WÜRZBURG

Theaterfest: Mit Masken und Kostümen in Rollen schlüpfen

Ein farbenfrohes Theaterfest feierte das Mainfrankentheater am Sonntag. Denn im oberen Seitenfoyer, beim Kostümverkauf, kamen die quietschbunten Dreispitzhüte aus der „Diener zweier Herren“-Inszenierung von 2007 in den Handel. Kostümdirektorin Wiebke Horn: „Wir suchen immer etwas raus, was besonderen Spaß macht.“

Kostümverkauf

Gegenüber scharten sich einzelne Interessenten um den Verkaufsstand aus der Maskenbildnerei. Weg gingen die Kopfbedeckungen oft in Serie. Schultheatergruppen übernehmen gern die Masken der großen Kollegen. Dann wieder stößt ein aufrecht begeisterter Theaterabonnent auf Andenken einer Inszenierung, die ihm besonders gut gefallen hat. Und liest dann auch noch den Namen der Hauptdarstellerin in dem Schaumstoffguss, der mit Kautschukmilch dicht, glatt und höchst gespenstisch umgossen wurde.

Während das Geschäft hier langsam anlief, war das Große Haus mit über 700 Besuchern voll: Die Würzburger Ballettschulen zeigten, was ihre Kleinen alles drauf haben. Auf den Gängen trafen sich unverhofft erste Bekannte. Der Basteltisch für jüngere Kinder war eine Stunde nach der Eröffnung zu dreiviertel besetzt. An einigen Orten überschnitten sich bereits die Geräuschpegel dreifach.

Das Fest war gut besucht

Auch im zweiten Jahr, in dem das Theaterfest nicht mehr gleichzeitig mit dem Stadtfest ablief, war es gut besucht. Zum Grund der Entkoppelung zweier Massenbegängnisse sagt Intendant Markus Trabusch: „Beim Stadtfest haben wir viele kleine Bühnen in der ganzen Stadt. Das reiht uns als größten Kulturanbieter der Stadt in eine Art der Präsentation ein, die mit uns wenig zu tun hat.“

Außerdem passte der Traditionstermin eigentlich überhaupt nicht. Denn für das Theaterfest braucht das Personal eineinhalb Wochen Vorbereitung. Das Stadtfest findet aber am ersten Wochenende nach den Großen Schulferien statt. Die Theaterferien mussten also eine Woche früher enden als die Schulferien. „Das gab?s in ganz Bayern nicht, außer in Würzburg“, erklärt Trabusch.

Einen Publikumsschwund sieht er seit der Entkoppelung beider Feste bei sich im Hause keineswegs. Viermal ist das Große Haus an diesem Tag voll besetzt. Das macht auch dann, wenn jemand zwei Shows nacheinander mitnimmt, über 2000 Gäste. Dazu die Kinder, die vom Basteltisch zum Schminksessel hüpfen, sich fotografieren lassen. Zählen lassen sich die Besucher schwerlich.

Führungen hinter die Kulissen

Zwischendurch konnte man an Führungen hinter die Kulissen teilnehmen. Die führen durch viele Treppenhäuser, weil die Maschinerie Theater viele Fluchtwege braucht. Bei einer Intendantenführung mit Trabusch gab es nur eine einzige Publikumsfrage: „Wann beginnt die Sanierung?“ Der Hausherr meint, es sehe „sehr gut aus für einen Beginn 2019 mit dem neuen Kopfbau“. Der Arbeitsplan steht zwar noch nicht fest, aber was man beim Theaterfest schon angucken konnte: Zahlreiche rote Filzstiftkreuze auf den Wänden verzeichnen die genaue Vermessung für künftige Bauarbeiten. Beeindruckend auch die superflachen LED-Fußlichter, die das Bühnengeschehen von unten anstrahlen. Und der Schweiß der Tänzer, die sich auf der Hinterbühne bei laufendem Geschehen für den nächsten Auftritt in ganzer Compagnie geschmeidig halten.

Den Intendanten Markus Trabusch begeistert vor allem eins: „Das Theaterfest ist für alle Mitarbeiter ein wirkliches Anliegen. Sie möchten den Besuchern ihr Haus und ihre Arbeit präsentieren.“ Das Theaterfest zu Spielzeitauftakt bietet ihnen dazu jedes Jahr eine schöne Form.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Joachim Fildhaut
  • Rollen
  • Schulferien
  • Stadtfeste
  • Theaterfestivals
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!