Winterhausen

Theater Sommerhaus: Amüsante Kömödie über Liebe und Glück

Auf dem Bild zu sehen: Brigitte Obermeier und Andreas Petri Foto: Mascha Obermeier

Was ist Glück? Und finden zwei, die sich zufällig begegnen, ihr Glück? Wird daraus eine glückliche Beziehung? Oder ist nach einer heißen Nacht und darauf folgender kurzer Affäre schon der Gipfel des möglichen Glücks erreicht? Der französische Komödienautor Éric Assous, zweifacher Prix-Moliere-Gewinner, umkreist in seiner Komödie „Glück“ das Thema geistreich und höchst unterhaltsam. Sieben Jahre nach der Uraufführung in Paris hatte das Zwei-Personen-Kammerspiel jetzt im Theater Sommerhaus in Winterhausen Premiere.

Louise ist Single, Alexandre steckt mitten in der Scheidung; sie ist Kinderbuchautorin und kinderlos, er ist Restaurantbesitzer und stolzer Vater von drei Mädchen. Ein Zufall hat sie für eine Nacht zusammengebracht, beim Frühstück sitzt die Angst mit am Tisch: „Sehen wir uns wieder“ fragt sie, „ganz bald“ antwortet er. Eine ungenügende Antwort findet sie und versteckt den Wohnungsschlüssel: Er ist in ihrem Appartement gefangen.

Darsteller überzeugen

Es entspinnt sich ein gleichermaßen amüsanter wie tiefsinniger Wortwechsel über die Bedingungen einer gelingenden Partnerschaft und eines glücklichen Lebens. Da treffen ganz unterschiedliche Vorstellungen aufeinander; einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie beide die Fünfzig bereits überschritten haben. Aus den unterschiedlichen Sichtweisen, die der Autor in flotten Dialogen zuspitzt, bezieht das Stück Witz und Esprit. In Iwona Jeras feinsinniger und rundum stimmiger Inszenierung, die auch Chansons und Lieder einbezieht, treffen Brigitte Obermeier und Andreas Petri als Louise und Alexandre genau die Ton- und Stimmungslage der Vorlage.

Bravourös meistern sie den schmalen Grat zwischen belangloser Boulevard-Beziehungskomödie und tiefgründig-komischer Reflexion über grundsätzliche Fragen des Zusammenlebens von Mann und Frau: Wie lassen sich eingefahrene Gewohnheiten überwinden? Ist die Angst, allein sterben zu müssen, ein guter Ratgeber? Was muss man/frau aufgeben, um doch noch das Liebes-Glück zu finden?

Geht die Gleichung auf?

Obermeier und Petri haben sich ihre Figuren perfekt anverwandelt: Sie, die besitzergreifende Intellektuelle, die mit rationalem Kalkül ihre Sehnsucht nach Nähe zu überspielen versucht und ihm eine Affäre mit dem Chefkellner aus Alexandres Restaurant verheimlicht; Er, der umtriebige Vollblut-Gastronom, der für sein Lokal, den „Provenzalischen Hirsch“, rund um die Uhr erreichbar ist und ein Verhältnis mit seiner jungen Kellnerin verschweigt. Da sind Missverständnisse, Konflikte und Streit vorprogrammiert. Ausdauer, Toleranz und viel Humor sind die Gegenmittel, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Die Liebe und das Leben zu zweit: eine Gleichung, die allerdings mit zunehmendem Alter immer seltener aufgeht. Ob die Gleichung für Louise und Alexandre im Stück aufgeht, wird hier natürlich nicht verraten. Sondern dringend der Besuch der bei der Premiere heftig beklatschten, überaus kurzweiligen Inszenierung empfohlen.

Nächste Vorstellungen: 2., 8., 9. und 17. November und weitere im März und April 2020.

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