MARGETSHÖCHHEIM

Supermarktpläne für Götz-Areal stoßen auf Skepsis

Es ist fast ein Hektar groß und liegt südlich von Margetshöchheim. Wegen seiner günstigen Lage stellt das Gelände eigentlich eine interessante Adresse für potenzielle Investoren dar. Doch die bisherigen Bemühungen, die Fläche des stillgelegten Brotbetriebs Götz wieder zu beleben, sind gescheitert.

Jetzt nimmt ein Investor einen erneuten Anlauf, das seit Jahren brachliegende Areal der Großbäckerei Götz in der Zellerstraße aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Dort will er einen Lebensmittelladen mit Vollsortiment, einen Drogerie- und Getränkemarkt sowie eine Bäckerei auf insgesamt 2600 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen.

Absichtserklärung

Bei den Gemeindevertretern mag Jubelstimmung allerdings nicht aufkommen. Das liegt nicht nur daran, dass der eingereichte Antrag auf Vorbescheid ungenügend ist.

„Aus unserer Sicht ist das noch keine qualifizierte Voranfrage, sondern bestenfalls eine Absichtserklärung, erklärte Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) im Bauausschuss. „Recht durchdacht scheint der Antrag mir nicht wirklich zu sein“, fügte Verwaltungsleiter Roger Horn hinzu. Man brauche deshalb nicht, auf Details einzugehen. Nach Meinung der Ausschussmitglieder ist der gesamte Baukörper zu groß und ohne eine gesonderte Ausweisung des Geländes wäre das Bauvorhaben nicht zulässig.

Dem Vernehmen nach spekuliert der Investor wohl darauf, dass in überschaubarer Zeit an der Staatsstraße 2300 von Zell kommend eine Linksabbiegerspur zum Götz-Gelände geschaffen wird. Deshalb würde sich die Ansiedlung des Vollsortimenters dort rentieren. Laut Bürgermeister Brohm hat das Straßenbauamt zur Linksabbiegerspur weder Ja noch definitiv Nein gesagt.

Ruinöser Preiskampf

Ein weiterer Grund, warum sich die Begeisterung im Bauausschuss in Grenzen hielt, ist die Sorge um einen harten und ruinösen Preiskampf zwischen den Supermärkten. Sie würden sich gegenseitig das Wasser abgraben, gab zweiter Bürgermeister Peter Etthöfer (MM) zu bedenken. Das könnte dazu führen, dass einer der Läden auf der Strecke bliebe.

Auch die Regierung von Unterfranken stützt dieses Argument. Es sei zu befürchten, dass durch diese Verdichtung auch mit negativen Auswirkungen auf Versorgungsstrukturen im Ort zu rechnen sei - insbesondere auf den bestehenden Tegut-Markt. Dieser wäre bei der Verwirklichung „einer derartigen Planung wohl in seiner Existenz stark gefährdet“, heißt es weiter in der Stellungnahme der Behörden.

Dieser Auffassung ist eigentlich auch Simon Haupt (CSU). Zugleich verwies er darauf, dass der Bauausschuss nicht über den betriebswirtschaftlichen Sinn oder Unsinn eines weiteren Supermarkts vor Ort zu entscheiden habe.

Im einstimmigen Beschluss des Bauausschusses heißt es, das Gremium habe die Pläne zur Kenntnis genommen. Der Projektentwickler wird aufgefordert, planungsrechtliche Schritte zu veranlassen und diese erst einmal mit der Bezirksregierung abzustimmen. Die Regierung steht einer Verkaufsfläche von mehr als 1200 Quadratmetern kritisch gegenüber. Der Ausschuss machte auch deutlich, dass eine Überplanung des Wendehammers im Wiesenweg für nicht infrage kommt – ebenso wenig die Ausweisung eines Sondergebiets.

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