WÜRZBURG

Touristen bringen der Stadt Millionen

Touristen bringen der Stadt Millionen

Würzburg steht für barocke Lebensfreude, mildes Klima, Flanieren am Ufer des Mains und romantische Plätze mit plätschernden Brunnen. Nicht zuletzt mit der Residenz als einer der imposantesten Barockbauten weltweit zieht die Stadt immer mehr Touristen an.

Heuer wird aktuellen Prognosen zufolge erstmals die Marke von 800 000 Gästeübernachtungen geknackt, verkündete Tourismus-Direktor Peter Oettinger jüngst beim Jahresempfang des Bürgerforums: „Und 2014 könnten es locker 850 000 Übernachtungen werden.“ Seit 2010 ist die Zahl der Gästeübernachtungen in Würzburg nicht mehr abgeflaut. Nur 2009 gab es einen leichten Einbruch im Vergleich zum Vorjahr.

Dramatisch entwickelte sich die Situation der Beherbergungsbetriebe: Nach 2006 gaben Oettinger zufolge immer mehr Unternehmen auf: „Es ging sukzessive bergab.“ Im Juni 2012 war mit knapp 4 100 Gästebetten ein Tiefpunkt erreicht. Danach kam es zur Trendwende. Für einen Sprung sorgte die Eröffnung des „Ghotel“-Hotelturms und des „B & B“ im Alten Hafen. Aktuell bieten Hotels, Gasthöfe und Pensionen in Würzburg knapp 4600 Betten an. Sie sind im Durchschnitt zu 50 Prozent ausgelastet.

Mit dieser Quote stellt Würzburg einen Rekord auf, der in Bayern laut Oettinger nur von München getoppt wird. Viele Gäste kommen von weit her in die Residenzstadt. Unter den ausländischen Touristen stammt das Gros aus den USA, gefolgt von den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz und Italien. Aber auch Österreicher, Japaner, Tschechen, Belgier und Franzosen lassen sich gern in Würzburg sehen. Anziehungspunkte sind das Unesco-Weltkulturerbe Residenz, die Festung, die Museen sowie attraktive kulturelle Veranstaltungen.

Vier Zielgruppen werden von Würzburgs Tourismusteam explizit umworben, so Oettinger: Die „Best Agers“, also die Generation 50 plus, die Kultur- und Weintouristen, Tagungsteilnehmer und eben die internationalen Gäste. Als „Rückgrat“ der Gästebetreuung bezeichnete der Tourismusdirektor die 130 ausgebildeten Gästeführer, die zusammen 16 Fremdsprachen sprechen. 5000 Gruppen werden von ihnen pro Jahr durch die Stadt geleitet.

Würzburgs Erfolg in Sachen Tourismus liegt am Blick über den Tellerrand. Oettinger: „Wir kooperieren regional, national und international.“ Intensiv zusammengearbeitet wird zum Beispiel mit dem Tourismusverband Fränkisches Weinland. Eine nur logische Marketingstrategie: „Wer ein bisschen länger in Würzburg bleibt, will zum Beispiel auch die Volkacher Mainschleife kennen lernen.“ Kurzurlauber in der Region wiederum kämen „zu 100 Prozent auch für einen Tag nach Würzburg“.

Besonders gern gesehene Gäste sind laut Oettinger Tagesreisende – auch wenn sie den Hotels keinen Um-

„2014 könnten es locker 850 000 Übernachtungen werden.“
Peter Oettinger

satz bescheren: „Gerade ihre wirtschaftlichen Effekte sind für Würzburg entscheidend.“ Rund zwölf Millionen Menschen machen hier pro Jahr eine Stippvisite. Womit auf jeden Übernachtungsgast 16 Tagesreisende kommen. Letzterer geben im Durchschnitt 46,50 Euro aus – vor allem auch im Einzelhandel.

Was ein kleines Vermögen in die Stadt spült. Insgesamt sind das 558 Millionen Euro pro Jahr. Sämtliche Übernachtungsgäste hingegen sorgen für einen Gesamtumsatz von nur rund 112 Millionen Euro. Durch Privatmieter und Campinggäste steigt der gesamte touristische Bruttoumsatz nach Oettingers Statistik auf jährlich fast 700 Millionen Euro an.

Warum in Würzburg großes Gewicht auf attraktives Tourismusmanagement gelegt werden muss, zeigen die wirtschaftlichen Eckdaten. Demnach trägt der Tourismus fast zehn Prozent zum Primäreinkommen bei. Rund 12 700 Menschen in der Stadt leben umgerechnet vom Fremdenverkehr. Pro Einwohner nimmt Würzburg mehr als 2100 Euro im Jahr durch Reisende ein. Über 14,5 Millionen Euro werden an Steuern in die Kommunalkasse gespült. Oettinger ist zuversichtlich, dass all diese Zahlen weiter steigen werden: „Denn die breite Palette herausragender Höhepunktsveranstaltungen im Jahreslauf trägt zu einem immer größeren Bekanntheitsgrad Würzburgs bei.“

Hübsche Kulisse: Eine Schülergruppe aus dem italienischen Sassuolo aus der Region Emilia-Romagna vor der Residenz.THERESA MÜLLER
Hübsche Kulisse: Eine Schülergruppe aus dem italienischen Sassuolo aus der Region Emilia-Romagna vor der Residenz.THERESA MÜLLER Foto: Foto:
.................. Oettinger.
.................. Oettinger. Foto: Pat Christ

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