Veitshöchheim

Treppenanlagen an der Bahnböschung zur Fluchtweg-Sicherung

Die Treppenanlage 2 nach der Absicherung. Foto: Dieter Gürz

So mancher Passant, der in der letzten Zeit die Tierarztpraxis am Ende der Thüngersheimer Straße aufgesucht hat oder an der Kläranlage vorbei zum Main spaziert ist, hat sich ebenso wie die Anlieger verwundert die Augen gerieben, als er die beiden komfortablen Treppenanlagen erblickte, die eine Baufirma die Böschung hoch zu den Bahngleisen errichtete.

Zunächst ohne Schutzvorkehrung

Ohne Bauzaun-Absperrung luden die Treppenanlagen förmlich dazu ein, nach oben zu den Bahnanlagen zu spazieren oder diese gar als Abkürzung vom Main zu den Weinbergen oberhalb des Birkentals zu überqueren. Dies haben nach den Feststellungen der Anliegerin  Anne-Rose Petzlitz auch einige gemacht. Sie vernahm deswegen auch schon warnende Signale von Loks. Die Anlieger hofften, dass, auch im Interesse ihrer Kinder und der von außerhalb kommenden Jugendlichen, die schon auf den ungesicherten zu den Bahngleisen führenden Treppenanlagen zu sehen waren, alsbald eine Schutzvorkehrung geschaffen wird.

Wirkung zeigte dann offenbar ein Blogbeitrag im Internet mit Fotos der ungesicherten Treppenanlage.  Wie Petzlitz berichtet, machte sich ein Gemeindemitarbeiter schon am nächsten Tag vor Ort ein Bild und zwei Tage später war dann die Baufirma wieder da, um die Treppenanlage auf Treppenbreite mit einem Absperrgitter aus Plastik und seitlich mit einer kniehohen Kette gegen unbefugtes Betreten zu sichern.

Auf Nachfrage erklärte ein Bahnsprecher, dass nun für alle Passanten unmissverständlich ersichtlich ist, dass die Treppen nicht betreten werden dürfen. Unabhängig davon sei ein Betreten der Gleisanlagen selbstverständlich verboten.

Auch wenn dies verboten ist, befürchten Anlieger, dass sich nicht alle Kinder und Jugendliche daranhalten, da die seitlichen Ketten kein Problem darstellen würden, auf die Treppe nach oben zu gelangen.

Lärmsanierung der Bahnstrecke

Die Treppenanlagen sind Bestandteil der bereits seit Oktober 2018 laufenden Arbeiten zur Lärmsanierung der Bahnstrecke Würzburg - Gemünden. Beim offiziellen Spatenstich im November 2018 war bereits die 165 Meter lange und drei Meter über Schienenoberkante hohe Schallschutzwand an der Nord-Abfahrt der B 27 errichtet. Drei weitere Lärmschutzwände sind 116 Meter lang in der Echterstraße von der Seinsheimstraße bis zum Beginn der Hofgartenmauer, 350 lang Meter zwischen Bahn und B 27 im Bereich der Zieblandstraße und 866 Meter lang von der Herrnstraße bis in Höhe der Kläranlage in der Thüngersheimer Straße vorgesehen.

Die Bauzeit ist bis Jahresende 2021 terminiert. Ursprünglich, so die Pressestelle der Bahn, sollten die Schallschutzwände in Veitshöchheim schneller gebaut werden. Weil ein Großteil der Arbeiten aber nur vom Gleis aus möglich ist, werden Gleissperrungen benötigt. Diese waren aus Rücksicht auf den laufenden Zugverkehr und auf andere unaufschiebbare Baumaßnahmen im Raum Würzburg nicht in ausreichendem Maße zu bekommen. Dies führe nun dazu, dass die Schallschutzwände erst später als zunächst geplant fertig gestellt werden können.

Fluchttüren in den Schallschutzwänden

Wie Bürgermeister Jürgen Götz in der Bürgerversammlung im November informiert hatte, sind die nächsten Sperrpausen in Veitshöchheim vom 7. September bis 4. Dezember 2020 eingetaktet. Bis dahin tut sich deshalb nichts wie, außer dem Bau der Treppenanlagen, auch schon in diesem Jahr.

Wie der Pressesprecher der Bahn mitteilte, besitzen Schallschutzwände Fluchttüren, damit Fahrgäste bei einem Unfall den Gleisbereich verlassen oder Rettungskräfte hinein gelangen können. Bei einer Dammlage der Bahnlinie, wie im vorliegenden Fall, führen Treppen zu den Fluchttüren. Die Treppen konnten ohne Gleissperrungen gebaut werden und sind deshalb bereits fertig.

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