Würzburg

Tourist durch Gerüstteil am Frankoniabrunnen schwer verletzt

Der Frankoniabrunnen vor der Residenz wird derzeit saniert. Bei einem Sturm löste sich ein Bauteil und verletzte einen Touristen aus München.  Foto: Johannes Kiefer

"Alles ging ganz schnell. Ich wartete auf meine Reisegruppe, um zurück zu unserem Kreuzfahrtschiff zu gehen", schildert Helmar Herbig. Der Münchner war mit seiner Frau auf Landgang in Würzburg. Ihre Tour sollte anschließend über Frankfurt und Köln nach Amsterdam weitergehen. Eine heftige Böe war das Letzte, an das sich Herbig erinnern konnte, bevor er stürzte.

"Es war ein stürmischer Tag", erinnert sich der Tourist. Die Würzburger Polizei bestätigt: Am 29. September wehte starker Wind von 33 Knoten. Windgeschwindigkeiten ab 34 Knoten werden als "stürmischer Wind" bezeichnet. Derzeit wird der Frankoniabrunnen, der zum UNESCO-Weltkulturerbe Residenz zählt, saniert. Planen und Zäune sollten die Baustelle schützen. Herbig sah, "dass bereits Planen und Gitter herumlagen".

Eine Schweißnaht am Gerüst habe sich gelöst

"Plötzlich lag ich am Boden. Mein ganzes Gesicht blutete", erzählt der 77-Jährige. Er sei noch bei Bewusstsein gewesen, aufgrund des Schocks habe er "es alles nicht mehr so richtig mitbekommen". Eine Schweißnaht am Gerüst habe sich gelöst, sagt die Polizei Würzburg-Stadt. Ein Bauteil der Verkleidung sei auf Herbig gefallen. Der Mann zog sich mehrfach Brüche im Gesicht zu.

"Plötzlich lag ich am Boden. Mein ganzes Gesicht blutete."
Helmar Herbig

"Mein Jochbein, Nasenbein und Knochen an Oberkiefer und Augenhöhle sind gebrochen", erzählt Herbig. Unmittelbar nach dem Unfall kamen Krankenwagen und Polizei. "Zunächst dachten die Reiseleiter, ich könne die Flußkreuzfahrt ab Frankfurt fortsetzen". Doch seine schweren Verletzung ließen dies nicht zu. Im Juliusspital wurden ihm die Lippen genäht. Seine Frau mietete sich ins Hotel Maritim ein, da Herbig in die nahegelegene Kieferklinik am Pleicherwall verlegt wurde.

Nach Operation auf Intensivstation verlegt

Aus dem geplanten Tagesausflug wurde ein einwöchiger Aufenthalt in Unterfrankens Hauptstadt. "In der Universitätsklinik wurde ich operiert und auf die Intensivstation verlegt", berichtet der Münchner. Nach weiterem Aufenthalt in der Kieferklinik, holte ihn seine Nichte eine Woche nach dem Unfall ab.

"Wir können menschliches Versagen ausschließen", sagt die Würzburger Polizei. Aufgrund des Sturmes habe das "Material versagt". Helmar Herbig kann wieder sprechen. Sein Gesicht schmerze aber nach wie vor. Die nächsten Wochen werde er viele Termine bei Ärzten haben, doch mittlerweile gehe es ihm "den Umständen entsprechend gut". Bezüglich Schmerzensgeld habe er noch nichts unternommen. Er habe allerdings vor, "die Stadt Würzburg zu kontaktieren, denn sie hat den Zaunhersteller beauftragt".

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war in der Überschrift von einem "Bauteil" die Rede gewesen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich jedoch um ein Gerüstteil.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Jonas Schneider
  • Debakel
  • Intensivstation
  • Krankenwagen
  • Maschinen- und Geräteteile
  • Menschliches Versagen
  • Polizei
  • Schwerverletzte
  • Stadt Würzburg
  • Touristen
  • Universitätskliniken
  • Wind
  • Ärzte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
8 8

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!