Würzburg

Thüringen-Wahl: Zentralratspräsident Schuster entsetzt

Schock nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten in Thüringen mit Stimmen der AfD. Was der Präsident des Zentralrats der Juden sagt.
Josef Schuster ist der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Foto: Thomas Obermeier

Die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten in Thüringen erschüttert die Juden in Deutschland: Er sei entsetzt, "dass sich der Landes- und Fraktionschef der FDP in Thüringen mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten hat wählen lassen", so Josef Schuster in einer ersten Stellungnahme. Der Internist aus  Würzburg ist seit 2014 der Präsident des Zentralats der Juden in Deutschland.

Schuster: FDP verlässt Konsens der demokratischen Parteien

Mit dieser Wahl verlasse die FDP in Thüringen den "Konsens der demokratischen Parteien, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten oder auf die Unterstützung der Rechtspopulisten zu zählen", so Schuster. Der Vorgang in Thüringen sei besonders schockierend, da die FDP die politische Heimat des früheren Zentralratspräsidenten Ignatz Bubis war.

Zugleich sei die FDP aber auch die Partei von Jürgen Möllemann. Dem früheren Staatsminister war immer wieder Antisemitismus vorgeworfen worden. Schuster: "Mit dem Verhalten der FDP in Thüringen wird offensichtlich, dass dieser Geist weiterhin in der Partei vorherrscht.“

Der Zentralratspräsident hatte Ende vergangenen Jahres gesagt, im Falle einer AfD-Regierungsbeteiligung würde er überlegen, die Bundesrepublik zu verlassen. Darauf angesprochen, sagte er Anfang Januar in einem Gespräch mit dieser Redaktion: "Eine Partei, die sich von einem Herrn Gauland oder einem Herrn Höcke, die eine 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur fordern, die NS-Zeit als Vogelschiss bezeichnen oder das Mahnmal für die ermordeten Juden als Mahnmal der Schande, nicht distanziert, sondern sie sogar in der Führungsriege hat, kann keine akzeptable demokratische Partei sein. Käme sie an die Regierung, würde ich mir ernsthaft Sorgen machen, gerade auch in Erinnerung an die 1930er Jahre."

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