WÜRZBURG

Tierheim-Attraktion: Eisbär Schorschi

Knut war vorgestern, Flocke war gestern – jetzt ist Schorschi dran. Der etwa zwölf Wochen junge Eisbär ist, wie erst jetzt bekannt wurde, seit Samstag im Tierheim am Elferweg untergebracht. Er wurde bei einem polnischen Wanderzirkus beschlagnahmt.
Elisabeth Haasmann, die Ehrenvorsitzende des Tierschutzvereins, präsentiert Schorschi. Der Eisbär wurde bei einem Zirkus beschlagnahmt. Bevor er an den Nürnberger Zoo abgegeben wird, können die Würzburger ihn am heutigen Dienstag von 14 bis 15 Uhr im Tierheim anschauen.
Elisabeth Haasmann, die Ehrenvorsitzende des Tierschutzvereins, präsentiert Schorschi. Der Eisbär wurde bei einem Zirkus beschlagnahmt. Bevor er an den Nürnberger Zoo abgegeben wird, können die Würzburger ihn am heutigen Dienstag von 14 bis 15 Uhr im Tierheim anschauen. Foto: FOTO Norbert Schwarzott/REuters

Er kam ohne Voranmeldung und mit Blaulicht. In einer Bananenkiste brachten ihn zwei Polizisten ins Tierheim am Elferweg. „Nehmen Sie auch Eisbären?“, fragten die Beamten die Ehrenvorsitzende des Tierschutzvereins, Elisabeth Haasmann. Sie lachte. Aber nur so lange, bis die Ordnungshüter den Karton öffneten. „Da saß wirklich ein kleiner Eisbär drin“, erzählt Haasmann.

Der kleine Kerl mit den dunklen Kulleraugen und der lackschwarzen Nase wurde von Spaziergängern nahe einer Landkreisgemeinde entdeckt. „In einem polnischen Wanderzirkus, der hier sein Winterquartier aufgeschlagen hat, wurde er an einer Kette gehalten“, sagt Elisabeth Haasmann. Ein klarer Verstoß gegen die seit dem 1. April 2007 geltende „Verordnung zum Schutz von bayerischen Eisbären“. Deshalb wurde das Tier beschlagnahmt.

„Wir haben den Kleinen 'Schorschi' genannt“, erzählt Elisabeth Haasmann. Sie hofft, dass der neu gewählte Oberbürgermeister Georg Rosenthal die Patenschaft für das Eisbären-Baby übernimmt. Eine edle Porzellan-Futterschüssel aus der Rosenthal-Serie „Eiszeit“ hat der Tierfreund ihm bereits geschickt.

Schorschi, der noch viel Ruhe braucht, bewohnt im Tierheim eine abgeschirmte Einzelbox mit Körbchen und Kühlschrank. „Eine Dauerlösung ist das natürlich nicht“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Lulu Broermann. Zwar hat man im Tierheim Erfahrung mit Bären. Im vergangenen Sommer wurden hier zwei Brohm-Bären beherbergt. „Aber die sind ja viel kleiner und anspruchsloser als Eisbären.“

Weiter zum Nürnberger Tiergarten

Damit Schorschi unter optimalen Bedingungen aufwächst, hat die Tierschützerin Kontakt zum Nürnberger Tiergarten aufgenommen, wo bereits das fast gleich alte Eisbär-Baby Flocke lebt. „Der Zoodirektor war sehr hilfsbereit“, erzählt Lulu Broermann, „schon heute Abend wird Schorschi mit dem Flocke-Mobil abgeholt“.

Vorher sollen die Würzburger allerdings die Chance bekommen, den niedlichen Eisbären zu sehen: Nur an diesem Dienstag von 14 bis 15 Uhr kann Schorschi im Tierheim am Elferweg besichtigt werden. Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf und für Kinder zwei Euro.

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