Würzburg

Stefanie Schwab: Warum die Würzburgerin christliche Lieder macht

Am Sonntag, 24. November, tritt die Liedermacherin Stefanie Schwab in St. Elisabeth in der Zellerau auf. Mit Teilen ihrer Einnahmen unterstützt sie besondere Projekte.
Liedermacherin Stefanie Schwab spielte bereits häufig in Würzburg. Hier in der Pfarrkirche St. Andreas. Nun gibt sie ein großes Konzert in der Zellerauer Kirche St. Elisabeth. Dort werden die Lieder ihres neuen Albums vorgestellt.  Foto: Nike Klüber

Stefanie Schwab tritt mit ihrer Musik in ganz Deutschland auf. Am Sonntag, 24. November, stellt die christliche Liedermacherin um 17 Uhr ihr neues Album in der Zellerauer Kirche St. Elisabeth vor. Der Eintritt ist frei. 

Seit über 20 Jahren unterstützt die 56-jährige Würzburgerin soziale Projekte mit einem Teil der Einnahmen ihrer Konzerte. In ihrer langen Karriere sind mittlerweile über 100 000 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.

Frage: Sie schreiben und singen Lieder mit einem christlichen Bezug. Warum?

Stefanie Schwab: Ich erzähle in meinen Liedern von mir. Ich bin ein spiritueller Mensch. Viele Menschen suchen den Zugang zum Glauben und finden ihn nicht mehr. Daher ist es wichtig in einer Sprache zu sprechen, die die Menschen verstehen. Manche sagen zu mir: "In die Kirche gehe ich nicht aber deine Lieder höre ich mir an." Die Leute suchen nach Halt und können sie vielleicht in meinen Erfahrungen finden. Eine Frau hat zu mir gesagt, ich sei eine Seelsorgerin auf der Bühne (lacht). Die Zuhörer sollen aus meinen Konzerten gehen und ermutigt sein. 

Wie sind sie dazu gekommen, Musik zu machen? 

Schwab: Ich habe meine eigenen Konflikte und Themen immer in der Musik ausgedrückt. Am Anfang waren die Lieder nur für mich. Dann hab ich mir gedacht, das könnte auch andere Leute ansprechen. Das allererste öffentliche Konzert habe ich 1996 gegeben und vereinzelte Auftritte in der Region. Dann kam 1999 die Band "feuerstein" dazu und danach ging es auch richtig los mit der Musik. Seit 2007 bin ich meistens solo unterwegs.

Mit ihren Liedern sind sie bereits in ganz Deutschland aufgetreten. Ist es dennoch etwas Besonderes, als gebürtige Würzburgerin in ihrer Heimatstadt aufzutreten? 

Schwab: Natürlich. Das ist ein Heimspiel. Hier spricht mich keiner auf mein "rollendes R" an. Außerhalb von Franken muss ich mich dafür immer rechtfertigen. Man hat mir mal gesagt, du kommst mit deinem "rollenden R" nicht aus Franken raus, aber es hat nicht gestimmt. In Würzburg habe ich angefangen und freue mich auf meine Fans beim Konzert. Hier in Franken war ich schon in allen möglichen Gemeinden und kenne viele Leute hier. Die langjährigen Fans erinnern sich noch an Auftritte von vor fast 20 Jahren. Das ist schön, wenn die Leute wiederkommen. 

Zehn Prozent der Erlöse aus dem CD-Verkauf und auch ein Teil der Konzerteinnahmen gehen an soziale Projekte. Was wird da gemacht? 

Schwab: Am Anfang haben wir im Projekt "Archana" zusammen mit dem Missionsärztlichen Institut ein Mädchenheim in Indien unterstützt. Das war ein neu gegründetes Projekt, das Unterstützung gebraucht hat. Dort wird für das tägliche Leben der Mädchen gesorgt. Dann haben wir zusätzlich örtliche Frauengruppen unterstützt, da wir nicht wollten, dass die Mädchen ohne Hilfe zurück in ihre Dörfer gelassen werden. Die jungen Frauen muss man weiter begleiten. Zum Beispiel in Selbsthilfegruppen, mit der die Solidarität zwischen den Frauen gefördert wird, oder auch in der Schwesternschule, in der die Mädchen eine Ausbildung machen können.

Wie ist es zum zweiten Projekt "Salam" gekommen?

Schwab: Es kam die Flüchtlingswelle und ich dachte: Was ist mit den Leuten, die jetzt "vor meiner Haustür" Hilfe benötigen? Ich kannte eine Schwester vom Missionsärztlichen Institut, die im Flüchtlingsheim arbeitete. Die Schwester Juliana hat überlegt, was im Heim benötigt wird. Woran es fehlt, sei die Betreuung von traumatisierten Geflüchteten. Dann haben wir zwei Therapeuten gefunden, die mit den Flüchtlingen arbeiten. Mit Hilfe des Projekts wurden bereits über 200 Therapiestunden finanziert. Auch wenn es zum Teil nur kurze Behandlungen sind, das Projekt "Salam" hilft den Betroffenen sehr. 

Stefanie Schwab
Die Liedermacherin wohnt in Würzburg. Neun Jahre unterrichtete sie als Lehrerin an verschiedenen Schulen in Unterfranken. Nun arbeitet die 56-jährige im Auftrag der Diözese Würzburg als Springerin in der Krankenhaus-Seelsorge. Zuvor begleitete sie sechs Jahre lang hauptberuflich als Psychoonkologin krebskranke Frauen am Brustzentrum der Missionsärztlichen Klinik. 

Schlagworte

  • Würzburg
  • Felix Mutscheller
  • Behandlungen
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Konzerteinnahmen
  • Selbsthilfegruppen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
1 1
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!