Veitshöchheim

SuedLink: Hubert Aiwanger hadert weiter mit Stromtrassen

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Foto: Nicolas Armer, dpa

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sieht die geplanten Stromtrassen Richtung Bayern weiter skeptisch. Die jetzigen Trassenpläne seien "nicht der Weisheit letzter Schluss", sagte Bayerns Wirtschaftsminister am Samstag am Rande der Landesversammlung seiner Partei in Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) im Gespräch mit dieser Redaktion.

Nach derzeitigem Planungsstand soll 2026 die umstrittene Stromtrasse SuedLink in Betrieb gehen. Von Schleswig-Holstein soll die Strecke demnach westlich an Hannover vorbei über Nordhessen und Südthüringen nach Unterfranken und Baden-Württemberg führen. Parallel soll mit dem SuedOstLink von Sachsen-Anhalt nach Landshut eine zweite Stromautobahn gebaut werden. Im Sommer hatte Aiwanger seinen Widerstand gegen den Bau der Trassen noch aufgegeben – einerseits wegen der "bundesrepublikanischen Beschlusslage", andererseits weil Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sie für unverzichtbar erklärt hatte.

Nun sprach Aiwanger von "Signalen" aus anderen Bundesländern, die die Diskussion um die umstrittenen Projekte "noch einmal befeuern" könnten. So habe er kürzlich mit den Energieministern Niedersachsens und Brandenburgs gesprochen. Diese sagten "jetzt zunehmend, sie wollen ihren Windkraftüberschuss nicht mehr in eine Leitung nach Süden pumpen", sondern überlegten, damit "Wasserstoff vor Ort zu erzeugen und den selber zu verbrauchen oder ins Netz zu geben".

Aiwanger für dezentrale Energieversorgung

Daran orientiert sich auch Aiwangers Ziel für Bayern: Betriebe und Kommunen sollten, so seine Vorstellung, etwa über eigene Gaskraftwerke in Zukunft ihren Strom selbst erzeugen und die dadurch anfallende Abwärme nutzen. Hierbei käme Wasserstoff ins Spiel, der über bereits existierende Pipelines verteilt werden könnte.

Wasserstoff ist ein Energieträger, mit dessen Hilfe sich Energie speichern und transportieren lässt. Er kann aus Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen und in Brennstoffzellen genutzt werden. Dabei werden das klimaschädliche Kohlendioxid und andere Schadstoffe komplett vermieden. Allerdings konnte der sehr reaktionsfreudige Stoff bisher nur bei hohem Druck oder tiefen Temperaturen gelagert werden. Inzwischen kann Wasserstoff nach Meinung von Experten aber zum Beispiel gebunden an einen Trägerstoff wie herkömmlicher Treibstoff transportiert und gelagert werden.

Rückblick

  1. Bayernwerk: Hochspannungsleitungen bei Bergrheinfeld umbauen
  2. Behörde: Entscheidung über SuedLink-Trasse zum Jahreswechsel
  3. SuedLink: Hubert Aiwanger hadert weiter mit Stromtrassen
  4. Würzburg wird zentraler Projektstandort für SuedLink
  5. SuedLink-Trasse bei Strahlungen: Bürger wollen sich wehren
  6. Milliardenprojekt SuedLink: Ist die Stromtrasse notwendig?
  7. SuedLink verzögert sich: Warum Strom wohl erst 2026 fließt
  8. Bad Kissingen: Was die ÖDP von der P 43 durch den Landkreis hält
  9. Bad Kissingen: Kreis-Kommunen melden Protest gegen P 43 an
  10. Netzausbau: Eine Trasse entfällt, die zweite kommt als Erdkabel
  11. SuedLink-Trasse: Bürgermeister wollen mitreden
  12. SuedLink: Wie eine Stromautobahn die Region polarisiert
  13. Nicht viel Neues zu "Südlink" im Wirtschaftssausschuss
  14. SuedLink: Strahlungen will eine andere Strecke
  15. Infomarkt zu Suedlink
  16. Tennet informiert über Stromtrasse
  17. Landrat kritisiert SuedLink-Pläne scharf
  18. SuedLink: Begeisterung hält sich in Grenzen
  19. SuedLink-Planung: Wie die Trasse in Unterfranken laufen soll
  20. Südlink: Nächster Schritt Ende Februar
  21. Jahresrückblick: Harte Fronten beim Stromnetzausbau
  22. Suedlink wirft seine Schatten voraus
  23. Peter Altmaier in Bergrheinfeld: Wohin mit den Stromtrassen?
  24. Linke: „Suedlink“ dient nur dem Profit
  25. Netzprobleme machen Strom teurer
  26. Rückblick 2017: Weiter Kritik an Stromtrassen
  27. SuedLink: Steht die Planung?
  28. Thüringen schlägt alternativen Verlauf für SuedLink vor
  29. Fehlende Stromtrassen bereiten Sorge
  30. SuedLink: Kritik aber auch Einigkeit mit Grünen
  31. Protest und viele offene Fragen zur Erdverkabelung
  32. SuedLink-Erdkabel: Höchstens eine Trasse bei Arnstein
  33. SuedLink weiter im Auge behalten
  34. Streit sauer über Tennet-Vorstoß
  35. SuedLink strapaziert Landkreis schwer
  36. Landkreis verfolgt SuedLink-Verfahren „kritisch“
  37. SuedLink: Viel Arbeit für den "Bürgerdialog"
  38. Netzbetreiber: SuedLink-Stromtrasse kommt via Thüringen
  39. SuedLink: Landwirte fürchten um Ertragsfähigkeit der Böden
  40. Bündnisse gegen großen Stromnetzausbau
  41. Umspannwerk: Das Herz ist ein großer Brummer
  42. Mehr Proteste gegen geplante Stromtrassen?
  43. Landkreis Main-Spessart tritt Hamelner Bündnis bei
  44. Waigolshausen lehnt geplante SuedLink-Korridore strikt ab
  45. Bedenken gegen SuedLink
  46. Suedlink: Naturschützer gegen Trasse
  47. Nein zu SuedLink
  48. Zwei denkbare Korridore für Sued-Link
  49. Widerstand gegen SuedLink-Trasse
  50. SuedLink: Frühzeitig Hindernisse für die Trassen nennen

Schlagworte

  • Veitshöchheim
  • Grafenrheinfeld
  • Benjamin Stahl
  • Alternative Energien
  • Brennstoffzellen
  • CSU
  • Diskussionen
  • Energieminister
  • Energieträger
  • Hubert Aiwanger
  • Markus Söder
  • Stromtrassen
  • Suedlink-Stromtrasse
  • Südlink
  • Wasserstoff
  • Wirtschaftsbranche Energieerzeugung und -Versorgung
  • Wirtschaftsminister
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
29 29

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!