WÜRZBURG

Standpunkt: Für Radfahrer hat sich wenig bis nichts getan

Standpunkt: Für Radfahrer hat sich wenig bis nichts getan

Es ist sind hehre Ziele, das sich die Stadt im letzten Herbst durch die Verabschiedung des Radverkehrskonzepts (RVK) gegeben hat: Würzburg will den Radverkehr stark fördern und so viele Menschen wie möglich dazu bewegen, vom Auto aufs Fahrrad oder das E-Bike/Pedelec umzusteigen. So weit die erklärte Absicht, die auch von der Rathausspitze bei allen passenden Gelegenheiten immer wieder betont wird.

Ein knappes dreiviertel Jahr später hat sich – zumindest gefühlt – wenig bis nichts getan. Das dürfte vor Allem daran liegen, dass die ambitionierten Ziele und Absichten des RVK noch nicht in den Köpfen der Planer in der Stadtverwaltung angekommen sind. Im Würzburger Straßenverkehr scheint es weiterhin vor allem darum zu gehen, den Autoverkehr so wenig wie möglich durch störende Radfahrer zu beeinträchtigen.

Ein paar Beispiele gefällig?

Bei der Planung der Radachse 2 von der Alten Mainbrücke bis zum Zeller Bock ist es offensichtlich nicht möglich, Radlern eine vernünftige Lösung zum Überqueren der Saalgasse Richtung Zeller Straße anzubieten – sie sollen absteigen und zwei Fußgängerampeln benutzen.

Beim neuen Kreisverkehr an der Kreuzung Valentin-Becker-Straße / Friedrich-Ebert- Ring wird der Radverkehr überflüssigerweise außen herum geführt, und das auch noch mit zahlreichen unangenehm hohen Bordsteinkanten – Bequemlichkeit für Radler sieht anders aus.

In diesen Tagen hat die Veitshöchheimer Straße eine neue Fahrbahndecke und Markierungen bekommen. Der Autoverkehr läuft dort weiterhin auf vier breiten Spuren, während sich die Radler die Gehsteige mit Fußgängern teilen müssen – von den im RKV flächendeckend geforderten Schutzstreifen auf der Fahrbahn ist dort nichts zu sehen.

Dass aus dem Rathaus keine Reaktion kam, als Würzburg kürzlich im Fahrradklima-Test des ADFC bundesweit wieder einmal einen der hintersten Plätze belegte, passt ebenso ins Bild wie die immer gleichen Reaktionen des Einzelhandels und seiner Vertreter, wenn es um die Verteidigung des Straßenraums für den Pkw-Verkehr geht – siehe auch den heutigen letzten Artikel unserer Serie zum Radverkehr in Würzburg.

Aber auch die Rad-Lobbyisten von VCD und ADFC sollten dringend darüber nachdenken, wie sie zukünftig agieren wollen. Sie haben – wenn man den Stimmen aus der Verwaltung glauben darf – durch ihre ablehnende Haltung zum Beispiel bisher dringend nötige Verbesserungen für den Radverkehr auf der Löwenbrücke verhindert. Dabei haben sie offenbar vergessen, dass Politik und Stadtplanung immer die Kunst des Machbaren ist und in erster Linie von Kompromissen lebt.

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