Würzburg

Trampolinhalle „SkyandSand": Ein Trend hat Würzburg erreicht

Trampolinspringen ist nicht nur bei Kindern beliebt. Sprung- und Spaßhallen boomen, Experten sprechen von einem wahren Hype. Jetzt ist er in Würzburg angekommen.
Trampolinhallen boomen auch in Bayern. Jetzt hat eine in Würzburg eröffnet. Redakteur Lucas Kesselhut hat sie getestet. Foto: Patty Varasano

Uffenheim hat eine Trampolinhalle, Nürnberg ebenfalls und auch Würzburg kann für Hobby-Trampolinspringer nun eine Adresse werden. Denn im Stadtteil Heuchelhof hat kürzlich Würzburgs erste Trampolinhalle „SkyandSand-Würzburg“ eröffnet. Das Springen auf den elastischen Böden ist nicht nur bei Kindern beliebt. Angesichts der zunehmenden Zahl von Sprung- und Spaßhallen sprechen Experten von einem wahren Hype. Doch was macht den Trend aus?

Wibke Cornely springt wie ein Flummi durch die 2000 Quadratmeter große Halle, die aufgemalte Fische und Schildkröten zieren. Wo früher die Industrie ihren Platz hatte, stehen nun zahlreiche Attraktionen. Für jemanden, der noch nie damit zu tun hatte, klingen sie wie wirre Fremdwörter: Dodgeball, Battle Beam, Ninja-Warrior-Parcours. Für Wibke Cornely, die im insgesamt 35-köpfigen Team die Kreativarbeit verantwortet, ist aber eine Sache klar: "Hier soll jeder Spaß haben und sich wohlfühlen, vom Kleinkind bis zum Opa", sagt sie.

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Die Idee entspringt in Dänemark

Zusammen mit ihrem Mann Peter Cornely (Geschäftsführer) hat die gebürtige Rhönerin zum ersten Mal eine Trampolinhalle in Dänemark besucht und war sofort begeistert von der Idee, die es in Würzburg in der Art noch nicht gegeben hat. Mit ihrem Kompagnon Tobias Kleibe (ebenfalls Geschäftsführer) hatten sich die drei in Veitshöchheim und im Dürrbachtal nach passenden Immobilien umgeschaut, schließlich wurde es aber die Halle in der Delpstraße. Ein Pluspunkt war laut der Geschäftsführung die gute Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und an die Autobahn. Die Schlüssel für die Halle haben sie im September bekommen, Mitte Dezember sprang bereits der erste Hobby-Sportler durch die Halle. Unter dem Dach einer großen Kette arbeitet das Team jedoch nicht. Von den ersten Zeichnungen bis zum Konzept liegt alles in privater Hand. "Wir würden zu niemandem passen", scherzt Wibke Cornely.

"Wir würden zu niemandem passen."
Wibke Cornely, über große Ketten
Sie gehören zum Team der SkyandSand-Trampolinhalle (von links): Tobias Kleibe, Wibke Cornely und Peter Cornely. Foto: Patty Varasano

Das Team hatte nämlich von Anfang an eine Vision, die sie auch umsetzen konnte: Wertschätzend, regional, nachhaltig und familiär soll es zugehen. "Wir melken das Ding nicht", sagt die Kreativdirektorin. Aus diesem Grund wurde auch auf eine riesig angekündigte Eröffnung verzichtet. "Soft Opening" nennt es ihre bessere Hälfte Peter Cornely. Speisen und Getränke kommen wenn möglich aus der Region: So wird das Fleisch aus Aschfeld geliefert, die Burgerbrötchen stammen aus Güntersleben. Die Rezepte für Burger im hauseigenen Foodtruck sind von Chefkoch Bastian Ulram selbst ausgedacht und umgesetzt. Die Trampolinbauteile hat das Team aus Europa und nicht aus China besorgt und Cola gibt es in der Halle erst gar nicht.

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Neue Trampolinhalle

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Abgetrennter Kleinkinder-Bereich

Denn vor allem an Kinder richtet sich das Konzept. Als Lehrerin weiß Wibke Cornely: "Sie müssen weg vom PC und Fernseher". Damit Eltern keinen Stress haben, befindet sich direkt angrenzend an der Bar auch der 100 Quadratmeter große Kleinkinderbereich. Von dort aus können Mütter und Väter ihre Schützlinge beobachten und schnell bei ihnen sein, sollte mal Hilfe benötigt werden.

Nach dem ruhigen Start will das "SkyandSand-Würzburg"-Team den Betrieb auch erst einmal weiter entspannt anlaufen lassen. Kleine "Kinderkrankheiten" können so angegangen werden. Beispielsweise soll die Umkleide noch kleine Kabinen erhalten, ein Wunsch der Gäste. In Zukunft sollen Kooperationen mit Vereinen, Schulen oder auch Firmen entstehen und auch etliche Kurse für jung und alt angeboten werden. "Ein eventueller Muskelkater ist im Preis inbegriffen“, scherzt Wibke Cornely.

Für Kleinkinder gibt es einen eigenen Bereich. Leo (elf Monate) ist zum ersten Mal im Bällebad. Foto: Patty Varasano

Geöffnet ist die Trampolinhalle „SkyandSand-Würzburg“ in der Delpstraße 4 Dienstag bis Donnerstag von 14 bis 20 Uhr, Freitag von 14 bis 21 Uhr. Der Kleinkindbereich ist unter der Woche schon ab 10 Uhr geöffnet. Am Wochenende ist die gesamte Halle inklusive des Kleinkindbereichs sowohl Samstag als auch Sonntag von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag. Kinder zwischen sechs und elf Jahren dürfen in Begleitung einer volljährigen Aufsichtsperson springen, ab zwölf Jahren dürfen die Kids alleine den Trampolinpark nutzen. 12,50 Euro pro Stunde kostet das Ticket, Kleinkinder zahlen sechs Euro und dürfen unbegrenzt bleiben.

Warum Trampolinhallen boomen
Sportökonom Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule in Köln sagt: "Trampolinhallen sind eindeutig im Trend. Vor fünf Jahren waren sie nur vereinzelt zu finden. Seit zwei bis drei Jahren gibt es immer mehr davon in ganz Deutschland. Nun ist der Trend auf seinem Höhepunkt angekommen." Die Anbieter profitierten davon, dass es bereits viele taugliche Gebäude gebe, die genutzt werden können. Befeuert werde der Trend etwa durch die mediale Begleitung. So profitierten die Betreiber etwa von vielen beliebten TV-Formaten wie "Ninja Warrior". Dabei messen sich Freizeitsportler und versuchen, einen auch mit Trampolinen ausgestatten Hindernisparcours schnellstmöglich zu bewältigen.
 
Von Vorteil für die Anbieter von Trampolinhallen ist auch: "Auf dem Trampolin zu hüpfen, kann ja jedes Kind. Große sportmotorische Voraussetzungen oder Fähigkeiten sind nicht erforderlich." Der Trend zum Trampolin ist laut Breuer dadurch zu erklären, dass es in der Gesellschaft ein großes Bedürfnis nach Bewegung gebe. So sieht es auch die Vize-Präsidentin des Deutschen Turner-Bundes, Katja Ferger. Sie warnt Besucher von Trampolinhallen jedoch vor Übereifer: "Die Anlagen animieren zum pausenlosen Springen und haben einen hohen Aufforderungscharakter. Deswegen überschätzen sich die Nutzer schnell und merken nicht, wenn Kopf und Körper müde werden." (dpa)

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