Theilheim

Theilheim: Eltern beklagen Zustände in der Kindertagesstätte

Wie geht es mit dem Umbau der Theilheimer Kita weiter? Noch ist das nicht geklärt. Die Zustände im Gebäude seien unzumutbar, meinen Eltern. Ein Besuch vor Ort.
Probleme mit der Dämmung, der Heizung und vor Kurzem gab es noch einen Wasserschaden: Mitarbeiter und Eltern sind mit den Zuständen in der Kita Theilheim unzufrieden. Foto: Thomas Fritz

Der Umbau der Kindertagesstätte in Theilheim sorgt seit längerer Zeit für Diskussionsstoff. Seit vielen Jahren wird in Theilheim geplant, sichtbar voran geht es aber immer noch nicht. Hinzu kommt, dass die Fronten aller Beteiligten verhärtet sind. Dass etwas passieren muss, hat Ursula Bördlein, die am Landratsamt Würzburg die Fachaufsicht über die Kindergärten im Landkreis ausübt, kürzlich bestätigt. Denn die Einrichtung sei grundsätzlich sanierungsbedürftig.

"Die aktuelle Situation ist sehr anstrengend und teilweise nur schwer zu ertragen."
Brief von Theilheimer Eltern über die Kita

Dieser Ansicht sind auch Eltern, die ihre Kinder regelmäßig zur Kita bringen. "Die aktuelle Situation ist sehr anstrengend und teilweise nur schwer zu ertragen", heißt es in einem Elternbrief, der dieser Redaktion vorliegt. Im Kindergarten würden viele Mängel nicht repariert werden, "weil es laut Gemeinde und Kirche ja bald eine Generalsanierung gibt", schreiben die Eltern.

Laut Planungen soll das momentan leer stehende Marienheim (Gebäude rechts) in die sanierte Kita eingebunden werden. Foto: Thomas Fritz

Das sei nun bereits seit mehreren Jahren das Argument, um hier nicht zu handeln und würde Kinder und Erzieher vor große Herausforderungen stellen. Doch wie ist die Situation vor Ort? Gudrun Greve ist die Leiterin der Kindertagesstätte. Sie sagt: "Wir versuchen aus der aktuellen Situation das Beste herauszuholen." 

Dämmung ist ein Problem

Denn nicht nur die Heizung sei ein Problem in der Kita. Der Spielbereich für die ganz Kleinen befinde sich beispielsweise an der entlegensten Stelle des Außenbereiches und die Toiletten im Erdgeschoss müssten sich mehrere Gruppen gleichzeitig teilen, obwohl der Platz es eigentlich nur schwer zuließe. Zudem sei die Dämmung sowohl im Sommer als auch im Winter ein großes Problem. Denn um das Obergeschoss zu heizen, müsste man die Heizkörper im Erdgeschoss unnötig voll aufdrehen. Einen Bewegungsraum gibt es seit einiger Zeit auch nicht mehr, weil die Kita den Raum für eine Gruppe braucht.

"Wir jonglieren hin und her, das kostet viel Kraft."
Gudrun Greve, pädagogische Leiterin der Kita

Zusätzlich sind seit September 2018 zwei Kindergartengruppen in der alten Schule untergebracht, da es in der Kita sonst zu eng geworden wäre. "Wir jonglieren hin und her, das kostet viel Kraft", so die Leiterin, die sich mit insgesamt 18 Mitarbeitern um die Kinder kümmert. Durch die Trennung der Gebäude müssten manche Eltern, deren Kinder sowohl in der Kita als auch in der Schule betreut werden, jeden Tag mehr Zeit beim Abholen und Bringen einplanen. Das störe mittlerweile viele, so Greve.

Unterschriften-Aktion für anderen Standort

"Wir möchten, dass vor allem die Kinder die Perspektive haben, dass es bald besser wird", fordert auch Constanze Ziegler vom St.-Johannes-Zweigverein, Träger des Kindergartens. Dass es wegen diverser Gründe seit vielen Jahren nicht weitergeht, besorgt sie: "Denn wann der Umbau beginnt, ist derzeit nicht absehbar."

Anlieger drohen mit Klage

Gegner der Erweiterung am derzeitigen Standort Gartenweg forderten mehrmals, die Kita komplett an einem neuen Standort zu bauen. So auch am vergangenen Wochenende. Anlieger haben laut eigenen Angaben über 180 Unterschriften für einen entsprechenden Antrag an den Gemeinderat gesammelt. Damit möchten sie den Bau einer dreigruppigen Kindertagesstätte auf einem nicht mehr benötigten Sportgelände im Reisgarten erreichen. Anlieger kritisieren weiterhin an den Umbauplänen, dass Abstände nicht eingehalten werden und Außenspielflächen zu klein seien. Sie drohen mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht. 

Seit September 2018 sind zwei Gruppen in der nahe gelegenen alten Schule untergebracht. Foto: Thomas Fritz

Auch der Trägerverein hat Kenntnis von der Unterschriftenaktion. Ziegler bekräftigt, dass über Alternativen nachgedacht worden sei, nach ihrem Kenntnisstand jedoch kein neuer Standort in Frage gekommen wäre. Die zentrale Lage am Gartenweg habe viele Vorteile für Eltern und vor allem Kinder, die von der Kita- bis zur Schulzeit an einem Ort bleiben könnten. "Das spiegelt den Charakter einer Gemeinde wider", findet Ziegler.

Eine Entscheidung darüber, wie es mit dem Bauvorhaben weitergeht, könnte es an diesem Mittwoch, 25. September um 19 Uhr in der Gemeinderatssitzung geben. Die Kita ist abermals Thema.

In der ersten Version des Artikels hieß es, im alten Schulgebäude sei kein Warmwasser vorhanden. Darüber gibt es verschiedene Auffassungen, weswegen sich die Redaktion entschieden hat, diesen Teil im Artikel zu entfernen.

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