OBEREISENHEIM

Tafeltrauben aus fränkischen Lagen

Prächtige Tafeltrauben: Besuch der Obereisenheimer Weinprinzessin Jana Riegler im Weinberg bei Gerd Krämer. Foto: rainer weis

Königlichen Besuch bekam Gerd Krämer in seinem Weinberg. Weinprinzessin Jana Riegler versuchte die ersten reifen Tafeltrauben. Die Trauben sind heuer prächtig gediehen. Die Sonne und die trockene Witterung haben die Reife begünstigt.

Krämer hat vor Jahren vier verschiedene Traubensorten in Zusammenarbeit mit der LWG Veitshöchheim (Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau) und dem Tafeltrauben-Betreuer Josef Engelhart angepflanzt.

Dies wurde möglich durch die Änderung der EU-Weinmarktordnung aus dem Jahr 2000, in der der Tafeltraubenanbau in Deutschland auf nicht weinbaulich genehmigten Flächen freigegeben wurde. Mit der Aussage, dass die Erzeugung von heimischen Tafeltrauben Vorteile für den Verbraucher bringen und dem Winzer ein zusätzliches Einkommen bieten. Für den Weinausbau sind Tafeltrauben nicht zugelassen.

Die vier Sorten im Weinberg von Gert Krämer sind:

• Die Palatina - leicht süß und fruchtig mit einer leichten Muskatnote. Die Beere ist oval goldgelb. Der Weinstock soll gegen Mehltau resistent sein.

• Der Birstaler – mit einer frühen Reifezeit und feiner Muskatnote. Die Traube ist mittelgroß und die Beere rund und gelbgrün.

• Die Fanny – mit einer mittel bis späten Reifezeit von Mitte September bis Anfang Oktober. Die Traube ist groß bis sehr groß und kompakt. Die reife Beere zeigt bronzefarbene Backen.

• Muscat bleu – eine mittelfrühe Traube, deren Erntezeit normalerweise von Ende August bis Ende September reicht. Die Traube ist mittellang und hat einen angenehmen würzigen Muskatgeschmack. Die Beeren sind mittelgroß bis groß und blau.

Das ganze Jahr über hegt und pflegt Krämer seine Reben und in den trockenen Perioden werden sie berieselt. Als am Montag, 11. Juni, um 17 Uhr ein Hagelschauer über den nördlichen Landkreis hinweg fegte, traf es auch den Weinberg mit den Tafeltrauben. „Nach dem Hagelniederschlag war ich bei den Reben und dachte, das war's mit der diesjährige Ernte, denn rund zwanzig Prozent der Trauben hatten Hagelschäden“, berichtet Krämer. Durch den Eisregen waren viele Beeren angeschlagen und haben sich nicht mehr erholt. Doch einige haben, durch das Blattwerk geschützt, das Wetter überstanden. Die später nachgewachsenen kleineren Beeren will Krämer zu Traubensaft verarbeiten“. Die ganze Familie ist in das Projekt Tafeltraube eingebunden und hilft tagtäglich mit von der Bewirtschaftung des Weinbergs bis hin zur Ernte und dem Verkauf.

Krämer freut sich auf den Veitshöchheimer Tafeltraubentag, der am heutigen Mittwoch, 12. September, stattfindet. „Bestimmt gibt es dort wieder eine Menge zu erfahren, das uns Winzern hilft, die Tafeltraube auch zukunftssicher zu machen“, meint der Obereisenheimer Winzer.

Tafeltraubentage

Zu ihren Tafeltraubentagen lädt die Rebschule Steinmann am Samstag, 15. und Sonntag, 16. September, jeweils von 10 bis 16 Uhr, nach Sommerhausen ein. Sie heißen Königliche Esther, Muscat bleu, Bianca, New York oder Venus und bieten als Tafeltrauben ein köstliches Genusserlebnis.

Auf dem Gelände der Rebschule Steinmann können an dem Wochenende die Ertragsanlagen mit vielen unterschiedlichen Sorten besichtigt werden. In einem Verkostungsbereich gibt es die Möglichkeit, frisch geerntete Tafeltrauben zu probieren und miteinander zu vergleichen.

Die Reben-Experten informieren über die aktuellen Sorten und geben Tipps für den richtigen Anbau.

Für weitere Informationen: Rebschule Steinmann, 97286 Sommerhausen, Tel. (0 93 33) 2 25; www.reben.de.

Der 7. Veitshöchheimer Tafeltraubentag findet am heutigen Mittwoch, 12. September, um 13.30 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Versuchsgelände Stutel an der B 27, Ausfahrt Thüngersheim „Staustufe“ Der Eintritt ist frei.

Die Schwerpunkte: Sortenschau mit interessante Neuheiten, Verkostung und Bewertung, Führungen durch die laufenden Tafeltraubenversuche; Regen- und Hagelschutz und Erziehungssysteme. Um 15.30 Uhr beginnt das Tafeltraubenforum mit Mitarbeitern der Sachgebiete Obstbau und Baumschulen sowie Weinbau- und Qualitätsmanagement der LWG Veitshöchheim. Hinweis: Tafeltraubenerzeuger können Tafeltraubensorten zur offenen Verkostung mitbringen.

Weitere Infos gibt Hubert Siegler, Tel. (09 31) 98 01-3 13; E-mail: hubert.siegler@lwg.bayern.de.

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