WÜRZBURG

Suche nach Raubkunst dauert an

Beatrix Piezonka soll ein weiteres Jahr lang im Museum im Kulturspeicher die unklare Herkunft vieler Bilder ergründen.
Beatrix Piezonka soll ein weiteres Jahr lang im Museum im Kulturspeicher die unklare Herkunft vieler Bilder ergründen. Foto: Patty Varasano

Seit Mai 2014, also seit knapp zwei Jahren, werden die Bestände des Museums im Kulturspeicher inventarisiert und digitalisiert. Und seit November 2014 ist die Historikerin Beatrix Piezonka damit beschäftigt, jene über 5000 Kunstwerke, die zwischen 1941 und 1945 in die im Auftrag der NS-Stadtregierung gegründete Städtische Galerie gekommen sind, auf ihre Herkunft zu untersuchen. Dabei geht es im wesentlichen um die Frage, welche und wie viele Arbeiten unter den Begriff „Raubkunst“ fallen. Im Stadtrat erkundigte sich nun Stadträtin Judith Jörg (CSU) nach dem aktuellen Stand der Dinge.

Von den exakt 5178 Werken, die im fraglichen Zeitraum in die städtische Sammlung gelangten, seine bis jetzt 3231 als „unbedenklich“ eingestuft worden, weil sie damals direkt von den jeweiligen Künstlern erworben wurden, erklärte Kulturreferent Muchtar Al Ghusain. 1633 Kunstwerke müssten aktuell noch überprüft werden und sind demnach nicht zweifelsfrei als unbedenklich anzusehen. 314 Arbeiten sind völlig ohne Kennzeichnung, so Al Ghusain. Aktuell gibt es 856 Arbeiten, deren Überprüfung noch länger andauern wird.

Bislang sei im Kulturspeicher kein einziges Werk gefunden worden, das eindeutig als Raubkunst einzustufen wäre. Da aber die Stelle von Beatrix Piezonka auf zwei Jahre befristet ist und die Untersuchung wohl länger dauert, wolle man sich um eine weitere einjährige Verlängerung der durch Drittmittel finanzierten Stelle bemühen, kündigte der Kulturreferent im Stadtrat an.

Nächsten Donnerstag, 3. März, veranstaltet das Museum im Kulturspeicher um 18 Uhr seinen „Kunstaperitif zum Feierabend“ zur Provenienzforschung. Beatrix Piezonka wird dann anhand eines Bildes Arbeitsweisen der Herkunftsforschung erläutern. Dabei geht es um das Bild „Waldweg mit Waldarbeiterinnen und Beerensammlerinnen“ des Würzburger Malers Karl Heffner. Nach einer Führung besteht bei einem Glas Sekt Gelegenheit zum Gespräch.

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