WÜRZBURG

Straßenbahn-Linie 6 wird förderfähig gemacht

Rollt die Straßenbahn-Linie 6 in den Abgrund? Nach verschiedenen Gerüchten über die laufende volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse des 120-Millionen-Euro-Projekts müsste dem so sein. Selbst aus vermeintlich seriösen Quellen war jüngst zu vernehmen, dass im laufenden Bewertungsverfahren nicht die Mindestanforderung für die 80-prozentige Bezuschussung erreicht wird. Damit wäre das Thema erledigt. Ohne Förderung gibt's keine Straba zum Hubland.

Rollt die Straßenbahn-Linie 6 in den Abgrund? Nach verschiedenen Gerüchten über die laufende volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse des 120-Millionen-Euro-Projekts müsste dem so sein. Selbst aus vermeintlich seriösen Quellen war jüngst zu vernehmen, dass im laufenden Bewertungsverfahren nicht die Mindestanforderung für die 80-prozentige Bezuschussung erreicht wird. Damit wäre das Thema erledigt. Ohne Förderung gibt's keine Straba zum Hubland.

Doch nach Recherchen der Redaktion ist der Zug keineswegs abgefahren. Die Ergebnisse der komplizierten Vorprüfung liegen nach einer Erklärung der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH (WVV) erst Anfang Juli vor und werden dann den zuständigen Gremien vorgestellt.

Bei dem Verfahren, das jetzt zum Abschluss kommt, wurden nach Auskunft von WVV-Sprecherin Ulrike Stöcker noch einmal drei Trassenvarianten zum Hubland untersucht, inklusive der vom Stadtrat favorisierten Trasse 2c. Geprüft wurden nach Informationen dieser Zeitung zudem die Trassen 1a vom Sanderring zum Hubland, sowie 2a – die umstrittene Oegg-Tor-Variante. Wobei die Trasse 1a wegen des niedrigsten Nutzungsgrades sehr schnell aus dem Rennen gekommen sein soll. Dagegen wurden der Oegg-Tor-Lösung als kürzeste und günstigste Lösung angeblich hohe Prioritäten eingeräumt.

Das aktuelle Verfahren beinhaltet wichtige Vorplanungen, die Hinweise beispielsweise auf die Leistungsfähigkeit und Umweltverträglichkeit der Trasse geben. Wie WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer im April im Stadtrat berichtete, sind auch die Prüfung eines alternativen Buskonzepts und die Auswirkungen auf den Individualverkehr eingeschlossen. Offensichtlich ist es möglich, im Rahmen des Prüfung Schwachpunkte planerisch aufzuarbeiten, um die Punktzahl im Bewertungsverfahren zu verbessern. Daran wird seit Monaten gefeilt und es hat den Anschein, als könne man das geforderte Minimum für die Bezuschussung durch gezielte Veränderungen deutlich überbieten.

Nachdem der Stadtrat sich auch städtebaulich längst an der Variante 2 c orientiert hat, wurde vor allem weiter an Argumenten für diese Trasse gearbeitet. Es gilt den Nachweis zu führen, warum gerade die teuerste Lösung – vorbei an der Residenz – sinnvoll sein soll. Insider gehen davon aus, dass dies möglich ist und genügend Argumente vorhanden sind, damit auch diese Trasse für einen Fördernachweis taugt. Das würde bedeuten, dass an der Trasse noch an verschiedenen Stellen verändert und nachgebessert werden muss.

Da könnte ein großer Park+Ride-Platz am Ende der Straßenbahn am Hubland, wie es vergangene Woche OB Georg Rosenthal im Konversionsausschuss erwähnte, eine große Rolle spielen, damit auch Nutzer aus dem Umland für eine höhere Effizienz angerechnet werden können.

Alle Werte gehen in ein Punktesystem als Grundlage für die Zuschüsse ein. Da lag man wohl am Anfang im unteren Bereich der Skala. Wenn jetzt von einem zu niedrigen Faktor die Rede sei, könne es sich nur um einen Zwischenstand handeln, so Rathaus-Sprecher Georg Wagenbrenner. Jetzt gehe es um Ergänzungsmodelle. Am Ende werde man deutlich über den geforderten Werten liegen.

Nach Abschluss dieses komplizierten Verfahrens ist der Planungsspielraum für den Stadtrat nicht mehr allzu groß, weil die Konzepte auf die Förderfähigkeit zugeschnitten sind. Insider glauben, dass es bei der Variante 2c vor der Residenz über die Otto-Straße und Sieboldstraße zum Wittelsbacherplatz bleiben wird.

Für die Zweifler hatte OB Georg Rosenthal im Konversionsausschuss selbst Öl ins Feuer gegossen. Auf den Wunsch des Gerbrunner Bürgermeisters Stefan Wolfshörndl hin, die Straßenbahn gleich nach Gerbrunn zu verlängern oder zumindest eine Trasse vorzusehen, meinte er: Die Stadt sei erst einmal selbst intensiv unterwegs, ihre Hausaufgaben für die nötige Förderung zu machen. Ohne staatliche Förderung – ausgegangen wird von 80 Prozent – wäre das gigantische Projekt tatsächlich gestorben.

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