WÜRZBURG

Team legt sich in die Riemen: ARCW ist "Vorstand des Jahres"

Das starke Führungsteam des ARCW: Ehrenpräsident Horst Laugwitz (von links), Ingrid Laugwitz (Finanzen), Peter Wimmer (Sport), Präsident Andreas Holz und Ludger Kleyer (Verwaltung)mit der neusten Errungenschaft des Vereins, einem Kombi-Vierer.
Das starke Führungsteam des ARCW: Ehrenpräsident Horst Laugwitz (von links), Ingrid Laugwitz (Finanzen), Peter Wimmer (Sport), Präsident Andreas Holz und Ludger Kleyer (Verwaltung)mit der neusten Errungenschaft des Vereins, einem Kombi-Vierer. Foto: NORBERT SCHWARZOTT

Es sind vier individuelle Persönlichkeiten, Menschen mit unterschiedlichsten Berufen – und dennoch bilden sie eine selten harmonische Einheit: die Vorstandschaft des Akademischen Ruderclubs Würzburg (ARCW). Mit Tatkraft, Weitblick, Motivationskraft und Begeisterungsvermögen haben sie ihren Club vorangebracht, die Mitglieder für gemeinsame Ziele motiviert, die Vereinseinrichtungen modernisiert, Mitgliederzuwächse in allen Altersstufen erreicht. Dass der Club mit 157 761 geruderten Kilometern in Bayern sportlich an der Spitze steht, krönt die Leistung dieses engagierten Teams.

Seit 22 Jahren zeichnet die Main-Post gemeinsam mit dem Verband Würzburger Sportvereine (VWS) einen „Vorstand des Jahres“ aus. Für das Jahr 2013 fiel die Wahl der Jury aus Vertretern des Sports, der Stadt Würzburg und Journalisten der Main-Post mit eindeutiger Mehrheit auf die Vereinsführung des 1905 gegründeten ARCW. Ausgezeichnet im doppelten Sinne des Wortes sind damit Präsident Andreas Holz, Vizepräsidentin Finanzen Ingrid Laugwitz, Vizepräsident Sport Peter Wimmer und Vizepräsident Verwaltung Ludger Kleyer. Der Wanderpokal wird dem Vorstand am kommenden Montag bei der Jahrestagung des VWS im Fechenbach-Haus in Grombühl überreicht – ebenso das Preisgeld von 1000 Euro, gestiftet von der Sparkasse Mainfranken.

„Rudern fördert Persönlichkeit“

Andreas Holz, Jahrgang 63, leitet ein Unternehmen für Sonnenschutz und ist dafür viel auf Achse. Seit zehn Jahren ist der gebürtige Limburger als aktiver Ruderer beim ARCW und hat vor fünf Jahren kurzfristig die Präsidentschaft des auf 560 Mitglieder angewachsenen Clubs übernommen, nachdem sein Vorgänger Just Jahn verunglückt war. „Rudern fördert die Persönlichkeit“, ist Andreas Holz überzeugt: „Kinder, die hier rudern, sind in der Schule besser, weil sie Disziplin und Zeitplanung lernen.“

Einfach eine Institution im ARCW ist Ingrid Laugwitz . Seit 1970 ist sie im Verein aktiv. Was sie ehrenamtlich bei der Verwaltung der Finanzen und anderen Aufgaben leistet, ist schon ein Halbtagsjob. „Sie wacht früh auf und erzählt als erstes, wer heute im Club Geburtstag hat“, verrät ihr Mann Horst Laugwitz. Auch er hat viel für den ARCW geleistet. Als aktiver Ruderer hat er angefangen, dann war er 16 Jahre lang Präsident. Seit 1999 ist er Ehrenpräsident und steht immer noch für seinen Club ein.

Peter Wimmer, Jahrgang 1969, ist Bankkaufmann bei der VR-Bank. Sein Vater war früher im ARCW ein berühmter Ruderer, und so ist der Sohn seit seiner Geburt mit dabei und im Club aufgewachsen. Warum er sich nun ehrenamtlich im Präsidium engagiert? „Man ist hier in eine schöne Gemeinschaft hineingewachsen und will nun auch etwas zurückgeben“, sagt Wimmer einfach.

Vierter im Bunde ist Ludger Kleyer (Jahrgang 1956). Den Ingenieur aus Waldbüttelbrunn hat 1979 im Grunde seine Tochter zum ARCW gebracht, die sich hier beim Schulrudern sportlich betätigte. Der ausgeprägt familiere Charakter des Clubs, in dem es keine Gruppenbildungen gibt, hat ihn besonders angeregt, sich in der Vereinsführung zu engagieren. „Hier sind einfach meine Freunde“, bringt Kleyer es auf eine kurze Formel. Das Vierer-Team an der Spitze kann sich einiges auf die Fahnen schreiben: eine stetige Aufwärtsentwicklung in allen Bereichen, beim Kinder-, Schul- und Jugendrudern, beim Erwachsenen- und Seniorenrudern. Groß geschrieben wird auch der Breitensport und das Wanderrudern. Im vergangenen Jahr waren Ruderer des ARCW auf der Mecklenburgischen Seenplatte, auf der Saone, in der Lagune von Venedig.

Seine besondere Stärke hat der ARCW im Rennsport mit 205 aktiven Ruderern in allen Alters- und Leistungsstufen. Seit einigen Jahren schon ist er in Bayern an der Spitze. Bei nationalen Meisterschaften holte er von 1999 bis 2011 89 Medaillen, der nächste bayerische Verein 56. In den letzten 20 Jahren hat der ARCW jedes Jahr mindestens eine Deutsche Meisterschaft gewonnen. 2013 schaffte es Konstantin Steinhübel im Leichtgewichts-Doppelzweier bis zur Weltmeisterschaft nach Korea und erreichte dort den 5. Platz.

Für die Tatkraft und den Ideenreichtum der Vorstandschaft steht seit kurzem als sichtbares Zeichen die neue Sport- und Bootshalle am Mainufer an der Mergentheimer Straße. Die Kosten, 2011 auf knapp 400 000 Euro veranschlagt, wurden nicht überschritten – vor allem, weil es gelang, die Mitglieder zu einer enormen Gemeinschaftsleistung zu motivieren mit zusammen 3000 unentgeltlichen Arbeitsstunden bei Planung, Ausschreibung Überwachung und bei der Bauausführung. Zusätzlich spendeten Mitglieder rund 60 000 Euro.

Alle helfen zusammen

Trotz dieses finanziellen Kraftaktes steht so der Verein finanziell gut da und konnte – auch hier vor allem durch Spenden – neun neue Boote taufen und den Bestand so auf 80 ausweiten. Ganzer Stolz der Vorstandschaft ist die neueste Anschaffung, ein Kombi-Vierer für stolze 25 000 Euro. Was der Vereinsführung nicht zuletzt am Herzen liegt, ist die Pflege der Geselligkeit, und natürlich wird auch hier alles selbst von Mitgliedern organisiert. Und obwohl viel erreicht ist, hat der „Vorstand des Jahres“ noch große Ziele: eine Sporthalle etwa und neue Angebote gerade für die ältere Generation.

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