Standpunkt: So macht Würzburg keinen Spaß

Würzburger Ansichten: Warum das Moz nervt und der Bürgerentscheid trotzdem wichtig ist

Im Zoff um die Kaiserstraße geht es nicht mehr um das Quartiersmanagement. Oder darum, ob der städtische Marketingbeauftragte Tobias Berz die Straße während der Umbauphase besser managen könnte als Leonard Landois, Geschäftsführer von „Würzburg macht Spaß“ (WümS). Sachliche Argumente scheinen immer weniger eine Rolle zu spielen, man will offensichtlich vor allem den anderen ärgern, der einen geärgert hat, weil er geärgert wurde . . . Lächerlich, wenn es nicht um ernste Dinge wie das Interesse von Anliegern und Händlern in der Kaiserstraße, die Verwendung von Steuergeldern und der Zukunft des Stadtmarketings ginge.

WümS ist auf den Rückhalt von Verwaltung und Stadtrat angewiesen, um Neues auszuprobieren oder Bewährtes wie Stadtfest oder Mantelsonntag zu organisieren. Die 70 000 Euro fürs Quartiersmanagement, die der Freistaat zu 60 Prozent finanzieren würde, könnte man dazu gut brauchen.

Doch der Marketingverein hat offensichtlich nicht mehr ganz so viele Freunde. Die 70 000 Euro als „Wirtschaftsförderung“ gönnen ihm nicht alle. Schuld daran hat auch WümS: Mit Geschäftsführer Landois, der dem Kreisvorstand der CSU angehört, und der stellvertretenden Vorsitzende Sabine Wolfinger, die dem CSU-Ortsverband Stadtmitte vorsteht, macht man sich nicht bei allen Stadtratsfraktionen beliebt.

Natürlich darf ein WümS-Geschäftsführer die für den Handel relevante Politik des SPD-Oberbürgermeisters kritisch verfolgen. Doch wenn der Eindruck entsteht, er tut das als CSU-Politiker, wird er angreifbar.

Die andere Frage ist, wie der OB darauf reagiert. Nicht nur für CSUler, auch für andere Rathaus-Insider ist das Ausbremsen Landois ein Beispiel dafür, wie Rosenthal mit Kritik beziehungsweise Kritikern umgeht.

Unsouverän ist außerdem, wie der Zoff mit WümS-Vorsitzenden Wolfram Struth öffentlich ausgetragen wird: Statt das bislang zerschlagene Porzellan zu kitten, zerschlägt der OB weiteres – mit wenig Rücksicht darauf, wie die Scherben nachher wieder zusammen geklebt werden sollen. Die Kaiserstraße und Würzburg hätten eine sachlichere Auseinandersetzung verdient.

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