Würzburg

Steine vom Aufgang zum Aumühl-Bahnhof wurden verlegt

Steine vom Aufgang zum Aumühl-Bahnhof gerettet. Foto: Michael Stolz

Es war der letzte Weg in der Heimat, den die Jüdinnen und Juden Unterfrankens in Würzburg von der Schweinfurter Straße aus liefen. Von hier gingen sie über das Basaltpflaster hoch zum Güterbahnhof an der Aumühle, dem Aumühl-Ladehof. Deshalb sollte hier der DenkOrt zur Erinnerung an die Deportationen aus ganz Unterfranken gebaut werden.

Doch es kam anders,so eine Pressemitteilung des Johanna-Stahl-Zentrum und DenkOrt Deportationen. Unter dem Aufgang fließt die Pleichach in einem maroden Tunnel. Der wird in den nächsten Jahren abgerissen und die Pleichach renaturiert. Damit verschwindet auch die Rampe mit ihrem historischen Pflaster.

Historisches Pflaster wurde gesichert

Der DenkOrt Deportationen 1941-1944 wird nun vor dem Hauptbahnhof gebaut. Nachdem den Winter über an der Baustelle nichts passierte, geht es nun weiter. Das historische Pflaster wurde am Aufgang zur Aumühle aufgenommen, in einem Container gelagert und zum Hauptbahnhof gebracht. Dort findet es eine neue Verwendung am DenkOrt. Nicht zur Pflasterung einer Fläche – die wäre nicht barrierefrei - , sondern als einreihige, dezente dunkle Umrahmung des Denkmals. An drei Seiten des Denkmals-Sockels wurden die Steine schon verlegt, die vierte Seite folgt nach der Aufstellung der Stelen und der Bänke demnächst, heißt es in der Mitteilung.

Mosaikartig angeordnete Quader

Dann werden auch die Beton-Fertigteile geliefert: Vier Stelen, drei Bänke und 14 Quader, alle aus geschliffenem, dunkelgrauem Beton. Mosaikartig angeordnet bilden die Quader den Untergrund für die Gepäckstücke. Auch die werden demnächst aus den Kommunen geliefert und bei der WVV zwischengelagert. Etwa 40 unterfränkische Gemeinden haben sich für die Eröffnung des DenkOrts angemeldet. Ein Gepäckstück bringen sie nach Würzburg, ein zweites stellen sie im eigenen Ort auf – oder haben dies bereits getan. Jedes Gepäckstück steht für eine jüdische Gemeinde, in der die deportierten jüdischen Bürgerinnen und Bürger 1933 lebten.

Die Eröffnung des DenkOrts Deportationen ist derzeit noch geplant für den 21. April um 13 Uhr auf dem Platz östlich des Kiliansbrunnens vor dem Würzburger Hauptbahnhof.

Weitere Infos: www.denkort-deportationen.de

Steine vom Aufgang zum Aumühl-Bahnhof gerettet Foto: Michael Stolz

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