WÜRZBURG

U&D: 85 000 Musikfans ignorieren den Regen

Hard Rock-Heroen: Strangelet aus der Heilbronner Gegend heizten den Würzburger Fans des Umsonst & Draussen-Festivals auf der Talavera ordentlich ein. Foto: Silvia Gralla

Das "Umsonst & Draussen"-Festival auf der Talavera in Würzburg ging mit einer tadellosen Bilanz zu Ende - und das trotz miesen Wetters.

Sie können es selbst kaum glauben: „Vom Wetter her war es eines der schlechtesten Festivals der letzten Jahre. Deshalb sind wir sehr überrascht über die tollen Besucherzahlen“, sagte Festival-Sprecher Tilman Hampl am Sonntagnachmittag bei einer ersten Bilanz des 28. „Umsonst & Draußen“.

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Umsonst & Draussen

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Umsonst und Draussen

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Umsonst und Drinnen

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Umsonst & Draussen

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Umsonst & Draussen Sa

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Umsonst & Draussen Sa.Teil2

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Umsonst & Drinnen Elektroswing

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Umsonst & Draussen So Teil 1

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Umsonst & Draussen So. Teil 2

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Gut 85 000 Besucher, so schätzen Hampl und Festival-Chef Ralf Duggen, dürften an den vier Tagen auf die Mainwiesen gekommen sein. Duggen gilt als Gründer des Würzburg-Festivals.


Das ist eine der höchsten Zahlen in der Geschichte des Festivals. Trotzdem war sie entweder relativ vorsichtig geschätzt, oder die Organisatoren hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf den Platz geschaut, der gut gefüllt war.

Auch am Sonntagnachmittag waren nämlich bei angenehmen Temperaturen wieder sehr viele Menschen unterwegs – egal ob bei der Straßenmusik, im Kunstzelt oder vor den drei Bühnen.

Es war vom Wetter her die beste Phase seit dem Auftakt am Donnerstag: Vor allem am Freitagabend und am Samstag herrschte mitten im Juni wechselhaftes Aprilwetter mit vielen Regenschauern und kühlen Temperaturen.

Dass die Besucher trotzdem jeden Tag in Scharen kamen, lag unter anderem wohl an dem extrem glücklichen Händchen, das die Programm-Macher in diesem Jahr bei der Musikauswahl hatten. Los ging es mit den Durchstartern von „Wanda“ aus Wien, die hinterher selbst von 12 000 bis 15 000 Zuschauern vor der Draußen-Bühne sprachen – etwa 8 000 dürften es immerhin gewesen sein.

In weiser Voraussicht hatten die Festival-Macher vor dem Wanda-Auftritt die Bühnen getauscht – JJ Rosa aus England musste an Stelle der Österreicher auf die Drinnen-Bühne im Zelt. Die begnadete Sängerin und Gitarristin war darüber im Vorfeld traurig, nach dem Auftritt nicht mehr: „Die Show im Zelt hat auch gut funktioniert. Die Zuschauer waren toll, ich bin glücklich“, erzählte sie hinterher.

Was während des Auftritts niemand bemerkte: In ihren hochhackigen Schuhen steckte ein schmerzhaft verstauchter Knöchel, hinterher konnte sie kaum auftreten. „Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe. Da sieht man, was das Adrenalin auf der Bühne alles bewirken kann“, sagte JJ Rosa.

„Vom Wetter her war es eines der schlechtesten Festivals der letzten Jahre“
Tilman Hampl U&D-Sprecher

Der junge Sänger Joris aus Berlin schaffte am Freitag das, was Wanda am Vorabend bewirkt hatten: Trotz Kälte und Regen warteten die zumeist jüngeren Besucher in großer Zahl geduldig an der Einlasskontrolle, um seine Songs zu hören. Und so waren es 35 000 bis 40 000 Besucher laut Ralf Duggen und Tilman Hampl bereits an den ersten beiden Abenden.

Am Samstag wurde es dann richtig voll: „Wirklich unglaublich, trotz Regen am frühen Abend“, so Ralf Duggen. Auch der Getränkeumsatz – die wichtigste Voraussetzung für ein finanziell erfolgreiches U&D – dürfte passen.

„Ganz genau können wir es noch nicht sagen, aber es ist ordentlich Flüssigkeit verkauft worden. Bei aller gebotenen Zurückhaltung gehen wir von einer insgesamt positiven Bilanz aus.“ Damit können die U&D-Macher sich über das dritte erfolgreiche Festival in Folge freuen und auch im nächsten Jahr entspannter an die Sache heran gehen. „Das hatten wir in unseren 28 Jahren noch nie.“

Und die positive Bilanz gab es, obwohl die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in diesem Jahr mit etwa 12 000 bis 15 000 Euro Zusatzkosten zu Buche schlägt. Das mussten Duggen und Co. ausgleichen, indem sie ihren Helfern einige Vergünstigungen gestrichen haben. „Richtig blöd ist aber, dass die Leute jetzt nur noch achteinhalb Stunden pro Tag arbeiten dürfen“, erläuterte Duggen. Das ist nicht nur ungünstig für die Organisation der Veranstaltung, sondern auch schlecht für die Mitarbeiter, von denen die meisten an den vier Festivaltagen so viel Geld wie möglich verdienen wollen.

Es war – zumindest bis zum späten Sonntagnachmittag – ein absolut friedliches und stimmungsvolles Festival ohne Zwischenfälle. Auch die Malteser, die für die ärztliche Versorgung auf den Mainwiesen zuständig waren, zogen eine durchweg positive Bilanz: Bis auf die eine oder andere Glasscherbe im Fuß oder Kreislaufprobleme „war es ein ruhiges Festival. Alles sehr überschaubar“, sagte Einsatzleiter Lorenz Böck.

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