HOLZKIRCHEN

Tango: Dialog ohne Hemmungen

Tango-Nachmittag im Gewölbesaal des Benediktushofs in Holzkirchen: Bei Profitänzer Maximiliano Diaz Yahnel lernen Anfänger, worauf es bei diesem Tanz ankommt. Foto: Kristina Rösch

Tango – seine Leidenschaft und Lebensliebe: Profitänzer Maximiliano Diaz Yahnel aus Berlin kam Sonntag in den Benediktushof nach Holzkirchen, um Anfängern bei der einer Milonga sein Gefühl für den Tanz zu vermitteln: „Tango, das ist ein Dialog zwischen zwei Menschen, bei dem man die Hemmungen fallen lassen muss.“

„Ich möchte heute mit euch viel Körperarbeit machen.“ Mit diesem Versprechen begrüßt der 36-jährige Halb-Argentinier seine zwölf Schüler, die gekommen sind, um in die Grundlagen des Tangos einzusteigen. Die Anfangsübungen sind für Maximiliano das ABC. „Das muss man in der Schule ja auch lernen, damit man Wörter schreiben kann“, lacht er. Also stellen sich die Teilnehmer zunächst in einem Kreis auf: Auflockerungsübungen.

„Ihr müsst euch auf den Tanz einlassen und frei sein“, erklärt Maximiliano. Die Tänzer lassen die Arme von links nach rechts am Körper vorbei schwingen und machen sich so frei. „Für Tango braucht man Zeit und Geduld – alles eine Einstellungssache“, sagt der Lehrer. Darum bauen die Teile seiner Einführung langsam aufeinander auf.

Bereit für den nächsten Schritt. Die Knie sind beim Tango immer locker. „Darum geht das Gewicht durch die Hüfte ins Knie“, erklärt Maximiliano. Die Anfänger müssen einen Schritt nach links vorbereiten und ihr ganzes Gewicht auf das rechte Bein verlagern. Schon ist ein weiterer Punkt in Richtung Tango-Tanz gelernt.

Spazieren gehen: Was hat das mit Tango zu tun? „Eine bestimmte Flüssigkeit muss da sein“, so der Lehrer, „darum muss man lernen – wie ein Fußgänger – ganz nah aneinander vorbei zu gehen.“ Gesagt, getan.

„Für Tango braucht man Zeit und Geduld – alles eine Einstellungssache“, “
Maximiliano Diaz Yahnel professioneller Tanzlehrer

Also laufen die Zwölf eng aneinander vorbei. Ganz wichtig: anlächeln. Dabei darf Musik laufen. „Das ist beim Tanzen das i-Tüpfelchen“, schwärmt Maximiliano.

Bisher waren alles Einzelübungen. Weiter geht es paarweise. „Beim Tango kann man als Mann innerhalb von fünf Sekunden eine komplett unbekannte Frau umarmen und sich enorm schnell wohl fühlen.“ Das fasziniert Maximiliano, der seit 22 Jahren Profitänzer ist. „Ihr müsst dem Partner blind vertrauen, aber auch ein Gefühl von Räumlichkeit und Bewegung bekommen“, erklärt der Lehrer. Darum führt ein Partner den anderen durch den Gewölbesaal – ein Dialog mit den Augen.

Die Tanzpartner sollen eine Verbindung spüren, ohne jene zu sich selbst zu verlieren. Deshalb: Eine Hand auf der eigenen Brust, die andere auf der des Partners. Maximiliano und seine Tanzpartnerin und Freundin Adriana machen vor, wie es richtig geht. Bei Tango-Musik bewegen sich die Pärchen gemeinsam durch den Raum.

Die letzte Übung, um sich voll auf Tango einzulassen: Der Mann umarmt die Frau mit der Hand am Rücken. „Das gibt Sicherheit“, erklärt der Tanzlehrer. Die Frau berührt den Mann an der Schulter, die jeweils andere Hand bleibt auf der Brust des Partners. Schritt für Schritt sind die zwölf Teilnehmer nun so weit gekommen, dass sie sich innig und vertraut zur Musik bewegen können.

Danach wechselt Maximiliano ans DJ-Pult. Mehr und mehr Besucher kommen dazu, Anfänger und Tango-Liebhaber, um zu tanzen und Spaß zu haben. Dabei zeigen auch die sechs Tanzpaare aus dem Anfängerkurs, dass sie verstanden haben, um was es bei Tango geht: den Dialog zwischen Mann und Frau.

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