Würzburg

Treppe in Grombühl: Gefährliche Metallspitzen sind weg

Medien in ganz Deutschland haben über die Metallstachel auf einer Treppe in Würzburg berichtet. Jetzt sind sie weg. Doch die Hauseigentümerin könnte noch Ärger bekommen.
Gefährliche Metallspitzen sind weg
Die Stacheltreppe ist entschärft: Die Metallspitzen auf der Treppe in Würzburger Stadtteil Grombühl wurden am Dienstagvormittag entfernt. Foto: Thomas Obermeier

Die Metallspitzen auf einer Treppe im Würzburger Stadtteil Grombühl sind weg. Am Dienstag wurden sie im Auftrag der Eigentümerin des Mietshauses entfernt. Die brachiale Art und Weise, Menschen vom Hinsetzen abzuhalten, hatte nach der Berichterstattung dieser Redaktion für ein großes Medienecho gesorgt. Am Wochenende verletzte sich zudem ein fünfjähriges Kindan den Metallspitzen.  

Weil die Treppe zwar auf privatem Grund, aber öffentlich zugänglich ist, hat die Bauaufsicht der Stadt Würzburg die Hauseigentümerin bereits Anfang Juni zur "unverzüglichen" Beseitigung der "konkreten Gefahr" aufgefordert. Erst an diesem Dienstag sind die auf drei Betonstufen in zwei Reihen befestigten, rund fünf Zentimeter hohen Metallstacheln entfernt worden. Sie waren mit Dübeln im Beton befestigt gewesen. 

Wagnerplatz laut Stadt kein sozialer Brennpunkt

Da die Hauseigentümerin sich gegenüber dieser Redaktion nicht äußern wollte, ist die Vorgeschichte, die zur Treppen-Abwehr führte, nicht bekannt. Ebenso wenig, wen genau sie mit dieser Maßnahme von ihrem Grund und Boden vertreiben wollte.

Der Wagnerplatz galt früher als sozialer Brennpunkt. Auf dem Spielplatz wurden Alkohol und andere Drogen konsumiert. Seitdem die Stadt 2014 ein Alkoholverbot erlassen hat, ist die Situation laut Rathaussprecher Christian Weiß entspannt. "Dort ist kein sozialer Brennpunkt."

Laut Weiß haben sich Anwohner am Wagnerplatz aktuell nicht vermehrt über Lärm oder Müll beschwert. "Einzelne Beschwerden gibt es immer wieder mal, aber die gibt es auch in anderen Bereichen der Stadt." Der Kommunale Ordnungsdienst sei auch in Grombühl regelmäßig unterwegs.

Gefährliche Metallspitzen sind weg
Bis Dienstag waren die Metallstreifen mit spitzen Zacken noch auf der Treppe. Foto: Thomas Obermeier

Dass Mieter und Hotelgäste in der Innenstadt häufig vom nächtlichen Lärm genervt sind, weiß auch Jürgen Kirchner vom Verband der Haus- und Grundstückseigentümer Würzburg und Umgebung. Meist in der Nähe von Kneipen. "Dann können Hauseigentümer ihre zivilrechtlichen Abwehransprüche gegenüber den Gastronomen geltend machen", erklärt der Jurist. Auch eine Beschwerde bei der Stadt sei eine Möglichkeit, damit diese eventuell gewerberechtlich eingreift.

Metallspitzen zur Abwehr von Störern nennt Kirchner "nicht vertretbar". Schon rein rechtlich nicht, da der Hauseigentümer für Folgeschäden haftet. "Um sich gegen widerrechtliches Betreten seines Privatgrundes zu wehren, müsste man die Polizei rufen, die Hausverbot erteilen kann."  

Damit, dass die Metallspitzen jetzt entfernt wurden, ist die Geschichte aber noch nicht beendet: Nach dem Unfall des Kindes am vergangenen Wochenende ermittelt die Polizei nun gegen die Hauseigentümerin wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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