Ochsenfurt

Stichwahl: Warum am Sonntag länger gezählt wird

Die Stichwahl in Zeiten der Corona-Krise stellt die Ochsenfurter Stadtverwaltung vor zusätzliche Herausforderungen. Wie wurden sie gemeistert?
Schon bei der Wahl am 15. März war die Zahl der Briefwähler in Ochsenfurt so hoch wie nie zuvor.
Schon bei der Wahl am 15. März war die Zahl der Briefwähler in Ochsenfurt so hoch wie nie zuvor. Foto: Gerhard Meißner

Wählen in Corona-Zeiten: Die Mitarbeiter der Ochsenfurter Stadtverwaltung hatten in den vergangenen beiden Wochen alle Hände voll zu tun, um bei der Stichwahl am Sonntag unter den besonderen Rahmenbedingungen jedem Stimmberechtigten zu seinem Recht zu verhelfen. 9017 Bürger sind aufgerufen, im zweiten Anlauf zu entscheiden, ob Amtsinhaber Peter Juks (UWG) oder seine Herausforderin Rosa Behon (CSU) ihr nächster Bürgermeister sein soll. Bei der Stichwahl zum Landrat zwischen Karen Heußner (Grüne) und Thomas Eberth (CSU) sind es sogar 9029 Stimmberechtigte. Die Differenz ergibt sich aus Neubürgern, die erst in den vergangenen zwei Monaten aus anderen Gemeinden des Landkreises zugezogen sind, und deshalb bei der Bürgermeisterwahl noch nicht mitentscheiden dürfen.

Nach dem ersten Wahlgang am 15. März war entschieden worden, die Stichwahl generell als Briefwahl durchzuführen. Ein nur scheinbar banales Problem: Wo kriegt man genügend Briefumschläge in ausreichender Zahl und der richtigen Größe und Farbe her? Man behalf sich schließlich mit handelsüblichen Kuverts, berichtet Wahlleiter Wolfgang Duscher. Die Druckerei Wingenfeld versah sie kurzfristig mit dem amtlichen Aufdruck.

Bis zu 60 Mitarbeiter der Stadt, einschließlich der Kindergärtnerinnen, waren schließlich Donnerstag und Freitag damit beschäftigt, Stimmzettel, Umschläge und Wahlscheine von Hand in Kuverts zu packen. "Es war alles sehr kurzfristig, aber es lief", sagt Wahlsachbearbeiterin Marlena Wirth.

"Sicherheitshalber werden wir alle Ergebnisse so schnell wie möglich auch auf die Homepage der Stadt stellen."
Wolfgang Duscher, Wahlleiter

Bis Sonntag um 18 Uhr können die ausgefüllten Briefwahlunterlagen noch in den Briefkasten am Rathaus eingeworfen werden. Danach beginnt in der Schule die Auszählung, wie beim ersten Wahlgang verteilt auf acht Briefwahlbezirke - aber doch unter anderen Vorzeichen, als geplant. Zunächst wollte man die Zahl der Wahlhelfer von sieben auf neun aufstocken, um schneller zu einem Ergebnis zu kommen, erzählt Marlena Wirth. Weil das Probleme mit dem Abstandsgebot gegeben hätte, habe man die Zahl der Wahlhelfer dann allerdings auf das gesetzliche Minimum von fünf reduzieren müssen.

Keine zusätzlichen Wahlhelfer nötig

Der Vorteil: Die Stadt kann sich ausschließlich ihrer eigenen Mitarbeiter bedienen und musste keine zusätzlichen Wahlhelfer verpflichten. In Corona-Zeiten wäre das vermutlich schwierig geworden. Der Nachteil: Es dauert vermutlich länger als vor zwei Wochen, bis das Ergebnis der Bürgermeisterwahl feststeht. Dass dies auch in anderen bayerischen Kommunen so sein wird, entnimmt Marlena Wirth einem Rundschreiben des Landesamts für Statistik. Dort werde mitgeteilt, dass die Stichwahl zum Landrat in einigen Kommunen sogar erst am Montag ausgezählt werden soll.

Die Ochsenfurter werden sicher nicht bis zum nächsten Tag auf das Ergebnis der Bürgermeister-Stichwahl warten müssen. Zumal die Anstalt für kommunale Datenverarbeitung AKDB zugesagt habe, so Duscher, dass die Wahlsoftware diesmal funktioniert. Beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen war es wegen Softwarefehlern und überlasteten Servern zu erheblichen Verzögerungen bei der Auszählung und der Bekanntgabe der Ergebnisse gekommen.

"Sicherheitshalber werden wir alle Ergebnisse so schnell wie möglich auch auf die Homepage der Stadt stellen", versichert Duscher. Hobby-Analysten, die gerne wissen möchten, welcher Bewerber in welchem Ortsteil besonders gut oder besonders schlecht abgeschnitten hat, wird der Spaß allerdings verdorben. Eine Unterscheidung nach Ortsteilen findet bei der Briefwahl nämlich nicht statt.

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