WÜRZBURG

Tunnel und Brückenpfeiler für neue A 3 wachsen

Bis zu 50 Meter hoch: die Pfeiler der neuen Heidingsfelder Talbrücke. Die alte Brücke soll im Frühjahr 2017 abgerissen werden.Theresa Müller Foto: Foto:

Der sechsstreifige Ausbau der Autobahn A 3 bei Würzburg kommt sichtbar voran. Für die neue Heidingsfelder Talbrücke stehen bereits fünf Pfeiler und auch der 570 Meter lange Tunnel der so genannten „Trog-Lösung“ ist mittlerweile erkennbar. Zur Hälfte ist die nördliche der beiden Röhren fertig und wächst stetig Richtung Osten.

Neben diesen gewaltigen Ingenieurbauwerken wurde vor wenigen Tagen von Randersacker her mit dem eigentlichen Straßenbau, dem „Streckenbau“ begonnen. Ab Mitte August werden die fünf A 3-Spuren komplett auf die Fahrtrichtung Frankfurt verlegt. Von Mitte August bis kurz vor Weihnachten soll dann die Behelfsfahrbahn im Bereich Heuchelhof gebaut werden, wie Projektverantwortlicher Andreas Hecke bei einem Ortstermin erklärte.

Mit dem Streckenbau hat die Autobahndirektion alle wesentlichen Baumaßnahmen vergeben – mit einem Volumen von rund 206 der gesamt veranschlagten 221 Millionen Euro. Nach Auskunft von Alexander Leis, neuer Dienststellenleiter der Autobahndirektion in Würzburg, wurden seit Herbst 2012 bis dato knapp 50 Millionen Euro verbaut.

Fakirbrett aus Verbundankern

Wie auf einem riesigen Fakirbrett ragen die 30 Zentimeter hohen Verbundanker auf der Oberseite aus dem Brückenkasten, in dem derzeit Arbeiter Schweißnähte glatt schleifen und – als Korrosionsschutz – für den Grundanstrich sorgen. 80 Meter lang sind die einzelnen Teile des Brückenkastens, die ab September mit hydraulischen Pressen über eine Länge von 630 Meter auf die Pfeiler geschoben und dann betoniert werden.

Bislang 20 Schwertransporte mit bis zu 150 Tonnen Gewicht haben 15 bis 20 Meter lange Brückenteile angeliefert. 9000 Tonnen Stahl werden laut Hecke allein für die beiden getrennten Brückenkästen verbaut. Vier der sechs nördlichen Brückenpfeiler stehen, der fünfte erreicht dieser Tage gerade seine Höhe von 50 Metern, für den letzten Pfeiler ist das Fundament neben der Heuchelhofstraße schon zu sehen. Darunter reichen die Bohrpfähle bis zu 60 Meter in die Tiefe.

Im Gegensatz zu früherer Bauweise wird die neue Heidingsfelder Talbrücke getrennt in zwei Teilbauwerken errichtet, getrennt nur durch einen zehn Zentimeter schmalen Zwischenraum. Ähnlich beim Katzenbergtunnel: Erst wenn der Verkehr durch die nördliche Röhre fließt, wird die alte Fahrbahn abgetragen und die südliche Röhre gebaut. Die alte Heidingsfelder Talbrücke soll laut Hecke im Frühjahr 2017 abgebrochen werden.

Rund 100 Arbeiter von vier Firmen sind derzeit beim Würzburger A 3-Ausbau im Einsatz. Für Dienststellenleiter Leis ist er „die derzeit spannendste Baustelle in Bayern“ – in der Kombination von Brücken-, Tunnel- und Straßenbau. Um rund neun Meter wird die neue Talbrücke abgesenkt, zwischen Heidingsfeld und Heuchelhof verschwindet die Autobahn dann auf 570 Metern in einem „Tunnel“. Der ist zwar ein anderer, als von der Bürgerinitiative jahrelang durch den Heuchelhofberg gefordert. Die beiden Baustellenchefs sprechen aber bewusst von einem „Tunnel“ – er wird nicht gebohrt, sondern in offener Bauweise geschaffen, klassisch mit Bewehrung, Schalungen und Beton.

Neue Fahrbahnen erkennbar

Am Ende sollen 57 000 Kubikmeter Beton gegossen sein, bis jetzt wurden an die 20 000 Kubikmeter verbaut. Derzeit streckt sich die nördliche Richtung Osten, dahinter wird die Autobahn später abgesenkt in einem Trog geführt, die beiden höher gelegenen Autobahnraststätten sind künftig über Rampen anzufahren. Gut erkennbar sind auch schon die neuen Fahrbahnen an der A 3-Ausfahrt Heidingsfeld. Hier fließt künftig nur noch der Verkehr zwischen südlicher B 19 und der Auffahrt Richtung Frankfurt über eine Ampel, ansonsten gibt es eigene Auf- und Abfahrtspuren.

Baustellen-Infos: Interessierte können sich jeden Freitag von 13 bis 15 Uhr im Infocontainer über den A 3-Ausbau bei Würzburg informieren. Er steht an der Stuttgarter Straße, direkt unter der Talbrücke. Auch Vertreter der Autobahndirektion geben vor Ort Auskunft.

Zur Hälfte fertig: Schon gut zu erkennen ist die nördliche Röhre des später 570 Meter langen Katzenbergtunnels. Foto: Thomas Obermeier

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