Würzburg

Sturmtief Sabine: Das ist die Orkan-Bilanz in der Region Würzburg

Das Sturmtief Sabine hat Stadt und Landkreis Würzburg nicht so heftig getroffen wie erwartet. Trotzdem gab es einige Schäden und Beeinträchtigungen.
Neben umgefallenen Wahlplakaten, Fahrrädern und Straßenschildern hat das Sturmtief Sabine in Stadt- und Landkreis Würzburg keine größeren Schäden hinterlassen.  Foto: Daniel Peter

Einige wenige Äste liegen auch Montagmittag noch auf den Straßen und Gehwegen, ein stärkerer Wind bläst in die Gesichter der Passanten. Doch während es in einigen Teilen Unterfrankens gewaltig schepperte, blieben Stadt und Landkreis Würzburg vom groß angekündigten Sturmtief Sabine weitgehend verschont. Am Montagmorgen war vom erwarteten Chaos nicht viel zu sehen. Auch das Chaos im Berufsverkehr blieb aus - wohl auch, weil die Schulen in ganz Unterfranken ausfielen.

"Sabine war bei uns sehr unauffällig", sagt Polizeihauptkommissar Steffen Hein von der Polizei-Inspektion Würzburg-Stadt. "Wir hatten in der Nacht vier unwetterbezogene Einsätze, im Winterleitenweg ist ein Baum auf ein Auto gefallen, in Lengfeld hat ein umfallendes Verkehrsschild einen Pkw beschädigt und zweimal haben die Kollegen umgewehte Verkehrsschilder wieder aufstellen müssen", weiß er.

"Bei uns war nichts, ich habe gerade noch einmal nachgefragt", sagt hingegen Heribert Schmitt, der stellvertretende Dienstellenleiter der Polizeiinspektion Würzburg-Land.

Entspannte Lage beim Roten Kreuz

Bei der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr in der Hofstraße gingen währen der Nacht vier Notrufe für das Stadtgebiet Würzburg ein, 16 waren es für den gesamten Landkreis gewesen, berichtet Christian Weiß von der Stadt Würzburg. Im Laufe des Montag erhöhte sich die Zahl auf 13 Einsätze in der Stadt und 21 Einsätze im Landkreis Würzburg. Die überwiegende Zahl der Einsätze waren aufgrund von auf die Straße gefallenen Bäumen oder Ästen nötig. Größere Einsätze oder Personenschäden sind ihm nicht bekannt. Als vorbereitende Maßnahme seien aber zusätzliche Disponenten der Integrierten Leitstelle und zusätzliche Führungskräfte der Berufsfeuerwehr in Bereitschaft gewesen.

Auch Paul Justice vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) bestätigt eine "entspannte Lage" beim Rettungsdienst. Das BRK habe Sonntagmittag seine Katastrophenschutzeinheiten im Landkreis Würzburg angesichts des vorhergesagten Unwetters in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. "Wir wollen mit unseren ehrenamtlichen Kräften dafür sorgen, dass notwendige Hilfe möglichst schnell dort ankommt, wo sie gebraucht wird", erklärt BRK-Kreisbereitschaftsleiter Martin Falger. Alles in allem habe man jedoch von einer "recht entspannten Nacht" für den Rettungsdienst sprechen können, so Justice.

Leergefegte Schulgänge 

Aus Sicherheitsgründen war im Vorfeld von Sabine ein Unterrichtsausfall an allen Schulen im Freistaat beschlossen worden. "Heute ist keiner unser 642 Schüler gekommen", sagt deshalb Dieter Brückner, Schulleiter des Landkreisgymnasiums in Veitshöchheim. "Die Lehrer sind da und nutzen die Zeit für Besprechungen und Sitzungen." Nachdem im Laufe des Sonntags klar geworden sei, dass der Unterricht ausfallen werde, seien alle Elten über das Elternportal angemailt worden. "Aber da die Schule ausfällt, sind ja auch keine Schulbusse gefahren", weiß er.

Die Wehren im Landkreis, auf unserem Bild die Freiwillige Wehr aus Gramschatz, mussten zumeist umgestürzte Bäume, wie hier auf der Ortsverbindungsstraße Gramschatz-Güntersleben im Ochsengrund, beseitigen. Verletzt oder geschädigt wurde nach Auskunft der Wehr niemand. Foto: FF Gramschatz (Dirk Wiesner)

"Das ist richtig", sagt Jürgen Dornberger von der WVV, "die Schulbusse sind nicht gefahren. Abgesehen davon ist Sabine an uns vorbei geweht, bei uns fährt alles nach Fahrplan."

Sturmfreie Bude auch bei den Ursulinen in der Würzburger Augustinerstraße. Dort wo sonst 1290 Schülerinnen unterrichtet werden, sind nur vereinzelt Lehrer in den Gängen zu sehen. "Es ist keine Schülerin gekommen, wir haben sie ja über unsere Homepage über den Schulausfall informiert" sagt Schulleiterin Sr. Katharina Merz gegen 10 Uhr. "Nur die Lehrer sind alle da, wir haben jetzt Konferenz."

Erhebliche Beeinträchtigungen bei der Deutschen Bahn

Aufgrund des Sturmtiefs kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn. Trotzdem war am Würzburger Bahnhof von Chaos nichts zu sehen. In der Vorhalle starren einige Menschen auf die Anzeigentafel, viele Züge fallen aufgrund des Sturmtiefs aus, trotzdem wirken alle ruhig und gelassen. "Wir wussten ja schon vorher, was auf uns zukommen könnte", sagt eine Passagierin, die ihren Namen jedoch nicht in der Zeitung lesen möchte. "Daher haben wir uns vorher schon nach Alternativen umgesehen." Die Frau möchte sich nun gemeinsam mit ihrem Mann einen Mietwagen leihen, um zurück nach Hause nach Kiel zu fahren. Auch Michael Wibke ist in Würzburg gestrandet, er hätte an diesem Tag einen Geschäftstermin in München gehabt. "Ich dachte mir schon, dass der Zug nicht fahren wird. Trotzdem habe ich mal mein Glück versucht", sagt er und lacht. "Meine Kollegen dort wissen schon Bescheid, wir verschieben die Konferenz."

Am Montag mussten aufgrund des Sturms zahlreiche Züge ausfallen. Trotzdem war die Lage am Würzburger Hauptbahnhof entspannt. Foto: Sophia Scheder

Die Bahnmitarbeiter verweisen die Kunden auf die Website der Deutschen Bahn. Außerdem wurde eine kostenfreie Hotline eingerichtet, bei der sich Kunden über die aktuelle Verkehrslage und Auswirkungen des Sturmtiefs auf den Bahnverkehr informieren können.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Ernst Lauterbach
  • Sophia Scheder
  • Bahnmitarbeiter
  • Berufsfeuerwehren
  • Berufsverkehr
  • Deutsche Bahn AG
  • Fluggäste
  • Kunden
  • Main-Post Würzburg
  • Notrufe
  • Rotes Kreuz
  • Schienenverkehr
  • Schulrektoren
  • Schülerinnen und Schüler
  • Stadt Würzburg
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
1 1
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!