÖPNV, Schulwegsicherheit, Spielplätze und den lang gehegten Wunsch nach einer neuen Ortsmitte.

Natürlich will die BI auch weiterhin kein neues Baugebiet auf den Naherholungsflächen am nordöstlichen Rand des Stadtteils. Hauptargumente dagegen sind nach wie vor der Klima- und Naturschutz und die zusätzliche Verkehrsbelastung durch aktuell geplante 42 Ein- und Mehrfamilienhäuser für 150 Bewohner auf 2,4 Hektar Fläche. Auch mit einer Kosten-Nutzen-Analyse will die BI Stadtrat und Verwaltung überzeugen:"Wir haben den Eindruck, dass nach und nach ein Umdenkprozess einsetzt", sagte Klemens Radecker, einer der Initiatoren von "Pro Versbach".

Knapp zwei Jahre nach ihrer Gründung – das Neubaugebiet war im Juli 2017 erstmals Thema im Stadtrat – ist der Wunschzettel der Bürgerinitiative aber deutlich länger geworden:"Wir beschäftigen uns mit Themen, die alle Versbacher angehen", so Radecker, der neben vielen engagierten und interessierten Bürgern auch einige Stadtratsmitglieder in der Pleichachtalhalle begrüßen konnte.

Argumente gegen das geplante Neubaugebiet am Vierwindenweg - gesammelt auf einer Info-Tafel der BI "Pro Versbach" beim Z... Foto: Patrick Wötzel

In Sachen Verkehr liegt vieles im Argen

Vor allem in Sachen Verkehr liegt aus Sicht der Versbacher vieles im Argen, wie beim Zukunftsmarkt an den Infoständen und bei den Kurzvorträgen deutlich wurde. Massive Kritik am ÖPNV im Stadtteil übte Aljoscha Labeille, der Vorsitzende des VCD-Kreisverbands Mainfranken-Rhön. Beispiel Buslinie 12 der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB): Fahrzeiten von bis zu einer Stunde vom Hauptbahnhof nach Versbach seien nachmittags an Werktagen Realität, weil die Busse regelmäßig in der Ludwigstraße im Stau stehen müssen. Eine von der Verwaltung vorgeschlagene eigene Busspur "wird im Stadtrat politisch blockiert", kritisierte der Verkehrsexperte. Auf dem Weg zurück in die Stadt lasse die WSB die Busse der Linie 12 dann häufig direkt vom Berliner Ring zum Hauptbahnhof abkürzen, um Verspätungen aufzuholen.

Auch ein Versbacher Thema: Der Widerstand gegen die "Steinlein-Trasse" als künftige Verbindung zwischen Versbacher und O... Foto: Patrick Wötzel

Ohne eine Verkehrswende sei der Klimawandel nicht in den Griff zu bekommen, so Labeille weiter: "Wir können die Menschen nicht in den ÖPNV hinein prügeln, sondern wir müssen ihn attraktiv machen." Attraktiv wäre nach Ansicht von Thomas Naumann von der Agenda 21 vor allem eine Straßenbahnlinie nach Versbach, die in den 1970er und 1990er Jahren schon zweimal geplant, beide Male aber auch wieder verworfen wurde. "Das Thema ist nach wie vor aktuell", so Naumann. Er geht davon aus, dass sich die Anzahl der PKW alleine am Berliner Ring durch eine Straßenbahn in den Würzburger Norden um 10 000 Fahrzeuge pro Tag verringern ließe.

Unzufrieden mit der Führung des Radwegs 

Auch mit der Führung des Radverkehrs sind die Versbacher trotz der neuen Angebotsstreifen in der Versbacher Straße noch lange nicht zufrieden. Seit 1993 kämpft Matthias Hart für eine sichere, legale und attraktive Radstrecke von Versbach in die Innenstadt: "Es scheint, dass dieser Traum nie enden wird, weil jede Planung immer davon abhängt, ob vielleicht irgendein Autofahrer gestört wird", so der Organisator des "Versbacher Fahrradsonntags".

Weitere Themen beim Zukunftsmarkt waren die Spielplätze im Stadtteil, die Verbesserung der Schulwegsicherheit und der Wunsch nach einer neuen Ortsmitte am ehemaligen Spätzplatz. "Dort können wir uns einen verkehrsberuhigten Bereich vorstellen, auf dem die Versbacher zusammenkommen können. Wenn dann irgendwann die Straßenbahn vorbei fährt, wäre das natürlich um so idyllischer", sagte Klemens Radecker.

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