REGION WÜRZBURG

Stolz: Wir brauchen die B 26n dringendst

„Auf die Straße für die Straße“ skandierten die Demonstranten auf dem Weg zum Arnsteiner Schweinemarkt – angeführt von BI-Sprecher Manfred Goldkuhle (Mitte). Dort forderten sie in einer Kundgebung die Verwirklichung einer Höhentrasse als Verkehrsentlastung für die Orte im Werntal. Foto: G. Roth

Frühjahrsregen und der Feiertag in der Ferienzeit hielten wohl doch einige Bewohner der Ortschaften im Werntal entlang der Bundesstraße 26 von der Teilnahme an der Kundgebung ab. Letztendlich forderten knapp 150 Bürger am Pfingstmontag-Nachmittag auf dem Arnsteiner Schweinemarkt bei der Veranstaltung der „Bürgerinitiative Pro 26n“ die Entlastung des Werntals vom immer stärker werdenden Durchgangsverkehr. Mit Trillerpfeifen und dem Ruf „Auf die Straße für die Straße“ waren die Demonstranten vom Cancaleplatz zum Schweinemarkt gezogen.

Die mitgebrachten Plakate verwiesen auf die vom Verkehr betroffenen Gemeinden: Stetten, Thüngen, Binsfeld, Halsheim, Müdesheim, Reuchelheim, Heugrumbach und nicht zuletzt die Kernstadt Arnstein. „Heugrumbach will Ruhe“, „Stetten braucht die B 26n“, „Arnstein braucht wieder eine Innenstadt“ oder „Binsfeld: Unser Dorf soll leben“.

Banner am Straßenrand

Ein Großteil der Demonstranten war mit dem Bus gekommen, der von Karlstadt her die Teilnehmer aus den Ortschaften aufnahm. Auf der rund 20 Kilometer langen Strecke hatten zahlreiche Anwohner der Straße mit den vorgefertigten Plakaten, aber auch durch selbst gefertigte Banner ihren Unmut über die Verkehrsbelastung deutlich gemacht.

Bei der Kundgebung warnte Manfred Goldkuhle, der Vorsitzende der Bürgerinitiative: „Wenn wir es bis zum Herbst nicht schaffen, unser Anliegen deutlich zu machen, gehen wieder 15 Jahre des Nichts-Geschehens in unser Land!“ Hintergrund ist die erwartete Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes im Deutschen Bundestag, der für die von Goldkuhle genannte Zeitspanne die Dringlichkeiten im Straßenbau festlegen wird. Augenblicklich ist die geplante Höhentrasse als vorrangiger Bedarf aufgeführt. Widerstände gegen diese Trasse gibt es wegen des vorgesehenen autobahnähnlichen Ausbaus und die weitere Verkehrsführung hin zur Autobahn A3.

Goldkuhle: Nicht mehr zumutbar

Zwar bevorzuge die BI-Pro grundsätzlich die Verwirklichung der gesamten untersuchten Trasse, würde aber auch veränderte Streckenführungen und Ausbauformen wie eine zweispurige Variante mit Überholspuren akzeptieren, so Vorsitzender Manfred Goldkuhle. Wichtig aber sei, dass jetzt etwas geschehe, denn die Grenze der Zumutbarkeit des jetzigen Zustandes sei bereits überschritten. Eine Vielzahl von isolierten Ortsumgehungen hält er für nicht machbar und für ökologisch nicht sinnvoll.

„Wir brauchen die B 26n dringendst“, forderte auch Arnsteins Bürgermeisterin Anna Stolz. Nicht nur die Weiterentwicklung der Innenstadt von Arnstein, sondern auch der anderen Ortschaften sei unter diesen Verkehrsbelastungen nicht möglich, sagte sie. Die momentan laufenden Planungen zum Integrierten ländlichen Entwicklungskonzept würden so für die betroffenen Gemeinden glatt verpuffen. Schon jetzt gebe es gerade an der B26 sehr viele Leerstände, weil dort niemand mehr leben wolle.

Bürger zu Aktionen aufgerufen

Den Bedenken wegen des Umweltschutzes hielt sie entgegen, dass auch der Erhalt von menschlichen Lebensgrundlagen zum Umweltschutz gehöre. Wie ihr Vorredner Goldkuhle forderte sie die Bürger des Werntals zur Mitwirkung auf und dazu, sich durch vielseitige Aktionen wie Schreiben an die Behörden und Leserbriefe Gehör zu verschaffen.

Auch die Bürgermeister Lorenz Strifsky aus Thüngen und Dieter Schneider aus Eußenheim riefen auf, nicht länger zu schweigen, sondern endlich Flagge zu zeigen. Und Bernd Röll, der Dritte Bürgermeister von Arnstein, der auch stellvertretender BI-Pro-Vorsitzender ist, mahnte: „Es gibt bereits eine stark frequentierte Trasse als Verbindungsstraße zwischen A7 und A3: wir erleben sie tagtäglich, denn sie geht durch unsere Dörfer!“

Die Veranstaltung auf dem Schweinemarkt wurde musikalisch durch die Trachtenkapelle Müdesheim-Reuchelheim begleitet.

Sorge um Dörfer: Viele Bewohner der Dörfer entlang der Bundesstraße 26 fordern eine Verkehrsentlastung, so auch Leo Sauer aus Binsfeld. Foto: Roth

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