Prosselsheim

Thema Ortsumgehung ließ Emotionen hoch kochen

Zu Beginn der Bürgerversammlung in Prosselsheim las Bürgermeisterin Birgit Börger die obligatorischen Zahlen aus der Gemeinde vor. Aus der Einwohnerstatistik: In der Gemeinde Prosselsheim lebten zum Jahresende 1154 Einwohner, das ist eine Person weniger als vor einem Jahr. Im Ortsteil Prosselsheim leben 664 Einwohner (-2) in Püssensheim 363 (-1) in Seligenstadt 127 (+4). Es gab 13 Geburten, neun Sterbefälle und acht Eheschließungen. Das sind drei mehr als im vergangenen Jahr. An Fördermitteln erhielt die Gemeinde für den Kindergarten-Anbau 500 000 Euro und für den Internet-Glasfaser-Ausbau in Seligenstadt und Püssensheim 115 261 Euro.

Danach führte die Bürgermeisterin einige Projekte an wie Kindergarten, Kläranlage mit Klärschlammentsorgung, Dorferneuerung und Innenortmaßnahmen, An- und Neubau der Grundschule in Kürnach, die Personalveränderungen in der Verwaltungsgemeinschaft und die Aktionen dem iLE Programm.

Weiter ging es mit umgesetzten Projekten, dem Neubaugebiet Sonnenweg, dem Neubau des Feuerwehrhauses, der Seniorenarbeit, dem Umbau des Jungendraums, der Weiterentwicklung des ÖPNVs, der Sanierung Friedhofsmauer Püssensheim und des Rathauses. Die Fertigstellung der Außenanlagen am Kindergarten wird bis zum Beginn der Gartensaison erwartet.

Bürgermeisterin äußerte sich zum Thema Ortsumfahrung

Ungeduldig äußerte sich die Bürgermeisterin zum Thema Ortsumfahrung der Staatstraße ST 2260neu. Ständig gebe es neue Auflagen. So jüngst die Aktualisierung der faunistischen Kartierungen von Vögeln, Feldhamstern, Bibern, Reptilien und Fledermäusen. Auch eine Anfrage aus dem Landtag vom Oktober 2019 brachte bisher nichts. Außerdem verschob sich der Zeitplan mit der Forderung eines komplizierten Kreisverkehrs im Bereich KT 30 mit Zufahrt nach Escherndorf. Zurzeit wird auf der Grundlage vorliegender Baugrundgutachten die technische Planung fertiggestellt und erst danach werden die naturschutzfachlichen und wasserwirtschaftlichen Abstimmungen abgeschlossen.

Bis dahin hatten die Besucher der Bürgermeisterin zugehört und quittierten ihre Ausführungen mit einem leisen Applaus. Doch als der erste Fragesteller das Thema Ortsumfahrung „ST 2260neu“ anschnitt, wurde es die Stimmung im Saal lauter.

Ein Bürger skizzierte nochmals den zeitlichen Werdegang und begann damit, dass vor zehn Jahren mit großem politischen Tamtam von Landrat Eberhard Nuß, Staatssekretär Gerhard Eck und dem damaligen Baudirektor Michael Fuchs ein Versprechen abgegeben wurde, dass die Umgehungsstraße in den nächsten Jahren, und hier sprach man von fünf Jahren, gebaut wird. Das wurde schlicht nicht erfüllt.

Viele Projekte wurden zielstrebig voran getrieben

Dennoch müsse man hoch anerkennen, dass viele komplizierte Projekte wie Fahrbahnführung, Grunderwerb, Abzweigung nach Eisenheim mit Bahnüberquerung, begleitende Flurwege, Brunnensicherung, Radwegführung sowie der Teilrückbau der alten Staatsstraße unter Federführung von Michael Fuchs vom staatlichen Bauamt zielstrebig vorangetrieben wurden.

Doch inzwischen habe man den Eindruck, dass nichts passiert. Dagegen sei der Neubau der Ortsumfahrung Rimpar zwischen der Kreisstraße Wü 3 und der Staatsstraße St 2294 schon im aktuellen straßenrechtlichen Planfestellungsverfahren des Staatliches Bauamt Würzburg aufgeführt.

Danach machte ein zweiter Bürger seinem Ärger Luft und meinte, dass viele örtliche Planungen mit der Umgehungsstraße zusammen hängen. So die beschlossene Dorferneuerung, die Erneuerung der Wasserversorgung und die Sanierung des maroden Kanalsystems. Zudem hofften alle, dass mit dem Wegfall des Verkehrs in der Würzburger Straße die Lärm- und Schmutzbelastung der Anlieger verbessert werden.

Vor zehn Jahren gab es noch keine schützenswerten Tiere

Stellvertretender Bürgermeister Richard Öchsner sagte, dass er vor zehn Jahren auf dem Neubau-Streckenabschnitt keine Hamster, Wiesenweihe, Biber oder sonstiges schützendes Getier beobachtet habe. Nun seien sie alle plötzlich da und "wir müssen uns um die Ein- und Erhaltung der Lebensräume kümmern". Und meinte dazu „Nun müssen wir halt solange auf die Umgehungsstraße warten, bis die von selbst wieder verschwinden." "Und das", glaube er, "kann Jahrzehnte dauern“.

Ein weiter Bürger fragte nach, wie es zu verstehen sei, dass die Gemeinde beschlossen habe, dass beim Bau der Umgehungsstraße eine „Vorauszahlung“ übernommen wird. "Und wer übernimmt die Mehrkosten, die durch die zehnjährige Verzögerung einhergeht? Müssen wir die übernehmen?"

Darauf hatte die Bürgermeisterin Birgit Börger keine Antwort. Sie habe aber den Eindruck, dass Baudirektor Stefan Lehner vom Staatlichen Bauamt Würzburg voll auf der Seite der Prosselsheimer und Eisenheimer Bürger stehe und deren Sorgen ernst nehme und er alle Mittel und Wege in Bewegungen setze, damit das Werk gelinge. Das löste bei den Bürgern in der Bürgerversammlung eher Ungläubigkeit und Resignation als Hoffnung aus.

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